Nachdem wir heute morgen in unserem Hotel ein super Frühstück bekommen haben, sind wir gen Süden aufgebrochen. Wir wollten eine vorher ausgeguckte Tour in Richtung Grenze fahren, um wieder nach Südafrika einzureisen. Andi hat das Navi programmiert, da es laut Reiseführer und Straßenkarte aber nur einen Weg gibt, habe ich die Strecke auch nicht überprüft. Nachdem wir nach ca. 2 Stunden Fahrt zwar durch traumhafte Landschaft, nicht aber durch die Orte gekommen sind, durch die wir hätten kommen sollen, haben wir angehalten und die Route überprüft – und da hat das Navi tatsächlich noch ne Straße entdeckt, die auf keiner Karte angegeben war. Da es zu zeitaufwendig gewesen wäre umzudrehen, sind wir weitergefahren und haben halt nicht das angeschaut, was wir wollten.
Gegen Mittag sind wir an der Grenze angekommen, die einer Großbaustelle geglichen hat. Man musste über eine Erdpiste, um dorthin zu kommen. Irgendwo haben wir wieder unsere Pässe vorgelegt, Ausreisestempel bekommen, dann sind wir durchs Niemandsland auf die Südafrikanische Seite gefahren, mussten uns dort auch wieder drei Stempel abholen und sind dann noch von einer Polizistin kontrolliert worden, was für Gepäck wir dabei haben. War aber ganz harmlos. Ja, und dann waren wir wieder in Südafrika. Direkt hinter der Grenze standen wieder die ganzen Burschen, die auf Kundschaft gewartet haben. Auf einen Schlag war das Landschaftsbild auch wieder ein ganz anderes. Hier war überhaupt keine Besiedelung, nur private Safari-Game-Lodges, die ihr Gebiet großflächig abgezäunt hatten.
Einige km weiter haben wir wieder einen Kulturschock bekommen. An der Straße war eine Tankstelle mit Back-Shop und einem Wimpy-Burgerladen. Hier haben wir volltanken lassen und uns was zu Essen und zu Trinken geholt. Da der Geldautomat leer war und unsere Geldvorräte auch, sind wir weiter in den Ort gefahren und da war wieder unglaubliches Menschengewusel. Leute, die auf der Straße ihr Obst und Klamotten verkauft haben, überall kleine Buden. Wir haben beschlossen, hier doch kein Geld zu holen, sondern noch weiter zu fahren bis Hluhluwe, das direkt vor unserem Park liegt. Hier wieder das gleiche Bild – am Ortseingang die Hightech-Raststätte, ein paar Meter weiter das totale Chaos.
Wie muss dieser Unterschied nur auf die Leute wirken, die weitere 5 km in ihren altertümlichen Hütten leben und sich nichts von der Tanke leisten können!? Vor der tollen Tankstelle standen auch dicke BMWs, aus denen Schwarze ausgestiegen sind, manche haben es also wohl auch geschafft (wahrscheinlich die Besitzer der Tanke).
Nachdem wir Geld aufgetankt hatten, sind wir in den Nationalpark gefahren. Wir dachten eigentlich, dass der weltberühmte Krüger N.P. nicht mehr zu toppen sei – aber hier fühlt man sich wie bei Jurassic Park. Kurz hinter dem Eingang ganz viele Berge, grünes frisches Gras, tolle Bäume und ein Tümpel, in dem ein Elefant gerade sein Revier gegenüber drei Nashörnern verteidigt hat. Auf den ersten 2 km haben wir 2 Elefanten, 5 Zebras und vier Nashörner gesehen – und zwei lustige Pillendreher, die Elefantenkacke über die Straße gerollt haben, die locker doppelt so groß war wie sie selber. Total lustig. Wir sind langsam in Richtung des Hill Top Camps gefahren, wo wir die nächsten zwei Tage nächtigen werden. Das Camp liegt, wie der Name schon sagt, auf einem Berg und man hat einen genialen Blick. Was sehr interessant ist, ist die Tatsache, dass man an der Rezeption vor den Affen gewarnt wird, aber keine Schlüssel für die Häuser bekommt. Diese kann man von innen verschließen, von außen sind sie aber – wenn keiner da ist – immer offen. Sehr merkwürdiges Gefühl. Wir haben aber zweimal nachgefragt und immer die Antwort bekommen, wir sollen lieber auf die Affen achten. Die wären gefährlicher als die Menschen…
Was auch unglaublich ist, ist die Tatsache, dass wir hier vor 5 Monaten gebucht haben und die letzte freie Hütte bekommen haben. Sie ist für Behinderte ausgelegt und somit sehr geräumig, mit separaten Schlaf- und Wohn-/Essbereich.
Da wir hier in der totalen Wildnis sind und seitdem wir hier sind kaum eine Wolke gesehen haben, macht Andi gerade total begeistert Bilder von unserer Milchstraße. So dunkel ist es zuhause nie durch die vielen Lichter. Die Bilder sind echt genial.
