Als wir heute morgen aufgewacht sind, habe ich mit mir gekämpft, was ich tun soll: Mit Andi das Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark besuchen (ein Highlight unserer Tour) oder weiter im Bett liegen bleiben und mich auskurieren. Da ich hier so schnell nicht wieder her komme, habe ich mich für Variante 1 entschieden. Wir haben etwas gefrühstückt und dann ging es ins 35 km entfernte Sesriem, dem Eingang in den Namib-Naukluft-Park. Das Sossusvlei ist eine von Sanddünen umschlossene Salztonpfanne (“Vlei”) in der Namibwüste, die nur selten Wasser führt. “Sossus” bedeutet “blinder Fluss” in der Sprache der Nama, da das Wasser hier versandet.
Nach dem Eingang in den Park muss man erst mal ellenlang fahren, bis man tiefer in die Dünenwelt eintaucht. Nach 45 km kommt die “Düne 45”, auf der erst mal alle hoch gelaufen sind. Wir haben dies sein gelassen und sind weiter gefahren. Am Rückweg haben wir festgestellt, dass es auch überhaupt keinen Sinn macht, diese Düne hoch zu laufen, denn das eigentliche Highlight kommt später und hier verschwendet man unnütz seine Kräfte. Nach 65 km kommt man nur noch mit einem Allradwagen weiter.
Da wir diesen ja nicht haben, sind wir auf Transporter umgestiegen, die uns durch Sandwege weiter ins Innere der Dünenwelt gebracht haben. Diese kosten pro Nase 110 N$ und somit mehr als der Eintritt in den Park 80 N$. Andi hatte vor, auf die größte Düne – dem Big Daddy – (ca. 350 m hoch) zu laufen. Das habe ich mir heute überhaupt nicht zugetraut und so bin ich gleich ins sogenannte Dead Vlie gelaufen, einer ausgetrockneten Salzpfanne, in der lauter abgestorbene Bäume stehen und die von roten Dünen umschlossen ist. Auf dem Kamm von Big Daddy wurde Andi ein immer kleinerer Punkt. Als er oben ankam, war die Aussicht wohl traumhaft.
Er hat für mich ganz viele Bilder gemacht und ist irgendwann die Düne runtergesurft. Runter ging’s definitiv schneller als hoch. Wir haben unten im Tal noch einige Zeit gewartet, dass die Schatten wieder länger wurden und Andi noch ein paar schöne Bilder machen konnte. Als ich vormittags in das Tal kam, waren ganz viele Menschen da und ich habe schon gedacht, dass ich den ersten überlaufenen Touri-Punkt von Namibia entdeckt habe. Nachmittags waren wir alleine in dem Talkessel und die anderen Touris haben sich wieder verzogen. Wir sind zurück in unsere traumhafte Lodge gefahren und haben den Abend ausklingen lassen.![]()
