Was ein Tag, der nicht in Worte zu fassen ist! Wir hatten heute morgen ein tolles Frühstück und sind anschließend los gefahren. Der erste Stop war kurz hinter den Cabanas, wo es eine Hängebrücke über den Fluss gab.

Kurz danach haben wir angehalten und eine kurze Tour durch den Regenwald zu 3000 Jahre alten Alerce- Bäumen gemacht. Im Wald hat es total nach Honig gerochen und die Bäume waren riesig.

Die anschließende Straße war ungeteert liess sich aber ganz gut fahren. Uns kamen wieder riesige LKWs entgegen, die zur Fähre gen Norden wollten.

Das nächste Ziel hieß Chaiten, ein Ort, der vor Jahren traurige Berühmtheit erlangt hat. In 2008 ist der Vulkan ausgebrochen und hat den Ort mit einer Schlammlawine überrollt. Dort, wo früher die Promenade am Meer entlang ging sind mehrere 100 Meter neues Land durch Geröll entstanden. Vom Aussichtspunkt Cerro la Gruta konnte man sich ein gutes Bild von den Dimensionen machen. Der Ort sollte eigentlich umgesiedelt werden, die Leute bauen aber nach und nach ihre Häuser wieder auf. Im Ort sieht man kaum noch was von dem Unglück.

Nach Chaiten ging es auf der Ruta 7 weiter nach El Amarillo in ein wunderschönes Tal entlang des Rio Amarillo mit Blick auf den Vulkan Michinmahuida.

Dort haben wir die Größe des Riesenrhabarbers wieder bewundert.

Weiter ging es über eine große Hängebrücke zum Lago Yelcho, wo Andi seine Drohne wieder in die Luft geschickt hat und gefilmt hat, wie ich mit dem Auto die Brücke überquere.

Unterwegs sind wir durch grandiose Landschaften gekommen, so viele Wasserfälle wie heute haben wir noch nie gesehen und die Natur hat uns überwältigt.

Ein paar km weiter vor Villa Santa Lucia haben wir aber auch die zerstörerische Gewalt der Natur erlebt. Wir sind Richtung Tal gefahren und nach einer Kurve war plötzlich die ganze Natur zerstört. Im Tal war der halbe Ort weg, man konnte noch die zerstörten Häuser sehen. Hintergrund ist, dass letztes Jahr kurz vor Weihnachten ein See durch den Abbruch eines Bergteils überlief und sich die Wassermassen mit Geröll ins Tal ergossen. Die Flutwelle war über 4m hoch und hat alles mit sich gerissen und ganze Familien unter sich begraben. Das hat uns sehr berührt.

Weiter ging es entlang der absolut faszinierenden Landschaft entlang des Rio Risopatron. Andi meinte irgendwann, ihm tut der Kopf weh wegen der vielen Eindrücke. Wir waren echt platt als wir in Puyuhuapi angekommen sind.
Wir übernachten in der Hosteria Alemania und die Besitzerin hat uns auf deutsch begrüßt. Der Ort wurde in 1935 von 4 Deutschen gegründet und sie ist die Tochter einer der Einwanderinnen damals. Sie hat uns erzählt, wie einsam das Leben hier im Winter ist und dass sie bis vor vier Jahren in Santiago gelebt und in einer Bank gearbeitet hat. Ihrer 80 jährigen Mutter zuliebe ist sie hierher zurück gekommen und hat die Hosteria übernommen.

Zum Abschluss waren wir noch im Restaurant El Muelle essen, Andi war vom Lachs begeistert und der Pisco Sour hat super geschmeckt😂.
