Heute habe ich schon genau drei mal geheult und jeder wird den Kopf schütteln, über was….
Wir waren beide schon um 5 Uhr wach und wollten so gerne etwas tun, um aus der blöden Situation ohne Koffer raus zu kommen, ging um die Zeit aber nicht. Also sind wir um 8 Uhr zum Frühstück gegangen und danach in Richtung U-Bahn aufgebrochen. Die Anfrage nach dem Koffer war immer noch offen und Iberia konnte uns auch keine Auskunft geben. Also musste eine Lösung her.
Man konnte einen krassen Unterschied zwischen Sonntag und Montag merken, denn in die U-Bahn wurde man rein gedrückt und konnte einfach nicht umfallen, da es so eng war. Wir sind so weit gefahren wie gestern, denn neben der Mall ist der einzige DJI- Laden in ganz Chile und wir haben gehofft, dort ein Ladekabel für die Drohne zu kriegen – und wir hatten Glück (was die ersten Tränen der Erleichterung ausgelöst hat).

Mit der U-Bahn ging es zurück in die Stadt. Wir haben von der netten Frau von der Reiseagentur und einem Mitarbeiter in einem Geschäft gestern zwei Adressen bekommen, wo wir für die Kamera ein Aufladegerät bekommen könnten. Die erste Anschrift war leider nichts, die zweite haben wir erst gar nicht gefunden. Im Stadtkern in einem ganz alten Gebäude waren im Keller mehrere kleinere Fotogeschäfte. Bei den ersten beiden hatten wir kein Glück. In einem Laden, wo es von der Decke getropft hat und wo am Schreibtisch Kameras repariert wurden hat der Typ erst mit dem Kopf geschüttelt, dann hat er was in sein Handy getippt, sich seinen Pulli angezogen und ist mit dem Akku weggegangen. Wir standen da und haben nur Bahnhof verstanden. Als er fünf Minuten mit einem Ladegerät zurück kam habe ich das 2. Mal für heute vor Erleichterung geheult. Jeder der Andi kennt weiß, was das für ein Horror Urlaub geworden wäre, wenn er nur hätte gucken und nicht fotografieren können.
Als wir ins Hotel zurück gekommen sind stand schon unser Transport zum Flughafen und hat gewartet. Also haben wir schnell das restliche Gepäck geholt und sind zum Flughafen. Dort haben wir eingecheckt und uns dann auf den Weg gemacht, bei Iberia etwas zu erfahren. Glücklicherweise stand vor den Eingang der Typ, bei dem wir gestern die Suchanzeige gemacht haben und er hat angefangen zu forschen und das Ergebnis war, dass der Koffer eine Nacht in Madrid verbracht hat und direkt nach Puerto Montt durch geleitet wird und hoffentlich vor uns da ist: Sandras Tränen Nr. 3 für heute. Jetzt sitzen wir gerade am Flughafen und hoffen, dass es Abenteuer genug war für den Urlaub. Schneller konnten wir daheim und die Arbeit nicht vergessen….
Wir haben aber in der kurzen Zeit Chile und seine Einwohner schon lieb gewonnen. Jeder hat uns versucht, weiter zu helfen und das in allen möglichen Sprachen. Wir verstehen kaum spanisch, die meisten Chilenen können nur wenig englisch und trotzdem hat es funktioniert.
Der Flug nach Puerto Montt war sehr kurz und wir sind an einem kleinen süßen Flughafen gelandet und dort stand die schönste Überraschung des Tages: Andis Koffer. Er war aufgebrochen, aber da.
In der Ankunftshalle wurden wir schon erwartet von einem deutsch sprechenden Chilenen, der uns unseren nagelneuen Mietwagen übergeben hat. Wir sind noch kurz mit in die Zentrale gefahren, da in den Papieren, die wir für den Grenzübergang nach Argentinien brauchen ein Fehler war. Und dann ging es los: in unseren ersten und hoffentlich auch einzigen Stau auf unserer Tour. Die Gegend hier sieht sehr europäisch aus, nur dass im Hintergrund lauter schneebedekte Vulkane stehen, daher wird sie auch die chilenische Schweiz genannt.

Überall blühen die Butterblumen und der Ginster, denn hier ist gerade Frühling. Das schönste ist, dass abends um 20.30 Uhr erst die Sonne unter geht. Im Hotel angekommen haben wir erstmal Andis geknackten Koffer aufgemacht und er wurde gut durch gewühlt, aber es hat nichts gefehlt. Wir haben unsere Sachen gepackt und sind zu Fuß ein paar Meter zum Lago Llanquihue gelaufen, einem der größten Seen in Südamerika mit traumhaftem Blick auf die hinteren schneebedeckten Vulkane.

Wir haben tolle Aufnahmen gemacht und jetzt kommt erst so richtig das Urlaubsfeeling durch. In einem tollen Restaurant haben wir etwas gegessen und nach 2 Bieren aus der Region sind wir nach dem heftigen Tag heim getorkelt. Werden wir heute gut schlafen!!!

