Leider mussten wir heute morgen unser Paradies verlassen. Wir haben festgestellt, dass wir an einer Autobahn gewohnt haben – an einer Delphin-Autobahn. Heute morgen sind locker 50 Exemplare vorbei geschwommen.
Heutiges Ziel war Oudtshoorn, eine kleine Stadt im Inneren des Landes. Wir sind an der Küste bis nach George gefahren und dann ging es ab in die Berge. Über Outeniqua Pass hat sich die Straße bergauf gewunden und man wurde nach jeder Kurve mit neuen tollen Blicken überrascht.
Oben angekommen sind wir in einem kleinen Tal gelandet, wo hauptsächlich Hopfen angebaut wurde – ja, auch hier wird Bier gebraut. Dann sind wir in die Kleine Karoo gekommen, wie die Landschaft hier genannt wird. Es ist eine recht fruchtbare Gegend. Oudtshoorn ist aber hauptsächlich durch Straußenfarmen bekannt geworden. Zu den Zeiten, als die Damenwelt noch Federn getragen hat, war hier eine große Industrie davon. Heute werden die Federn als Staubwedel und das Fleisch zum Essen verwendet. Außerdem gibt es Touristenführungen, wo Touris auf Straußen reiten können. Braucht man nicht unbedingt, haben wir uns auch geschenkt.
Wir haben hier Mittag gemacht und sind dann noch 30 km weiter zu den Cango Caves gefahren, einem riesigen Höhlensystem, das bis heute noch nicht fertig erforscht ist.
Man kann zwei Touren machen – Standard und Adventure. Wir haben uns für erstere entschieden, denn bei der Adventure Tour muss man sich durch super enge Felsspalten zwängen und auf dem Bauch robben. Muss dann doch nicht unbedingt sein. Unser Führer hat erzählt, dass am 01.01.2007 eine Frau in einem Durchgang stecken geblieben ist und die anderen nicht mehr aus der Höhle kamen. Sie konnten nach 10 Stunden gerettet werden und saßen so lange fest…Aber auch die Standard Tour war der Hammer. Ein so riesiges natürliches Höhlensystem habe ich noch nie gesehen. In der einen “Halle” haben früher große Konzerte stattgefunden, allerdings haben die Leute immer Teile der Höhle mitgehen lassen und so wurde es verboten. Wir sind ca. 1,2 km weit unterirdisch gelaufen, die Höhlen sind aber insgesamt 5,4 km lang. Unglaublich schön.
Als wir wieder am Tageslicht waren, haben wir uns entschlossen, noch den Swartberg Pass zu erklimmen. Es handelt sich um eine Schotterstraße, die ziemlich steil und kurvig in den Berg gebaut wurde, aber landschaftlich traumhaft schön ist.
Wir sind bis zum Pass gefahren und wollten dort eigentlich umdrehen, haben von oben aber auf der anderen Seite ein Tal gesehen, dass wir unbedingt noch näher ansehen mussten. Also sind wir noch ca. 3 km auf der anderen Seite wieder runter gefahren und wurden mit einer tollen Aussicht auf die Gamkaschlucht belohnt (auch die Hölle genannt). Irgendwann haben wir umgedreht und sind die krasse Straße zurück nach Oudtshoorn gefahren, wo wir heute übernachten werden. Sind in einem Hotel mit ganz vielen Menschen – ganz ungewohnt nach unserem einsamen Strandhaus.
