2012 Südafrika

Cape Aghulas und Hermanus

Andi hatte gestern Abend die Idee, dass wir unsere Tour noch etwas ausbauen und an den südlichsten Punkt Afrikas fahren – das Kapp der guten Hoffnung? Falsch, das Kapp Aghulas. Kaum einer weiß, dass der südlichste Punkt hier liegt. Wir sind recht früh aufgebrochen, da wir heute echt viele km vor uns hatten. In Oudtshoorn hatten wir stahlblauen Himmel und fanden es cool, wie in den Bergen vor uns die Wolken regelrecht ausgelaufen sind. Wir dachten eigentlich, die hängen nur in den Bergen fest und an der Meeresseite ist wieder blauer Himmel. Falsch gedacht. Auf der anderen Seite war es total wolkig, was wir nicht wirklich toll fanden. Unser erstes Ziel war Mossel Bay, ein Ort in den einige der Familien meiner Lieblings-Auswander-Serie ausgewandert sind. Ich wollte den Ort unbedingt live sehen, was ich mir aber auch hätte schenken können. Ich weiß nicht, ob es am Wetter lag oder ob ich so hohe Erwartungen hatte, aber wir haben echt schönere Orte gesehen. Hierher würde ich nicht auswandern…P1040579 Auf unserer Lieblingsstraße, der N2, ging es gen Kapstadt, bis wir unterwegs zum Cape Aghulas abgebogen sind. Wir hatten beide so gewisse Vorstellungen vom südlichsten Punkt – raues Klima, heftige Brandung, ziemliche Klippen. Erwartet haben uns türkises Meer, traumhafte Strände und Sonnenschein. Hier kann es bestimmt auch anders aussehen, aber heute war es traumhaft. Die extra-km haben sich echt gelohnt. Wir sind auf den Leuchtturm geklettert, von dem man einen tollen Blick hatte.

P1010484Anschließend wollten wir uns auf den Weg nach Hermanus machen und haben die Route in unser Navi programmiert – das uns dann mal kurzerhand auf eine Gravel-Road (Schotterstraße) geführt hat. Bis zu unserer Chaos-Australien-Erfahrung auf einer solchen Straße hatten wir echt noch Respekt davor – heutzutage fahren wir sie einfach und denken nicht mehr groß darüber nach. Ja, und je schneller man über Schlaglöcher fährt, umso weniger merkt man sie. Wir sind weiter durch super weites Farmland gekommen. Die Felder hier sind irgendwie fünf Nummern größer als bei uns. In Hermanus angekommen haben wir eingecheckt und sind gleich ans Meer, denn in dieser Bucht hier kann man mehr Wale sehen als irgendwo sonst auf der Welt. Z. Zt tummeln sich wohl 130 Exemplare in der Bucht und tatsächlich, überall sieht man sie springen und Fontänen sprühen. Sie bleiben bis Dezember hier bis sie wieder in die Antarktis ziehen um zu fressen. Unglaubliche Wesen. Vor allem sind sie echt richtig dicht an der Küste.

P1010490Ich muss nochmal was zu unseren querchen Vorstellungen bezüglich Afrika und Thema Sicherheit erzählen, auch wenn es eigentlich peinlich ist. Als ich hier diese Unterkunft gebucht habe (Beluga House), hatte ich zuhause echt Schiss, da das Haus in der 2. Reihe vom Meer ist. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, wie gefährlich es wohl sein wird, hier zu Fuß langzulaufen. Ich habe keine Ahnung, wie man auf solch blöde Vorstellungen kommen konnte. Hier läuft jeder zu Fuß rum und ich glaube nicht, dass dabei überhaupt jemand überfallen wird. Es ist echt ätzend, was über Medien für falsche Bilder vermittelt werden. In Berlin oder Frankfurt in der U-Bahn ist es garantiert gefährlicher als hier.

Was wir hier auch noch richtig cool finden ist die Tatsache, dass hier die beiden Kleinwagen schlechthin der VW-Polo (aktuelles Modell) und der Golf I sind. Der scheint hier noch gebaut/importiert worden zu sein, denn die Autos wirken alle recht jung. Außerdem scheint der VW Amarok hier der Verkaufsschlager zu sein. Während er bei uns beim Weckesser nur rum steht, fährt er hier massenhaft rum.