Nach einer ruhigen Nacht wurde unser Gepäck heute morgen wieder auf den Eseln verladen. Nachdem mein Koffer festgezurrt war, ist der Esel damit erst mal ne Runde Grasen gegangen
. Wir sind mir unserem kleinen bolivianischen Guide Luis (ca. 10 Jahre alt) quer über die Insel zu einem anderen Hafen gelaufen, von wo aus wir mit dem Boot 2,5 Stunden wieder ans Festland übersetzten. Unser Gepäck war schon da. Unten am Wasser angekommen, mussten wir nochmal Pipikaka machen, allerdings war weit und breit kein Klo zu sehen. Klü ist in die Nähe eines Tierstalls und hat sich in die Ecke gesetzt. Ein Bulle und ein paar Schweine haben ihr zugesehen – bis plötzlich die Tür aufging und der Bauer mit einem verwunderten Blick raus kam. Wir haben uns totgelacht!
Nach der Bootsfahrt sind wir im kleinen Santiago de Okola rausgekommen. Am Ufer standen mehrere Leute mit Schubkarren bereit – für unser Gepäck! Während wir in den Ort gelaufen sind, wurden unsere Koffer von älteren Herrschaften neben uns hergeschoben. Ich hatte ein richtig schlechtes Gewissen dabei!!!
Ein Guide hat uns die örtliche Schule gezeigt und wir durften in eine 1. Klasse mit 5 Schülern reinschauen. Die Kinder haben für uns ein Lied geschrien und wir haben im Gegenzug auch so etwas wie ein Lied gesungen
. Anschließend ging es in einen anderen Raum, den die Kinder selber in ein Art Museum verwandelt haben. Viventura hilft mit Hilfsprogrammen in dem Ort, indem sie Schulmaterial sponsern und Touristen in den sonst sehr verlassenen Ort bringen. Man kann bei anderen Touren hier auch übernachten. Wir sind quer über ein Felder zu einer alten Frau, die auf der Erde saß und an einem Betttuch gewebt hat. Sie hat uns gezeigt wie das Handwerk geht und wie die traditionellen Leute gekleidet sind – und bevor Andi und ich uns versehen konnten, hatten wir die Kleidung an. Ich hätte mich wegschmeißen können, vor allem war alles viel zu groß. Außer dem Hut, der bei meinem Dickkopf viel zu klein war. Nachdem wir uns wieder zu Europäern zurück verwandelt haben, wurden wir zum Essen eingeladen. Die Dorfleute hatten lauter traditionelle Speisen vorbereitet und es hat vorzüglich geschmeckt. Den heutigen Tag hätten wir auf eigene Faust so nie organisieren können und daher sind wir echt froh, dass wir uns der Tour angeschlossen haben.
Nach dem Essen sind wir von einem eigens für uns angereisten Bus in Richtung La Paz gebracht wurden. Die ersten zwei Stunden haben pure Natur und einfaches Leben dominiert. Wir haben wieder einmal massenhaft Schafe, Rinder und Esel gesehen. Später sind wir in die Nachbarstadt von La Paz, El Alto gekommen. Auf einen Schlag hat das pure Chaos geherrscht. Menschen über Menschen, Busse über Busse. Wir haben uns durch das Gehupe gedrängt und sind irgendwie durchgekommen.
Karol meinte irgendwann, wir sollten die Augen schließen und erst wieder öffnen, wenn sie es sagt. Als sie es sagte, sind wir mit einem Wahnsinnsblick über La Paz belohnt worden. Wir haben einen kurzen Fotostopp gemacht, um das Panorama einfangen zu können. Anschließend sind wir durch enge Gassen in unser recht cooles Hotel gefahren, haben noch eine Kleinigkeit gegessen – und ab in die Heia, wir sind Machu Platschu!
