Was ein geiler Tag (O-Ton von Andi). Nach 12 Stunden Schlaf haben wir heute meinen Kreislauf fast zum kollabieren gebracht. Wir sind nämlich morgens gleich mal den Bergview Walk gelaufen. Im Reiseführer stand, dass man von hier den besten Blick auf die Berge hat und dass man ihn entgegen der Ausschilderung laufen soll, da man dann das schönere Panorama hat. Das hieß tatsächlich, dass wir auf 3 km von 1700 m auf 2000 m Höhe gelaufen sind.
Ich habe kaum noch Luft bekommen, so hat mir die Höhe zu schaffen gemacht. Andi hat davon natürlich mal wieder nichts gespürt! Als es an einer Abzweigung und fantastischen Blicken auf die Bergwelt wieder ins Tal gehen sollte, wollte er sich damit noch nicht zufrieden geben und war der Meinung, er müsse nochmal “schnell” dort auf die Kuppe laufen. Er ist nochmal auf 2100 Höhenmeter “gerannt”.
Ich bin bei der Markierung sitzen geblieben und habe ihn beobachtet. Irgendwann hat man nur noch einen kleinen Punkt gesehen. In meiner Nähe hat es plötzlich angefangen, klappernde Geräusche zu machen und da ich gestern gelesen habe, dass es hier vereinzelt Klapperschlangen gibt, bin ich etwas nervös geworden. Ich bin dann auf den Wegpfeiler aus Beton oben draufgeklettert und habe mit den Füßen gestampft. Keine Ahnung, ob das geholfen hat, vielleicht war es auch blöd, aber irgendwann haben die Geräusche aufgehört. Andi kam den Berg dann wieder runtergerannt mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Wir haben uns direkt oberhalb unseres Camps auf einem Felsvorsprung getroffen und sind gemeinsam zurück ins Camp, wo wir uns erst mal ein leckeres Eis verdient hatten.
In den letzten Tagen ist uns immer wieder aufgefallen, dass hier durch die Landschaft total klare Striche gehen, wo die eine Seite richtig grün ist und die andere Seite braun. Andi war der Meinung, das habe jemand künstlich gemacht. Heute sind wir über so eine Grenze gelaufen und haben gesehen, dass es wohl doch nicht künstlich sein kann…
Nach einer kurzen Pause ging es weiter zur nächsten Wanderung, zu den Main Caves. Hier sieht man wohl die am besten erhaltenen Felsmalereien Südafrikas. Wir sind dieses Mal im Tal gelaufen, was eine ganz andere Perspektive geboten hat. Der Einlass ist immer zur vollen Stunde und so haben wir die letzte Führung um 15 Uhr mitgemacht. Kostet pro Nase 30 Rand (2,80 EUR) und die sind recht gut angelegt.
Allerdings waren die Felsmalereien, die wir in Australien gesehen haben, schon etwas mehr. Hier wurde u.a. dargestellt, wie die ersten Soldaten mit Gewehren kamen und sich die Afrikaner versucht haben, mit Speeren zur Wehr zu setzen. Anschließend sind wir einen anderen Weg zurück gegangen, der uns am Fluss entlang geführt hat, was wir für ein Fußbad genutzt haben. Wir haben uns den ganzen Schmodder vom Tag von den Beinen gewaschen und unsere Füße haben es uns gedankt. Als wir wieder an der Hütte waren, waren wir fix und fertig. Heute morgen haben wir in den Bergen zwei Pärchen getroffen, die uns bei unserer Morgentour ihre Sonnenmilch geschenkt haben, die haben wir auch noch ein paar Mal heute wiedergesehen. Hier kommt man echt total schnell mit den Leuten ins Gespräch.
Morgen “müssen” wir weiter. Wir könnten hier echt noch eine Zeit bleiben. Das Giants Castle kann man nur weiterempfehlen. Die Hütten sind nochmal eine Spur besser als im Hilltop Camp. Im Hilltop Camp waren sie etwas modrig vom Geruch, hier ist alles super sauber und gemütlich.
Unser Auto hat sich heute wahrscheinlich auch gefragt, was los ist – 0 km – das ist selten ![]()
