2013 Südamerika · Argentinien · Bolivien

Von Tupiza nach Salta in Argentinien

Was ein Abenteuer! Gestern Abend hatten wir den Streik hier in Tupiza noch gar nicht so in seiner ganzen Auswirkung wahrgenommen – außer, dass wir einen Umweg fahren und unsere Koffer ein Stück zum Hotel ziehen mussten, da wir mit den Jeeps nicht hinkamen. Heute Nacht war unsere Straße auch nicht mehr gesperrt und wir haben uns schon gefreut, allerdings wurden die Sperren durch querstehende Taxen um 6 Uhr wieder errichtet. Karol sagte uns beim Frühstück, dass wir mit den Koffern zu Fuß außerhalb der Stadt laufen müssten und dass dort unser Minibus warten würde. Also sind wir losmarschiert. Eine Brücke, die von einer geteerten Straße in den Ort führt, war komplett gesperrt, ebenso die Hauptstraße am Ort vorbei. Hier waren auch lauter Taxifahrer versammelt und wir haben den Grund für den Streik rausbekommen. Die Minibusfahrer haben wohl solch niedrige Preise, dass die Leute nicht mehr mit dem Taxi fahren. Dagegen wollen die Taxifahrer vorgehen. Wie, das haben wir eine Minute später eindrucksvoll gezeigt bekommen. Von weiter her kam ein Minibus angefahren und hat Einheimische abgesetzt. In dem Moment sind zwei Taxen mit jeweils 8 Taxifahrern (sie saßen auch im offenen Kofferraum) los zu dem Minibus und haben ihm einen Reifen zerstochen. Das gleiche geschah eine Minute später nochmal. Karol meinte, sie hätten auch schon versucht, unseren Bus zu zerstören, daher müssten wir noch weiter laufen. Der Busfahrer habe ihn im Dickicht versteckt und käme erst auf Anruf raus, so dass wir schnell einsteigen und wegfahren müssten. Unser Adrenalin war entsprechend hoch, es hat aber Gott sei Dank geklappt. Das Highlight war noch, dass unser Busfahrer dem Syndikat der Busfahrer angehört und eigentlich gegen die Streikenden  vorgegangen wäre – er hatte aber heute frei! Nachdem wir endlich freie Fahrt hatten, ging die eigentliche Folter des Tages los. Der Fahrer hatte total ätzende Musik in dem Minibus und sobald er schneller als 35 km/h gefahren ist, hat es ganz unerträglich gepiept. Er hat uns erklärt, dass er sonst nur in Tupiza fährt und dort eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 35 km/h herrscht…

Irgendwann sind wir an der Bolivianisch-Argentinischen Grenze angekommen. Hier war ein Waren- und Menschengewimmel ohne Ende. Karol hat uns erklärt, dass die Peruaner aus Bolivien Ware schmuggeln und die Bolivianer aus Argentinien, da es dort wiederum günstiger ist. Wir haben uns unsere Stempel wieder geholt, mussten teilweise kurz unsere Koffer öffnen und waren in Argentinien. Dort hat uns ein ziemlich neuer Bus empfangen, der sogar klimatisiert war und wir dachten, wir hätten das Chaos für den Tag geschafft. Karol hat zum Mittag in einem kleinen Örtchen Empanadas bestellt und die haben wir im Bus gegessen – sehr lecker!

P1100244_1280

Kurz nach dem Ort kam die nächste Straßensperrung und der nächste Streik. In Argentinien sind am Wochenende Wahlen und ein Dorf hat mit dem Streik durchsetzen wollen, dass sie Strom und fließendes Wasser bekommen – unglaublich in der heutigen Zeit. Gott sei Dank haben sie alle 30 Minuten die Straßensperrung aufgehoben, so dass wir doch weiter gekommen sind. Ja und dann waren wir plötzlich auf einer Autobahn und haben eine Stunde später an einer Raststätte Halt gemacht – back in der Zivilisation. So etwas haben wir seit Lima nicht mehr gesehen.

P1100236_1280

Nachdem wir in Salta, unserem heutigen Ziel angekommen sind, kam das nächste Chaos, denn die Buchung für uns alle lag erst für den nächsten Tag und nicht für heute vor. Sie hatten für heute nur 3 freie Zimmer. Andi und ich hatten Glück. Wir haben eins der Zimmer bekommen und brauchen so nicht nochmal innerhalb des Ortes umziehen. Als Wiedergutmachung wurden wir alle von Viventura zum Essen eingeladen und haben ein sehr leckeres argentinisches Steak gegessen. Nach so viel Aufregung sind wir nur noch ins Bett gefallen!