2019/2020 Neuseeland

Gen Süden bis Hobbiton

Heute war Andis Geburtstag. Wir haben gemütlich gefrühstückt, er hat von zuhause diverse Anrufe bekommen und dann haben wir das Auto beladen. Unsere Vermieter haben gefragt, ob wir noch Lust auf einen Kaffee bei Ihnen hätten und na klar hatten wir die. Wir haben seit Tagen vor Neugier gebrannt, wie geil wohl die Etagen unter uns aussehen – und ich muss sagen, dass ich Pipi in die Augen gekommen habe, als ich in deren Reich gekommen bin. Das Haus könnte jeder Architekten Zeitung entsprungen sein!

Alles offen, mit Glas umkleidet und ein riesiger Balkon um das Haus herum. Man hat entweder Meer oder grüne Pflanzen um einen herum. Er hat erzählt, dass der Nachbar das Grundstück nebenan nie verkaufen wollte. Daher haben sie in 5 Jahren dort selber gebaut. Als sie fertig waren, wollte er es doch verkaufen – also haben sie es selber noch gekauft damit niemand nebenan wohnt… Angeblich wissen sie, wie glücklich sie sein können, dort zu wohnen. Wobei er als Rentner die ganze Woche alleine dort lebt und sie im 2 Stunden entfernten Hamilton arbeitet und abwechselnd immer eine Woche arbeitet und dann eine Woche frei hat. Wir haben uns eine halbe Stunde nett unterhalten, bevor wir dann doch aufgebrochen sind. Als erstes sind wir nach Opoutere abgebogen und haben an einem kleinen Parkplatz gehalten. Ein Fußweg ging ca. 1km durch tollen Pinienwald. Uns sind lauter Surfer mit ihren Brettern unter dem Arm entgegen gekommen. Als wir am Strand angekommen sind, haben wir überall schwarze Punkte im Wasser gesehen – Surfer, die auf die perfekte Welle gewartet haben.

Es waren lauter Jugendliche, die es schon echt drauf hatten. Ich habe die Tage schon festgestellt, dass Neuseeland das Paradies für Männer ist. Fast jeder fährt hier dicke, große Autos. Die meisten haben noch Schlepper mit Booten auf dem Grundstück stehen und dann ist noch das Meer da, wo man surfen kann. Alle laufen in lockeren Klamotten rum, vorzugsweise Flip Flops. Was will man mehr? Wir sind weiter gen Süden gefahren und haben uns in Whangamata das Gipsy Fair angeschaut, ein Treffen von alternativen Zigeunern, die von Stadt zu Stadt ziehen und eine Art Jahrmarkt abhalten.

Irgendwann haben wir auf der Strecke angehalten, um etwas Essen zu gehen. Anschliessend sind wir zum Tagesziel von heute aufgebrochen – Hobbiton. Wir haben die letzte Tour des Tages gebucht für 18.05 Uhr. Je näher wir gekommen sind, umso mehr hat die Landschaft schon ans Auenland erinnert: Hügel, einzelne große Bäume und viele Schafe. Dort angekommen, sind wir in einen Bus geladen worden und ins Auenland gebracht worden. Insgesamt stehen hier noch 39 Häuser aus „Herr der Ringe“ und 5 weitere sind für „Der Hobbit“ dazu gekommen.

Mit so vielen Häusern hatten wir gar nicht gerechnet und es war einfach traumhaft, durchs Auenland zu laufen, da, wo Gandalf, Bilbo und Frodo Beutlin gelebt haben.

Wir sind am Haus von Sam Gamdchie vorbei gekommen,

sind über die Steinbrücke gegangen

und Andi hat sich im „Grünen Drachen“ so besoffen, dass er am Tisch eingeschlafen ist.

Es ist unglaublich, wie detailreich alles angelegt ist. Es hängt Wäsche zum Trocknen rum, die Gärten werden bewirtschaftet und die Wirtschaft wird betrieben.

Ein toller Ausflug, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Leider konnten wir uns von der Gruppe nicht abseilen und mussten mit dem Bus wieder zurück fahren. Vom Parkplatz aus mussten wir noch eine Stunde nach Rotorua fahren, wo wir drei Nächte bleiben werden. Wir hatten wieder super Glück mit dem Wetter – blauer Himmel und 29 Grad. Wir können außerdem froh sein, dass wir auf der Nordinsel mit der Reise begonnen haben, die Südinsel bekommt wohl gerade die ganzen Aschewolken aus Australien ab, weil der Wind so ungünstig steht. Hier ist bisher nichts zu merken, nur die Sonne ist heute blutrot untergegangen. Bestimmt auch, wegen der Partikel in der Luft.