2013 Südamerika · Brasilien

Rio de Janeiro

P1100963_1280Nach dem Frühstück habe wir heute unseren nächsten Reiseleiter (Mike) bekommen. Er ist um halb acht Uhr morgens mit uns zur Jesus-Statue hochgefahren. Da wir mit einem Bus gefahren und die offizielle Bahn erst um halb neun angekommen ist, waren wir da oben unglaublicher Weise fast alleine! Wir haben ein paar Gruppenbilder gemacht, was kurz danach so ungestört nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Statue ist 38 m hoch und die Arme haben eine Spannweite von 28 m, echt beeindruckend. Sehr schön ist auch der Blick, da man auf 700 m Höhe ist. Für uns Höhenerfahrene natürlich nichts besonderes, aber für einen schönen Blick auf jeden Fall toll. Als die Massen den Berg gestürmt haben, waren wir schon wieder auf dem Weg nach unten.

P1100939_1280Quer durch die Stadt ging es zum berühmten Fußballstadion, wo im nächsten Jahr das Endspiel der Fußball-WM stattfinden wird. Leider kann man es nur schwer besichtigen, daher haben wir uns mit ein paar Bildern von außen begnügt. Unser nächster Anlaufpunkt war das Sambadrom vom Rio, dem bekannten Stadion, wo zu Karneval die ganzen Wagen durchfahren und die 12 großen Sambaschulen im Wettbewerb miteinander tanzen.P1110014_B_1280 Pro Schule tanzen dann bis zu 5.000 Menschen und sie haben 1,5 Stunden Zeit für die Durchquerung.  So eine Karte für den Zuschauerrang kann leicht bis zu 500 Dollar kosten. Klü und ich haben uns kurzerhand ein Sambakostüm anziehen lassen und uns für die anderen eine Runde zum Clown gemacht. Es ist heftig, wie schwer die Kopfbedeckungen sind. Eine wahre Kunst, dass die beim Tanzen nicht runterfliegen.

Nach einer kurzen Fahrt durch die Altstadt kam der interessanteste Punkt, denn Mike hat sich mit einem Freund verabredet, der in einer Favela wohnt und der hat uns dort hindurch geführt und uns sehr viel auf Englisch dazu erzählt. Zwei Straßen hinter dem Strand ging zwischen zwei Häusern ein sehr schmaler Gang durch und man stand vor einer riesigen Treppe, die einen in eine ganz andere Welt geführt hat.P1110041_1280 Die Einheimischen sind die Treppe geradezu hochgerannt, während wir ganz schön geschnauft haben. Sie ist einer der Hauptzugänge in diese Favela. Früher standen oberhalb der Treppe die Wachposten der Drogenbosse, die so schon von Weitem die Polizei gesehen haben und den Rest durch Feuerwerk warnen konnte. Heute steht dort keiner mehr und es werden Touristen hindurch geführt.P1110042_1280 Durch die “Eintrittsgelder” der Touristen und ein paar Spenden wurde eine Schule gebaut, daher schienen wir auch willkommen zu sein. Vorher hatten wir wohl alle ein bisschen Schiss, was sich aber echt schnell gegeben hat. Die Häuser sind regelrecht in den Fels gebaut und überall sind Leute zu Fuß unterwegs. Jeder kennt jeden, wobei die Favela eine kleine mit 8.500 Einwohnern ist. Es gibt andere, in denen über 100.000 Leute leben. Was uns schnell auffiel ist, dass es relativ sauber ist. Das kommt daher, dass die Einwohner neuerdings für Strom zahlen müssen. Sie können sich aber ihre Kosten selber reduzieren, indem sie Flaschen, Papier usw. zu Sammelstellen bringen. Dies wird anscheinend auch gut genutzt. Der Staat baut mittlerweile auch richtige Betontreppen, Straßen für Notärzte oder Feuerwehr usw.P1100722_1280 Es gibt auch eine richtige Bar, in der wir sehr lecker zu Mittag gegessen haben. Der Besitzer war schon mehrfach unter den besten Favela-Bars und hat schon ein paar Preise abgesahnt und das zu Recht. Es haben sich auch Hostels mit mittlerweile 42 Betten angesiedelt. Was merkwürdig war, war die schwer bewaffnete Friedenspolizei, die für Recht und Ordnung sorgt. Unser Guide hat sie grundsätzlich als positiv dargestellt, da es jetzt keine Schießereien mehr gibt. Er meinte aber, er kenne die Polizisten aber nicht persönlich und traue ihnen daher auch nicht. Bei den Drogenbossen früher war es so, dass man die Familien kannte und sich daher sicher gefühlt hat. Es habe – wie alles – Vor- und Nachteile.

Nachdem unsere Favela-Tour beendet war, hat sich Andi ein paar Hawaiianer (Flip-Flops) gekauft. Wir sind anschließend direkt an die Copacabana, wo er sie gleich angezogen und gefühlte drei Minuten später einen davon in einer rieseigen Welle ans Meer verloren hat. Er war patschnass und ich hätte ausflippen können. Witziger Weise konnte das Meer wohl auch nichts damit anfangen und hat ihn ein paar Minuten später ca. 50 Meter von uns entfernt wieder ausgespuckt Smiley. Nach der Aktion sind wir an eine Strandbar und haben uns zwei Caipirinha gegönnt. Leider war es für hier relativ kalt (22 Grad). Da es aber in den letzten Wochen wohl noch schlechter war, müssen wir zufrieden sein. Morgen geht es leider schon wieder heim Trauriges Smiley.