2018 Patagonien · Argentinien

Glaciar Perito Moreno

Was ein beeindruckender und wunderschöner Tag. Heute morgen ging es ca. 75 km zum Gletscher Perito Moreno. Er ist einer der wenigen Gletscher weltweit, der noch wächst. Seine Abbruchkante wird bis zu 70 Meter hoch und er schiebt sich pro Stunde ca. 1 bis 2 cm Richtung Tal. Er ist der Grund, warum hier so viel los ist. Mit uns sind morgens ganz viele Busse in die Richtung gefahren. Ab El Calafate werden viele Touren angeboten und da die wenigsten wie wir ihr eigenes Auto dabei haben werden sie weit weniger Zeit hier verbringen können. Wir hatten den ganzen Tag zur Verfügung, aber keine Ahnung, was uns so richtig erwartet.

Die Größenangaben waren zwar ordentlich, was es aber bedeutet, wenn man davor steht, haben wir erst dort erfahren. Der Park kostet in diesem Teil hier pro Person 600 Pesos Eintritt, dafür hat man auch eine super Infrastruktur. Schon der erste Aussichtspunkt war beeindruckend. Der Gletscher war schon riesig, aber noch 7 km entfernt und die Boote auf dem See davor konnte man nur als kleine Punkte erkennen. Wir haben ein paar Kilometer weiter an dem unteren Parkplatz unser Auto stehen lassen, haben uns warme Klamotten angezogen, da wir nicht einschätzen konnten wie kalt der Wind wird und sind mit einem Shuttle Bus zu dem oberen Parkplatz gefahren.

Über ganz viele Stege aus Metall konnten wir auf diverse Aussichtsplattformen gehen. Wir waren absolut hin und weg von dem Bild, das sich uns geboten hat: riesige Eismassen haben sich vor uns aufgetürmt so weit das Auge gucken konnte.

Dort, wo das Eis gerissen ist hat es in der Ferne Schläge getan, die sich angehört haben wie laute Schüsse. Regelmäßig sind von der Wand Brocken bzw. ganze Wände abgebrochen, man wusste nur nie, wann wo als nächstes etwas abbricht. Condore haben sich vor dem Gletscher durch den Wind in die Höhe tragen lassen und so hatte man ständig etwas zum Gucken.

So haben wir mehrere Stunden damit zugebracht, von den verschiedenen Terrassen den Gletscher zu beobachten. Es war fast ein bisschen wie Tiere beobachten in Afrika…

Am Nachmittag hat man gemerkt, dass die Busse schon wieder weg sind und es wurde deutlich ruhiger. Da die Sonne aber anders stand, hat sich das Bild komplett verändert und der Gletscher hat an einigen Stellen total blau geleuchtet, was völlig faszinierend war.

Es ist nicht so, dass wir hier das erste Mal einen Gletscher bzw. das ewige Eis zu sehen bekommen, aber das Eis ist hier völlig weiß. Bisher waren die Oberflächen immer schwarz von dem ganzen Dreck in der Luft. Hier konnte man es ohne Sonnenbrille kaum aushalten, da alles so sauber war. Wir hatten wieder totales Glück mit dem Wetter, denn außer ein paar wenigen Regentropfen war es den ganzen Tag schön. Die Berge lagen zwar in den Wolken, aber bei uns hat die meiste Zeit die Sonne geschienen.

Total glücklich und geschafft sind wir nach 7 Stunden! abends die 75 km durch wunderschöne Landschaft in der Abendsonne zurück nach El Calafate, haben noch getankt, uns ein paar leckere Empanadas geholt und angefangen, unsere vollen Speicherkarten wieder etwas zu löschen.

Heute haben wir das erste Mal Schilder gesehen, die es verbieten, Drohne zu fliegen. Nur zu verständlich hier…