2015 Afrika · Namibia

In den Etosha National Park

Heute Nacht habe ich mir bei der Hitze meine eigene Klimaanlage gebaut – einfach Schlafanzug vor dem ins Bett gehen eiskalt durchwaschen und nass anziehen. Hilft so gut, dass man sich nach 20 Minuten bei 30 Grad die Decke holt, weil einem vom Deckenventilator kalt ist Smiley. Wir haben gemütlich gefrühstückt und aus der Vingerklip Lodge ausgecheckt, was die dort erwartet haben, denn sie hatten unsere Rechnung schon fertig. Wir sind zurück auf unsere schöne Teerstraße gefahren und nach einigen km in Outjo angekommen, einer quirligen Kleinstadt, in der es alles gab, was wir brauchen – Benzin, Essen, Apotheke. War komisch nach Tagen mit ganz wenig Menschen um sich rum. Wir haben alles eingekauft und sind dann weiter gen Norden gefahren zu unserem Tagesziel – dem Etosha National Park. Wir sind gleich zu unserer Unterkunft gefahren, dem staatlichen Camp Okaukuejo, oberhalb des Anderson Gates, im mittleren Teil des Parks. Dort hatten wir für die nächste Nacht eine Übernachtung gebucht – dachten wir… Bei der Rezeption hat uns die Dame angeschaut und nett bemerkt, dass es ja schön sei, dass wir schon für morgen einchecken wollen, wo wir denn aber die nächste Nacht schlafen?! Uns ist das Herz in die Hose gerutscht. Wir haben gemeinsam die Reiseunterlagen geprüft und festgestellt, dass diese fehlerhaft sind und wir eigentlich eine weitere Übernachtung in der Vingerklip Lodge gehabt hätten. Wir haben überlegt, was wir tun – zurück fahren auf die Gefahr, dass die mit uns nichts mehr anfangen können!? Wir haben gefragt, ob denn hier heute Nacht noch ein Zimmer frei sei und nach einigem Gesuche ging es, so dass wir hier jetzt zwei Nächte verbringen werden. Wir mussten die Extranacht zwar noch zahlen, aber zurück fahren wäre echt keine Option gewesen. P1130148Also haben wir das Zimmer bezogen (das kleiner als unser letztes  ist, aber Gott sei Dank eine Klimaanlage hat) und haben uns auf den Weg in den Park gemacht. Wir sind direkt an die Etosha-Pfanne, die eigentliche Salzpfanne, gefahren. Erinnert sehr an den Salar de Uyuni in Bolivien, nur dass man hier nicht aussteigen und lustige Bilder machen darf Trauriges Smiley, weil einen die Raubtiere sonst umbringen. Interessant ist,was hier für heftige Windhosen über das Land ziehen. Sie sind teilweise richtig weiß bzw. schwarz, je nachdem, wo sie die Erde aufgesammelt haben. Ein paar km weiter war ein Wasserloch, wo wir völlig begeistert waren. Dort waren Elefanten, Strauße, Oryxe, Springböcke usw. So viele Tiere auf einmal haben wir selten gesehen. Im Krüger NP in Südafrika haben wir zwar auch viele Tiere gesehen, aber nicht in solch einer Konzentration. P1130152In einem Minibus neben uns haben plötzlich alle ganz schnell die Fenster zu gemacht und ich habe den Bruchteil einer Sekunde gedacht, warum die das tun – bis wir es wussten. Wir hatten beide vorderen Fenster im Auto auf und durch unser Auto ist eine Windhose gezogen, die sämtliche Scheiße und alles was um das Wasserloch drum rum lag gleichmäßig in unserem Auto verteilt hat. Wir waren erst mal völlig sprachlos, von oben bis unten dreckig, bis wir überhaupt gerafft haben, was passiert ist. Die Autoreinigung hätten wir uns sparen können!!! Unsere Kameras, Rucksäcke, wir – alles war übersäht mit dem Dreck… Erst haben wir kurz gelacht – bis Andi verzweifelt angefangen hat, seine Kamera inkl. Objektive zu “entdrecken”. P1130166Wir haben beschlossen, die 5 km ins Camp zurück zu fahren, so dass wir aus der Dreckkiste erst mal aussteigen und uns sauber machen können. Nachdem wir das getan hatten und unser Auto wieder einigermaßen so war, dass es nicht mehr nach Scheiße und sonstigem gestunken hat, sind wir an das Wasserloch bei dem Camp hier gegangen und haben dort den Sonnenuntergang zusammen mit vier Giraffen  und einem Löwen geschaut. P1040229Nach dem Abendessen sind wir zufällig noch mal an dem Wasserloch vorbei gelaufen – und der Anblick war besser als Kino! Zehn Giraffen standen dort und haben getrunken und haben sich dann nach und nach verabschiedet. In dem Moment ist eine Horde von zehn Elefanten um die Ecke gekommen. Traumhaft. Im Hintergrund gab es noch lauter Blitze und Wetterleuchten, kitschiger hätte es nicht sein können! Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende!P1040411