2018 Patagonien · Argentinien · Chile

Entlang des Lago General Carrera bis nach Argentinien

Heute geht unsere Tour entlang des Sees weiter. Mitten durch den See führt die gemeinsame Grenze mit Argentinien. Bis dort erwartet uns eine abenteuerliche Route. Unsere Richtung ist bei der Straße wohl von Vorteil, denn die Straße geht direkt am Steilufer des Sees entlang, ist in recht schlechtem Zustand und nicht in Richtung Abhang gesichert – so wurde uns mehrfach gesagt. Wir fahren aber rechts an der Bergseite, was wohl von Vorteil ist. In Chile können wir nicht weiter fahren, da wir im Süden nur noch sehr wenige Möglichkeiten haben, über die Berge auf die andere Seite zu kommen, wo wir hin wollen. Uns hat morgens wieder wolkiges und stürmisches Wetter empfangen mit einzelnen Lücken, durch die die Sonne geguckt hat. Wir haben uns aus unserer super Unterkunft verabschiedet, Andi hat unserem chilenischen Kampfhahn aus dem Nachbargarten noch einen letzten bösen Blick zugeworfen und los ging es. Leider hat es direkt nach dem Losfahren angefangen zu regnen, was sich in Chile auch nicht mehr geändert hat. Dafür war die Straße größtenteils besser als erwartet. Es waren zwar krasse schlechte Abschnitte dabei, aber teilweise auch richtig gute neue. Die Landschaft war toll, wir hatten aber wenig Lust, uns in den Regen zu stellen um Bilder zu machen.

Schneller als erwartet sind wir so in Chile Chico angekommen, wo wir unser restliches frisches Essen, was noch aus alten Brötchen und zerlaufenem Käse bestand, gegessen und vernichtet haben. Dieses darf nicht nach Argentinien eingeführt werden.

Dann ging es auf zur Grenze. Die Ausreise war sehr freundlich und entspannt. Es war aber super gut, dass wir neulich die Ausweisnummer von Andis Pass in den Überführungspapieren des Autos nochmal haben korrigieren lassen, denn die haben sie komplett geprüft. Nach der Ausreise sind wir ein paar Kilometer durch das Niemandsland gefahren und dann kam die Einreise nach Argentinien. Die war ganz anders als die letzte argentinische Grenze, die wir von Bolivien aus vor ein paar Jahren überquert haben. Damals war totaler Warenhandel und totales Chaos an der Grenze, hier war alles modern und leer. Wir haben unsere Einreisestempel bekommen und schon waren wir in Argentinien. Dort, wo die Länder ihre Grenze haben, hat wohl auch das Wetter seine Grenze gezogen. Der Regen hörte mit einem Schlag auf und wir waren mitten im Sommer. Im Hotel – das direkt am See liegt – angekommen, haben wir sofort unsere warmen Klamotten von uns geworfen und die T- Shirts raus geholt.

Der See heißt hier übrigens Lago Buenos Aires, obwohl es immer noch der selbe ist. Wenn man sich auf der Landkarte die beiden Länder anschaut, scheint hier auch tatsächlich die Wettergrenze zu sein. Während Chile ganz grün eingezeichnet ist, ist Argentinien ganz braun.

Was uns die ganzen letzten Tage fasziniert hat ist, wie viele Leute die Strecke mit dem Fahrrad bzw per Anhalter zurück legen. Gerade bei schönem Wetter kriegen die Radler den ganzen Tag so viel Staub durch die vorbei fahrenden Autos und den Sturm ab – aber die meisten lächeln, wenn wir sie überholen…

Den Nachmittag haben wir in Garten des Hotels verbracht. Gegen Abend sind wir noch mal in den Ort Los Antiguos gefahren um: na klar, ein argentinisches Steak zu essen! Es war super lecker und der Preis sehr krass. Für je 350 g Steak inkl. Beilagen und Getränke haben wir 25 Euro gezahlt. Das war billiger als in Chile 2 Pizzen inkl. Getränke…

Nachdem wir drei Geldautomaten ausprobiert haben, sind wir auch an etwas Bargeld gekommen. Mehr als 100 Euro konnten wir aber nicht abheben.

Sehr auffällig ist, dass hier sehr alte (kurz vor dem zusammen fallen) und aufgemotzte Autos rum fahren. In Chile hat man zu 95 % recht neue Allradautos gesehen, die Autos hier würden unsere heutige Strecke nicht überstehen. Der Vorteil ist aber, dass wir hier wieder geteerte Straßen haben.