Heute morgen hat es beim Frühstück geregnet und alles war voller Wolken. Also haben wir uns Zeit gelassen und ein paar Mails und Nachrichten gelesen. Nach einiger Zeit wurde es heller, so dass wir unsere Sachen gepackt haben und los sind.

Unser erster Anlauf war wieder die Aussichtsplattform, denn man hat die Berge plötzlich traumhaft klar gesehen. Wir haben versucht, für unseren späteren Film eine Szene zu drehen und haben uns „Patagonien 2018“ aus der Seele geschrien – auf der Kamera ist aber nur Sturm zu hören, sonst nichts. Aber genau der ist total typisch für diesen Urlaub bisher. Ich habe das erste Mal einen Reisefön mit geschleppt. Den hätte ich mir sparen können – eine Minute Sturm sind effektiver!!!

Weiter ging es zum Viedma See, an dem entlang wir vorgestern hier her gefahren sind. Ich hatte mich in dem Mistwetter gewundert, was dort im See schwimmt und heute in der Sonne haben wir es gesehen: kleine Eisschollen, die von dem Gletscher abgebrochen sind und im Wasser herum treiben. Leider haben wir es nicht geschafft, näher an den See zu kommen, da alles eingezäunt war. Und da, wo man an den See kam, da waren keine Eisschollen. Daher haben wir nur Bilder von weit weg…

Also haben wir umgedreht und im Bergpanorama vor uns rechts einen Gletscher entdeckt, den wir bisher noch nicht gesehen hatten. Das hat unser Interesse geweckt und wir haben auf der Karte gesucht, wie wir dorthin kommen. Da sich das Wetter toll aufgeklart hat, haben wir beschlossen, noch wandern zu gehen, was für heute eigentlich sowieso auf dem Plan stand. Wir sind einen Teil der gestrigen Straße noch einmal gefahren, sind aber dann zum Hostel El Pilar abgebogen. Dort haben wir das Auto stehen lassen und sind entlang des Rio Blanco durch herrliche Wälder gewandert. Man hat sich auch gefühlt wie in einem Zauberwald bei „Herr der Ringe“.

Dichte Wälder, in denen alte, verknöcherte Bäume herum standen und lagen. Wir konnten uns gar nicht satt sehen und sind so ca. 5 km gelaufen, bevor wir am Mirador Glaciares Piedras Blancas angekommen sind. Wir konnten den Gletscher mit seiner Lagune bei schönstem Wetter und herrlichem Blick auf das Fitz Roy Massiv im Hintergrund bewundern. Der Sturm war immer noch heftig und wir konnten uns kaum gerade halten, aber trotzdem war es toll. Auf dem Rückweg haben wir uns Zeit gelassen und noch unzählige Bilder vom Wald gemacht.

Zurück in El Chalten sind wir in das Restaurant vom ersten Abend und haben unseren Hunger gestillt. Denn der war groß!
Es war ein richtig schöner Tag. Wenn man sich überlegt, dass wir noch gar nicht sooo lange unterwegs sind, die Heimat aber gedankliche Ewigkeiten weg ist, ist das schon krass. Hier sind einige zu Wohnmobilen umgebaute Lkws unterwegs mit europäischen Kennzeichen. Da kann man schon neidisch werden, wenn man so lange durch die Welt reisen kann – und wir haben es schon ganz schön gut, das alles hier sehen zu dürfen!!!
