2018 Patagonien · Chile

Nationalpark Alberto de Agostini

Was ein tolles Erlebnis, diese Reise!!! Gestern Abend haben wir mit zwei Schweitzern und zwei Deutschen unseren festen Tisch im Restaurant bezogen und zu Abend gegessen. Neben dem Schiff sind Delphine her geschwommen. Das Restaurant ist ganz unten im Schiff und alle Passagiere passen rein. Daran erkennt man, dass man hier auf keinem Kreuzfahrtschiff ist, sondern auf einem Expeditionsschiff. Die beiden Australis Schiffe sind die einzigen, die diese Gegend in den Nationalparks befahren dürfen und ohne das Schiff kommt hier keiner her. Daher werden wir bei den Landgängen in den nächsten Tagen auch Boden betreten, der nicht so ausgelatscht ist wie in den anderen Parks.

Die Nacht auf dem Schiff war toll. Das Wasser war total ruhig und so lag das Schiff auch ruhig. Nur der Blick aus dem super großen Fenster hat einen gehindert einzuschlafen, da man ja etwas verpassen könnte. Als wir dann heute morgen aufgewacht sind, konnten wir uns von dem Blick wieder nicht trennen, zu allem Kitsch kam gleich noch ein Regenbogen dazu…

Nach einem leckeren Frühstück haben wir uns unsere wasserdichten Klamotten und die Schwimmwesten angezogen und haben uns in den 5. Stock des Schiffes begeben. Von hier aus ging es nach einer kurzen Einweisung in den unteren Teil des Schiffes, von wo aus wir auf Zodiacs gestiegen sind. Vorher mussten wir noch pro Person eine Marke an ein Brett hängen, die wir bei Rückkehr wieder abgenommen haben. So kann nachvollzogen werden wenn jemand noch fehlt.

Wir befinden uns in der Ainsworth Bucht, in die 1913 der Gletscher noch 15km weiter hinein ragte als heute.

Wir haben uns einer Exkursion angeschlossen, die einem nähere Informationen über die Natur hier bringt und sie war super. Der Guide konnte super deutsch und wusste, von was er redet. Er hat uns gezeigt, wie die Natur nach dem Rückzug des Eises zurück kommt. Zuerst entstehen Mose und Flechten, die nach dem Verrotten den Nährboden für andere Pflanzen bilden.

Diese wachsen anfangs nur in Kombination miteinander, bevor sie erst viele Jahre später in Konkurrenz treten. Je mehr man zu windgeschützten und schon länger eisfreien Bereichen gekommen ist, umso mehr Bewuchs war vorhanden.

Die Artenvielfalt war größer und die Pflanzen höher. In einem See hat man eine Art Steg gesehen und der Guide hat erklärt, dass hier früher ein Weg lang ging. Da die Bieber aber einen Staudamm gebaut haben, ist ein See entstanden und der Steg ist nicht mehr begehbar.

Mit den Zodiacs ging es zurück auf das Schiff und wir haben die Bucht verlassen. Gemütlich haben wir einen Kaffee getrunken und die Landschaft an uns vorbei ziehen sehen. Nach dem leckeren Mittagessen ging es auf zum nächsten Programmpunkt, auf den wir uns besonders gefreut haben: wir sind zu einer Pinguinkolonie gefahren.

Aktuell leben ca. 800 Tiere hier, es waren mal 4000. Wo die restlichen Tiere abgeblieben sind, weiß man nicht. Man vermutet aber, dass es ihnen hier zu warm geworden ist und sie daher in kühlere Gegenden umgezogen sind. Die Tiere haben ihre Färbung, damit sie von Feinden schlechter entdeckt werden können. Von oben sind sie schwarz auf dem Stein schlecht zu erkennen, von Feinden im Wasser von unten nicht, da sie weiß sind. Es waren ganz junge Pinguine da, die man anhand ihres Flaums erkannt hat. Die älteren Tiere waren kleiner als die jungen, da sie sie gefüttert haben und so Körperfülle verloren haben. Sie werden 20-30 Jahre alt und leben 6 Monate des Jahres hier. Wir haben eine Zeit lang die putzigen Tiere beobachtet.

Anschließend ging es weiter zu einem großen Felsen im Wasser, auf dem unzählige Kormorane in ihren Nestern saßen. Das lustige war, dass sie sich diese ständig geklaut haben. Wenn einer weggeflogen ist, um Futter zu besorgen sind die anderen hin und haben das Nest auseinander gepflückt. Wenn er zurück kam war sein Nest weg und seine Nachbarn haben eilig das Baumaterial verarbeitet. Wir haben uns vorgestellt wie es wäre, wenn wir heim kommen und unser Haus wäre bei den Nachbarn verbaut…🤔😂.

Auf dem Rückweg zum Schiff sind drei Delphine neben unserem Zodiac her geschwommen. Es hatte den Anschein, als hätten sie auf uns gewartet.

Zurück auf dem Schiff haben wir unsere wasserdichten Klamotten ausgezogen und es uns in der Skylounge gemütlich gemacht und den Tag gemütlich ausklingen lassen. Echt erholsam, nicht auf Schotterstrassen unterwegs zu sein.

Nach dem Abendessen haben wir mit den anderen noch einen netten Abend mit ein paar Cocktails verbracht.