2012 Südafrika

Auf die Garten Route bis Keurboomstrand

Leute, eigentlich wollte ich heute so viel Schreiben, aber wir sind momentan sprachlos. Wir haben vorhin unser Haus am Strand bezogen. Ungelogen, es ist in erster Reihe und vom Bett aus sehe ich das Meer – aber richtig, da ist nichts mehr dazwischen außer der riesigen Scheibe zu unserem Balkon. Andi sitzt gerade in der Ecke und ist sprachlos. Als die Vermieterin uns hier hereingeführt hat, hat sie gefragt: “Are you ready?” und hat die Vorhänge aufgezogen.P1010194 Wir hatten beide ein bisschen Pipi in den Augen. Man weiß zwar, was man gebucht hat, aber die Realität sieht Gott sei Dank manchmal noch schöner aus. Wobei wir auch für unsere Abwesenheit das erste mal mit dem Thema Alarmanlage konfrontiert sind. Aber wir sind hier so ab vom Schuss, ich glaube, ich würde es als Dieb hier auch probieren.

Aber von vorne. Wir haben uns heute morgen entschlossen, nicht nochmal in den Addo Elephant Park zu fahren, sondern gleich weiter. Eigentlich hatte ich heute vor, eine 3 stündige Canopy-Tour zu machen – an Drahtseilen durch den Wald zu gleiten – aber leider hat das Wetter nicht mitgespielt. So sind wir erst nach Jeffreys Bay gefahren, unser erster Ort wieder am Meer. Wir haben uns unterwegs schon irgendwie merkwürdig gefühlt, denn irgendwie sah es hier nicht mehr aus wie auf unserer bisherigen Tour. Es standen keine Menschen mehr am Straßenrand, es lief keiner mehr die Straße entlang, es fuhren nur noch Autos. Am ersten Tag, als wir aus Johannesburg fuhren, hatten wir mal von einem Einkaufszentrum berichtet. Das haben wir in der Form auf unserer andern Tour (außer bei Durban) überhaupt nicht mehr gesehen. Wir sind in den letzten Tagen hunderte km durch Gegend gefahren, wo es kaum überhaupt Geschäfte gab. Keine Ahnung, wo die Leute da eingekauft haben. Und hier hat man sich gefühlt, wie in Australien oder den USA. Anscheinend gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen dem Land und der Küste und ich behaupte nach dem 1. Tag Garden Route, dass Leute, die nur hier waren, nichts vom eigentlichen Afrika gesehen haben. Soll aber nicht heißen, dass es hier nicht schön ist – im Gegenteil, es ist traumhaft!

Von Jeffreys Bay aus haben wir uns entschlossen, die alte Straße die Küste entlang zu fahren, denn hier war gar kein Verkehr und man konnte auch mal anhalten. Hier ist es wie in Australien, überall Eukalyptusbäume und Callas (meine Lieblingsblumen) am Straßenrand. Zwischen Meer und den Bergen gibt es einen relativ schmalen Streifen, den Garten halt. Da die Berge aber auch immer mal bis ans Meer gehen, wurden auf der Strecke vier bemerkenswerte Brücken gebaut. Die erste, die Storms River Bridge konnten wir uns von einer Aussichtsplattform aus anschauen. Kurz danach ist der Big Tree ausgeschildert, ein über 1000 Jahre alter Baum, der über 30 m hoch ist. Der hat schon einiges gesehen. Einige km weiter geht es in den Tsitsikama Nationalpark ab, wo das Storms River Rest Camp ist.P1010135 Dort gehen zwei Hängebrücken (50 und 77m lang) über den Storms River. Man läuft durch den Wald bis dorthin und es kam die Sonne raus, was ein traumhaftes Bild gegeben hat. Hier habe ich das erste Mal das afrikanische Licht wahrgenommen, was ich in Filmen bisher immer so toll fand. Durch die Gischt sieht alles so anders aus. P1040117Wir konnten uns kaum trennen, allerdings wollte ich weiter, denn ein paar km weiter kann man von der Bloukrans River Bridge den tiefsten Bungeejump machen, der geht. Es geht 216 m in die Tiefe und es sind extra für uns noch drei Leute gesprungen. Hammer – Adrenalin pur!

Weiter ging es in Richtung Keurboomstrand. Da wir in den nächsten zwei Tagen Selbstversorger sind, sind wir noch ein Stück weiter nach Plettenberg Bay gefahren und haben noch kurz etwas eingekauft. Ja, und dann ging es zu unserer Suite, die ich ja schon beschrieben habe Smiley.