2018 Patagonien · Argentinien

Durch die argentinische Pampa

Nachdem wir gestern die Carretera Austral nach ca. 1300 km verlassen haben, kommen wir heute in Argentinien auf die Ruta 40. Bevor wir Los Antiguos allerdings verlassen konnten, mussten wir durch eine Polizeikontrolle, wo von jedem Auto das Kennzeichen und vom Fahrer die Ausweisdaten mit Uhrzeit notiert wurden (warum auch immer). Im nächsten Ort, Perito Moreno haben wir getankt, da heute nur ca. alle 200 km eine Tankstelle kommt. Wir fahren heute eine lange Strecke durch die Pampa Argentiniens und ja, die Gegend heißt wirklich so und hier kommt die Bezeichnung her, die wir umgangssprachlich nutzen.

Weites windiges karges Land begleitet uns. So viel Wasser wie wir in den letzten Tagen gesehen haben, so trocken ist es hier.

Viele Alpacaherden säumen den Weg, laufen aber leider immer weg, wenn wir ihnen zu nah kommen. Viele Skelette säumen den Weg, denn auf der Flucht bleiben sie in Zäunen hängen und sterben.

Das Land hier ist komplett eingezäunt, d. h. es gehört jemandem. Alle viele Kilometer führen Tore auf weitere viele Kilometer Feldweg, die zu einzelnen Häusern führen. Man kann die Häuser aber nur erahnen, da dort Bäume stehen. Diese dienen als Schutz vor dem heftigen Sturm. Während Andi früh morgens noch mit der Drohne geflogen ist, brauchen wir mittlerweile beide Hände am Lenkrad, um das Auto einigermaßen auf der Straße halten zu können. So einen Sturm haben wir selten erlebt. Es ist kaum möglich aus eigener Kraft die Autotür von innen zu öffnen. Der Vorteil ist, dass die Straße meist in gutem Zustand ist, nur manchmal gibt es sind riesige Schlaglöcher.

Heute morgen sind mit uns zwei Motorradfahrer vom Hotel aus aufgebrochen. Wir haben sie unterwegs wieder getroffen und sie hatten echte Probleme, ihre Maschinen bei dem Seitenwind gerade zu halten.

Nach ca. 150 km kam die nächste Tankstelle und wir haben uns vorgenommen, bei jeder Gelegenheit zu tanken, aber es gab kein Benzin mehr. Sie haben uns einen 230 km entfernten Ort genannt, wo wir dann Benzin und einen Cappuccino bekommen haben. Dazu gab es Rührkuchen.

Auf dem Weg dorthin haben wir Flamingos, tausende Alpakas, Condore und ein Gürteltier gesehen. Letzteres ist eilig vor uns über die Straße gelaufen.

Die weite einsame Natur kann man auf Bildern überhaupt nicht einfangen. Es ist einfach alles viel zu weit. Irgendwann hat uns leider die geteerte Straße wegen einer 72 km langen Baustelle verlassen und wir waren wieder froh, einen Allradwagen zu haben.

Andere Touristen sind mit Autos in der Größe eines Polos gefahren und hatten mit der Straße und dem Sturm ordentlich zu kämpfen. In der Baustelle sind wir am Lago Cardiel vorbei gekommen, der in der Ferne kitschig türkis leuchtete.

Bis auf die letzten 100 Kilometer war das Wetter heute trocken, den Rest hat es geregnet. Kurz nachdem wir nach über 10 Stunden in El Chalten angekommen sind hat es aufgehört. Wir sind hier im Nationalpark Los Glaciares angekommen, in dem viele hohe Berge und Gletscher liegen, hier vor allem der berühmte Fitz Roy mit 3405m Höhe. Der Ort erinnert an einen Skiort in den Alpen, nur dass man hier mehr als hundert Kilometer vom nächsten Ort entfernt ist. Hier ist ein sehr internationales Publikum und man spricht Englisch.

Wir waren von der Fahrt ziemlich platt, hatten aber auch Hunger. Und so sind wir noch in ein tolles Restaurant (Brew House & Resto) eingekehrt und haben es uns gut gehen lassen. Wir sind hier drei Nächte hier, hoffen auf besseres Wetter und wollen die Gegend erkunden.