Oh Mann, war das ne Nacht. Hatte ja schon erwähnt, dass es gestern etwas warm war, war aber ja eigentlich glücklich, dass wir ne Klimaanlage haben. Was wir aber anfangs nicht gehört haben, war die Lautstärke dieser Klimaanlage. Na ja, wir haben beide Ohrenstöpsel reingemacht und nach einer halben Stunde Hitzeschlacht beschlossen, dass wir auch noch den Ventilator anmachen. Entsprechend wurde es noch lauter. Irgendwann sind wir dann eingeschlafen und ich bin mitten in der Nacht wach geworden, da ich das Gefühl hatte, wir fliegen gleich weg. Irgendwie kam es mir noch lauter vor als vorher. Zudem hat ständig unsere Tür geklappert. Um 05.30 Uhr hat unser Wecker geklingelt, da wir den Sonnenaufgang bei so nem coolen Panorama sehen wollten und als wir die Tür aufgemacht haben, wusste ich, was ich nachts gehört habe. Draußen war heftiger Sturm und da wir ja eine Hütte direkt am Abhang hatten, haben wir ihn natürlich auch als erste abbekommen. Unsere Außenküche lag voller Blätter und angeflogenem Müll. Da es leicht wolkig war, war der Sonnenaufgang nicht sooo spektakulär und so haben wir uns noch eine Runde aufs Ohr gehauen. Eine Stunde später haben wir dann gemütlich auf unserer umwehten Terrasse gefrühstückt und anschließend die Sachen zusammen gepackt. Wir fanden es schade, dass im Flusslauf unten keine Tiere zu sehen waren. Ich habe mich nochmal auf die Terrasse gesetzt und plötzlich ist unten im Fluss ne ganze Nilpferdherde aufgetaucht und auf die Sandbank zum Sonnen gegangen. Das war der Hammer.
Nachdem wir uns satt gesehen haben, sind wir zu unserer Tagestour aufgebrochen und waren wieder richtig erfolgreich. Wir haben wieder Elefanten und zwei Giraffen gesehen, Wasserbüffel in Hülle und Fülle und waren ganz traurig, dass uns noch keine Zebras über den Weg gelaufen sind. Kaum gedacht, stand eine ganze Herde am Seitenstreifen. Davor sind lauter Warzenschweine rumgelaufen. Wir haben danach festgestellt, dass man sich ein Tier nur ganz doll wünschen muss und schon steht es vor einem. Andi meinte, er wünsche sich, Löwen zu sehen. Aber das sei sehr unwahrscheinlich, da sie sich der Umgebung sehr gut anpassen und extrem scheu sind. Wir haben im Camp Satara Mittag gemacht und uns ein bisschen die Füße vertreten. Es ist schon anstrengend, in einem so langsamen Tempo mehrere Stunden durch den Park zu fahren und ständig nach Wild Ausschau zu halten.
Tja, ein paar km weiter standen ganz viele Autos und die Leute haben mit Ferngläsern auf eine Wiese geschaut – und da lagen sie unter einem Baum – 8 Löwenweibchen!!! Da es Mittag war, haben sie sich immer nur bewegt, wenn die Sonne weitergewandert ist und ihnen diese aufs Fell brannte. Nach und nach sind sie aufgestanden, in den Schatten gegangen und haben sich wieder fallen lassen. Wir sind irgendwann weitergefahren und haben noch ein Nashorn in einem See plantschen sehen. Je weiter wir südlich gekommen sind, umso grüner ist es geworden. Irgendwann war alles grün und wir haben nur noch sehr schwer Wild sehen können. Da war der karge und verbrannt Norden doch besser, auch wenn es hier landschaftlich schöner ist. Kurz vor unserem Ziel Skukuza ging rechts noch eine Straße ab und da wir noch etwas Zeit hatten, haben wir den Abstecher gemacht und dies wurde richtig belohnt, denn hier lagen direkt neben der Straße zwei Löwen-Männer im Schatten und haben geschlafen. Genialer ging es nicht. Am Camp Skukuza geht direkt ein Fluss vorbei, den wir noch überqueren mussten und da lief dann im Sonnenuntergang noch ne Elefantenherde lang. Das ist hier echt wie im Film – unglaublich.
In Skukuza angekommen, haben wir in einem stillgelegten Bahnhof noch lecker zu Abend gegessen (Gabi, danke für den Tipp – hat sich echt gelohnt). Jetzt schmieren wir uns wieder moskitosicher ein und dann schlafen wir heute Nacht hoffentlich besser!
