Letzte Nacht habe ich geträumt, der Regen hat die komplette rote und gelbe Farbe von den Bäumen gewaschen und es ist nichts mehr da. Umso erleichterter war ich, dass heute morgen zusätzlich zu den bunten Farben auch noch der blaue Himmel und die Sonne zurück gekehrt sind.
Nachdem wir uns ja gestern richtig schön ausgeruht haben, wollte ich gerne auf dem See eine Kajaktour machen, Andi lieber auf den Mt Washington. Natürlich hat er mal wieder gewonnen, was sich aber auch echt gelohnt hat. Wir sind wieder gen Norden gefahren und heute war weit weniger los als am Sonntag. Durch den Regen war die Luft total klar und alles hat geleuchtet. Aber die Bäume haben schon auch deutlich mehr Laub verloren. Nächste Woche dürfte der Indian Summer hier ziemlich durch sein. In Conway haben wir eine weitere überdachte Brücke gefunden und Andi hat seine Drohne steigen lassen.
Weiter ging’s an die Talstation vom Mt Washington, wo wir vorgestern aufgrund des Sturms umkehren mussten. Heute durften aufgrund des Windes keine Motorräder hoch, Autos schon.
Der Preis mit 38 $ für Auto mit zwei Personen war schon echt happig. Wir haben eine große papierhafte Einweisung erhalten mit dem Hinweis, wir mögen bitte erstmal rechts parken und sie lesen. Wir haben echt gedacht: typisch USA. Man kann es treiben und übertreiben. Wir haben kurz gehalten, einen Blick drauf geworfen und los gings. Die ersten Meter war es eine Art Waldweg und wir dachten, was ein Schwachsinn mit den ganzen Bestimmungen. Irgendwann kamen wir an die Baumgrenze und der Teer hat sich in eine Gravel Road geändert. Die Straße wurde schmaler und wir haben angefangen zu merken, wie hoch wir eigentlich schon sind. Es war wieder stürmisch und die Wolken peitschten über die Berghänge. Irgendwann sind wir am Gipfel angekommen und haben einen Kälteschock bekommen. Während im Tal T- Shirt Wetter war, war es hier oben eisig. Einen Pulli und eine Jacke später sind wir ausgestiegen und haben angefangen, die wahnsinnige Aussicht zu genießen.
Die Bahn, die von einem anderen Ort aus hoch fährt war gerade da und wir konnten sehen, wie sie den Abhang wieder runter geschlichen ist. Der Mt Washington ist mit 1917 m die höchste Erhebung im Nordosten der USA und die jemals gemessene höchste Windgeschwindigkeit außerhalb von Tornados stammt von hier oben. Sie wurde 1934 mit 372 kmh gemessen. An über 100 Tagen im Jahr werden hier Geschwindigkeiten von über 120 kmh gemessen und das merkt man bei jedem Schritt, den man macht. Man hatte ständig das Gefühl weg zu fliegen und langsam konnten wir auch verstehen, warum vorgestern hier geschlossen war.
Wir mussten immer mal wieder in die Station gehen, um uns aufzuwärmen. Oft werden hier im Herbst schon Temperaturen von -40 Grad gemessen. Aufgrund der klaren Sicht konnten wir von hier oben sogar den 60 Meilen entfernten Atlantik sehen. Wir haben die restlichen Berge um uns um 1400 m überragt. Ich hätte nicht gedacht, dass uns ein Berg so beeindrucken kann und mittlerweile kamen uns die 38 $ als gut angelegt vor.
Wir sind den Berg langsam wieder runter gefahren und haben noch ein paar Bilder gemacht, die nicht nachbearbeitet sind!!! Kitsch pur😂. Vor dem Baum fand am Sonntag das Bollywood-Selfie-Festival statt😁.
Anschließend sind wir wieder in Richtung Center Harbor gefahren. Da heute nicht so viel los war, haben wir an verschiedenen Lookouts gehalten und noch kleinere Wanderungen zu Wasserfällen unternommen.
Pünktlich zum Sonnenuntergang waren wir wieder im Hotel. Und dort sind wir erstmal in den riesigen warmen und blubbernden Hot Tub gegangen und haben unsere müden Knochen wieder entspannt.


