Heute morgen haben wir ein sehr nettes Schweizer Paar kennen gelernt und 3 Amerikaner, die auf dem Weg nach Santiago waren. Nachdem wir gestern gemerkt haben, dass Andis Kreditkarte wohl von den zwei hilfsbereiten Taxifahrern in Santiago gehackt wurde, ging es nach dem Frühstück erst einmal auf die hiesige Polizei Station. Die Besitzerin von der Hosteria hat dort angerufen und Darcy, die Amerikanerin ist mitgekommen, um von englisch auf spanisch zu übersetzen. Die beiden Polizisten wollten erst nicht wirklich helfen, hauptsächlich hatten sie das Problem, dass sie die Staatsangehörigkeit nicht von chilenisch auf deutsch ändern konnten im PC. Sie wollten uns zu einem Notar schicken, irgendwann haben wir aber unsere Anzeige verfasst, unterschrieben und gestempelt bekommen. Die Anzeige hatte die Nr. 32/2018. Anscheinend nicht viel los hier im Ort… Ich habe sie gleich nach Deutschland geschickt in der Hoffnung, dass wir die 1.300 Euro wieder erstattet bekommen. Andis Karte wurde gesperrt, jetzt müssen die anderen Karten reichen… An dieser Stelle herzlichen Dank an Lena😘 und hier noch unsere amerikanische gute Seele…

Nachdem wir uns von Darcy und der Besitzerin bedankt und verabschiedet haben ging es weiter auf der Carretera Austral. Auf dem Plan stand heute der Besuch inkl. 3 stündiger Wanderung zu dem hängenden Gletscher Ventisquero Colgante. Von der Schotterstrasse führte eine 2 km lange Schlaglochpiste zu einem Parkplatz, von wo aus man nach kurzem Weg einen tollen Blick hatte. Aus dem Gletscher stürzen mehrere Wasserfälle in die Tiefe. Echt schön und beeindruckend. Leider konnten wir die Wanderung nicht machen, da der Zugang zur Hängebrücke über die wir mussten, erneuert wurde. Aber so haben wir wieder etwas Zeit gespart.

Weiter ging es entlang eines Fjordes über eine Schotterpiste, die sich irgendwann über viele Serpentinen auf ca. 500 m Höhe geschraubt hat. Wir sind mitten in den Wolken gelandet in beeindruckender Vegetation. Tiefes Grün, abgestorbene Bäume, faszinierende Landschaft. Irgendwann sind wir beim Wasserfall El Condor gelandet, der beeindruckend in die Tiefe gestürzt ist. Auf dem Parkplatz stand ein Wohnmobil mit französischem Kennzeichen und wir fanden es beeindruckend, dass sie damit diese Strecke fahren.

Die Straße folgte dem Rio Cisnes bergab und wir konnten unseren Augen nicht trauen, als sich einige Meter tiefer eine atemberaubende Landschaft aus blühenden Lupinen, Ginster, grünen Weiden, dichten Wäldern, Kühen, Pferden und einem Alpaca aufgetan hat. So muss das Paradies aussehen!!!

Einige wunderschöne Kilometer weiter stand plötzlich das französische Wohnmobil, das wir vorher am Wasserfall gesehen hatten, am Straßenrand mit Warnblinklicht an. Wir haben sofort angehalten. Es stellte sich heraus, dass der hintere rechte Reifen geplatzt war und anscheinend die fordere Feder gebrochen war, evtl wegen der schlechten Strecke zuvor. Nach einigem hin und her hielten wir einen Chilenen an, der den Weg zur nächsten Werkstatt wusste und den Transport dorthin anbot. Beruhigt, dass eine Lösung gefunden wurde, setzten wir die Fahrt fort.

Einige Kilometer weiter kamen wir nach Coyhaique, der hier größten Stadt. Wir haben schon ca. 50 km vorher gemerkt, dass mehr Verkehr auf den Straßen war. Wir wohnen heute im Hotel Dreams, was einfach ein Träumchen ist.
Andi hat sich noch ein paar neue Wanderschuhe geholt, da die anderen brüchig und undicht geworden sind. Schade, denn sie haben ihn in den letzten Jahren durch die ganze Welt begleitet (er weint gerade😆).

Wir haben noch lecker zu Abend gegessen und haben zufällig ein Paar wiedergetroffen, mit denen wir gestern beim Frühstück zusammen saßen. Chile ist klein. Im Steakhouse nach einigem chilenischen Wein bekam die Redewendung „Ich chile“ eine ganz neue Bedeutung…🤣
