Nach einer musikalisch ausgefüllten Nacht sind wir heute früh um 5.45 Uhr zu einer nahe gelegenen Pagode gelaufen und haben dort den Sonnenaufgang geschaut. Kurz vorher sind wieder die Ballone gestartet und vor der Sonne entlang geschwebt. Es war ein traumhaft schönes Bild.
Von hier oben konnte man auch super den Staub der Straßen sehen, den wir gestern aus dem Ballon noch als Nebel gedeutet haben… Wir sind zum frühstücken ins Hotel zurück gelaufen und kurz danach sehr dekadent die 500 Meter zur Pagode mit dem Bus gefahren. Gefühlt hat sich die Menschenmenge nochmal verdoppelt. Als wir angekommen sind, haben wir erfahren, warum wir den Bus genommen haben: damit wir unsere Schuhe im Bus deponieren können und sie später nicht weg sind! Wir haben den Bus kurzerhand in Schuhbus umgetauft und haben uns barfuß in das Getümmel der Pagode gestürzt. Vor der Pagode haben lange Schlangen von Mönchen gewartet und Marken erhalten.
In einem anderen Hof war eine riesige Art Bühne aufgebaut und das Volk hat Spenden in Form von Essen, Geld und allen möglichen Dingen abgegeben. Die Mönche sind nacheinander durch ein Tor gekommen, haben eine Tüte erhalten und diese nach und nach von Gläubigen mit ihren Spenden gefüllt bekommen.
Unser Ballonfahrer von gestern stand mit seinen Kollegen da und hat Geld verteilt.
Nachdem alle Mönche durch waren, waren noch massenhaft Gaben da, die dann noch verlost wurden. Die Mönche wurden anschließend samt Spenden auf ihre Lastwagen verteilt und sind in ihre Klöster zurück gefahren.
Als wir gegen 10 Uhr die Pagode verlassen haben, haben wir unseren Augen kaum getraut: vor der Pagode waren kaum noch Leute, geschweige denn ihre Zelte, in denen sie in den letzten Tagen gehaust haben. Anscheinend war für viele die Spendenübergabe das Ende des Festivals. Wir sind nach Neu-Bagan gefahren, um uns das Kunstwerk Lackverarbeitung anzuschauen und die Straße ist vor Verkehr fast erstickt. Es waren hunderte Mofas mit jungen Leuten und Lkws mit Menschen und eingekauft Ware unterwegs. Unser Guide hat erklärt, dass die Straßen von Bagan das ganze Jahr leer sind – außer an einem Tag: heute. Außerdem gibt es nur wenige Tage im Jahr, wo junge Leute einander treffen und kennen lernen dürfen und da steht das Festival weit oben. 
Danach haben wir in dem Restaurant von gestern zu mittag gegessen und sind anschließend kurz ins Hotel, um uns frisch zu machen. Auf dem Weg dorthin kam ein Lkw voll fröhlicher Menschen. Andi hat sie fotografiert und als sie abgestiegen sind, hat er ihnen die Bilder gezeigt. Sie haben sich totgelacht und gefreut. Die Freude der Menschen hier scheint noch richtig echt zu sein, was wir wirklich so nicht gewohnt sind.
Am Nachmittag haben wir uns ein paar Pagoden aus der Nähe angeschaut und sind dann zum Fluss gefahren, wo wir zum Sonnenuntergang eine tolle entspannte Bootsfahrt gemacht haben. Wir haben an einer Sandbank angelegt und ein paar lustige Sprungfotos gemacht. Am Ufer haben Kinder gewartet, die selbst gemalte Bilder verkaufen wollten und ständig gerufen haben „vielleicht später“. Manche konnten wirklich gut englisch und deutsch sprechen.
Nach einem leckeren Burger gab es an der Hotelbar noch einen Baileys, bevor wir voller toller Eindrücke ins Bett gefallen sind.





