2012 Südafrika

Entlang Lesothos Nordgrenze

War das eine Nacht! Heute Nacht ist Sturm aufgekommen und trotz geschlossener Fenster haben die Vorhänge im Zimmer geweht. Wir haben kaum ein Auge zubekommen, so heftig war es. Nach dem Frühstück, das auch sehr gut war, hieß es heute, Strecke zu machen. Wir wollen irgendwie wieder ans Meer in Richtung Port Elisabeth kommen und haben uns entschieden, nördlich von der Grenze von Lesotho zu fahren. Lesotho ist ein eigenständiges Land mitten in Südafrika. Anfangs war es auch genial. P1030805Tolle Landschaft – wir haben öfter gehalten, um Bilder zu machen – haben aber auch immer den Sturm wahrgenommen. Der Unterschied zur Landschaft von Utah ist, dass die Streifen zwischen den Bergen alle bewirtschaftet werden. Hier sind riesige Felder, die gerade abgeerntet wurden. Da ja eigentlich hier jetzt Frühling ist, fehlt dringend Wasser. Alles ist braun, nur ein paar Bäume haben frisches Grün.

Je weiter wir gefahren sind, umso unwirklicher und unwirtlicher wurde die Landschaft. Der Sturm hat wahre Sandwolken übers Land und über die Straße gefegt und wir hatten keine Lust mehr auszusteigen – man hat eh nichts gesehen. Teilweise habe ich in den Himmel geschaut, um zu sehen, ob er wirklich noch blau ist.P1010023 Es waren auch keine Menschen mehr zu sehen, ganz im Unterschied zu unserer bisherigen Tour. Alle 50 km war mal eine kleine Ortschaft, auf der Landstraße waren kaum Autos unterwegs. Wir sind ca. 300 km durch gefahren, bevor wie wieder laut Karte auf eine Autobahn kamen – die sich dann als zweispurige Straße rausgestellt hat, auf der auch nicht mehr los war. Dieses ist ein ganz anderes Südafrika, das aber auch mal interessant ist, kennenzulernen. Man fährt teilweise 10 km einfach geradeaus, dann kommt eine leichte Kurve und dann wieder eine ewig lange Gerade. Und wenn man Pech hat (hatten wir öfter Smiley) ist die Straße übersäht mir Schlaglöchern, denen man neben den entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen muss.

Nach ca. 400 km kamen wir nach Aliwal North. Am Ortseingang war eine Shell-Tankstelle und Geschäfte, die erste Tankstelle und Läden, die wir auf unserer heutigen Tour gesehen haben. Wir haben vorsichtshalber gleich wieder vollgetankt, denn für noch so eine Tour reichte das Benzin nicht. Wir waren noch in einem Supermarkt, da wir kaum noch Getränke hatten und der war schon komplett weihnachtlich geschmückt! Überall hingen weihnachtliche Girlanden rum. Sehr komisch. In Deutschland stehen zwar auch die Süßigkeiten schon in den Regalen, da hängt aber kein Schmuck rum. Das dauert Gott sei Dank noch ein bisschen. Als wir den Ort verlassen haben, haben wir ganz schön große Townships gesehen.

Weiter ging es noch 50 km bis Burgersdorp. Hier hatte ich vorher das Ende unserer heutigen Route festgelegt. Zeitlich hätten wir zwar noch weiterfahren können, wir waren aber beide ziemlich fertig und haben so den Nachmittag in einem sehr netten Guesthouse (The Hut) verbracht. Morgen haben wir noch einmal eine längere Tour vor uns, bis wir im Addo Elephant Park ankommen. Bin mal gespannt, wann es wieder grüner wird. Auf jeden Fall hat es sich von den Temperaturen ganz schön abgekühlt.