Als wir die Ballonfahrt im Hotel gebucht haben, hat uns die Dame das Angebot gemacht, dass wir einen Preisnachlass von 119 $ auf die Buchung bekommen, wenn wir uns einen 90 minütigen Vortrag über das Thema time-sharing anhören. Die Anlage, in der wir wohnen, gehört einer solchen Gesellschaft. Da für Samstag eh Regenwetter vorhergesagt war und ich das eigentlich mal ganz interessant fand, haben wir für heute Vormittag um 9 Uhr einen Termin dafür bekommen. Ich hatte eine Präsentation erwartet und fand ziemlich krass, dass wir beiden einen persönlichen Berater bekommen haben, der uns erst kurz in einem Golfwagen über die Anlage gefahren hat und dann in einen großen Raum mit lauter kleinen Tischen und massenhaft Verkäufern und Klienten geführt hat. Eigentlich hätte ich gedacht, dass er gleich rafft, dass zwei Deutsche bei ihm heute nichts unterschreiben werden, da hatte ich mich aber geirrt, denn dann ging sein Programm los, das aufs tiefste emotional war. Er hat das Recht verkauft, in einer Anlage in den USA sich eine gewisse Zeit Urlaub im Jahr einzukaufen. Dabei hat er ziemlich auf die emotionale Tränendrüse gedrückt und einige familiäre Dinge erzählt, die man eigentlich nicht wirklich wissen wollte. Außerdem hat er als Witze gemacht, die wir nicht wirklich verstanden haben – lag vielleicht an der Sprache… Als er nach ca. 2 Stunden gemerkt hat, dass wir nicht anbeißen, ist er längere Zeit weggegangen und ist dann mit dem Juniorchef wiedergekommen, der uns dann wohl das unschlagbare Angebot schlechthin gemacht hat. Wir wollten aber nichts kaufen und dann wurde unser erster Berater etwas pissig. Er hat sich dann von uns verabschiedet und dann kam ein dritter Typ um die Ecke, der uns dann den Wisch unterschrieben hat, dass wir die 119 $ wieder bekommen. Zwischendurch hat ein Verkäufer eine Flasche Champagner geöffnet und alle anderen haben geklatscht – da war wohl jemand erfolgreich. Wir sind dann in eine untere Kasse gebeten worden, wo die Formalitäten erledigt wurden und wurden dann durch den Hinterausgang entlassen. Ich kam mir vor wie auf einer Kaffeefahrt, nur dass es hier nicht um Bettdecken, sondern um richtig viel Geld ging. Anscheinend ist dieses time-sharing in den USA wohl ein erfolgreiches Urlaubsmodell. Ob es wirklich Leute gibt, die einen solchen Vertrag nach 2 Stunden Gerede mit wildfremden Menschen unterschreiben?
Nach der Veranstaltung haben wir uns ins Auto gesetzt und sind Essen gegangen. Anschließend sind wir etwas durch Sedona gebummelt, allerdings gleichen sich die Geschäfte in dem touristischen Teil alle ziemlich und es war nichts für uns dabei. Außerdem ging der Regen los, der ja angekündigt war und so sind wir wieder in Richtung unserer Wohnung. Unterwegs haben wir noch an der Chapel of the Holy Cross halt gemacht, einer Kirche, die an den Berg gebaut ist und von wo man eine tolle Aussicht auf die Berge hat.
