2019/2020 Neuseeland

Rotorua

Heute morgen wollten wir frühstücken gehen und unterwegs hat Andis Handy geklingelt – und dann war Weihnachten und Geburtstag und alles zusammen. Einige von euch hatten mitbekommen, dass ich vor der Reise etwas traurig war, da mein Traum, mit Delphinen zu schwimmen, geplatzt war. Wir hatten schlicht zu lange mit der Buchung gewartet und als ich buchen wollte, war alles voll… Ich habe dann frustriert eine „Guck-Tour“ gebucht, wo noch der Hinweis kam, dass man auf dem gleichen Boot wie die Schwimmer ist, aber nicht ins Wasser darf. Ich hätte wieder heulen können!!! Na ja, der Anruf eben hat uns mitgeteilt, dass doch zwei Plätze frei geworden sind und wir dabei sind. Ich habe prompt angefangen zu heulen vor Freude. Andi war die ganze Zeit davon überzeugt, dass es klappt – ich nicht.

Rotorua ist ein krasser Ort. Einerseits eine Stadt mit über 70.000 Einwohnern (gestern Abend sind wir durch pures Industriegebiet hier rein gefahren), auf der anderen Seite dampft es überall aus den Kanalabflüssen an den Strassenrändern und es gibt echt total viele schöne Ecken. Die Stadt ist komplett auf blubbernde Erde gebaut – komisches Gefühl. Zwei Meter neben einem dampfenden Blubberloch steht ein Kinderroller und eine Mülltonne neben einem Hauseingang.

Total unrealistisch. Zuerst haben wir uns den Kuirau Park angeschaut, ein toller Park mitten in der Stadt, wo es einige Becken sowohl mit blubberndem Schlamm

als auch mit total klarem Wasser gibt.

Überall steigen die Rauchwolken auf und es stinkt nach faulen Eiern. Wir sind zu Fuß durch den alten Ortsteil Ohinemutu gelaufen und haben uns die alten Maori-Gebäude angeschaut.

Tatsächlich war auch gerade eine Beerdigung. Auch hier sind alle Trauernden schwarz gekleidet, ähnlich wie bei uns. Man muss überall aufpassen, wo man hin tritt. Gefühlt haben unsere Füße von unten gekocht, da der Boden total heiß war. Beeindruckend sind die ganzen Schnitzereien der Maori, die aber nicht an die nepalesischen ran kommen.

Weiter ging’s zu den Government Gardens, einer tollen Parkanlage, wo alles geblüht hat.

Hier gibt es verschiedene Cricketfelder mit sehr gepflegtem Rasen. Am Ende des Parks steht das beeindruckende Badehaus, das nach 1900 erbaut wurde und den Lebensstil von damals sehr gut vermittelt.

Als nächstes kommt man am Polynesian Spa vorbei, ein Bad mit verschiedenen heißen Becken, in das ich auch gerne einmal möchte. Heute konnte ich Andi noch nicht davon überzeugen…

Hinter dem Spa geht ein Fußweg an der Sulfur Bay entlang, wo man traumhafte Ausblicke hat und an einem Parkplatz landet, an dem es nicht weiter geht. Hier leben schwarze Schwäne mit roten Schnäbeln. Es waren ganz viele Kleine dabei.

Nachdem es doch schon wieder viel wärmer als gemeldet war (gemeldet 22 Grad, tatsächlich 29 Grad), sind wir zum Redwood Wald gefahren. Hier wurden vor vielen Jahren die Bäume angepflanzt, da die Bäume schön gerade wachsen und man das Holz verwenden wollte. Was man nicht bedacht hat war, dass die Bäume schon ganz unten Äste bekommen und daher nicht so makelloses Holz liefern wie erwartet.

Geblieben ist ein toller Wald, in dem es so angenehm war. Wir sind eine Runde gewandert (unsere Füsse waren irgendwann tot von den vielen Kilometern)

und sind nachmittags total platt wieder am Auto gewesen. Da der Hunger sich gemeldet hat, haben wir ein Restaurant in der Umgebung gesucht und ein Smokehouse gefunden. Ich hatte etwas Angst, dass dort geraucht wird. Tatsächlich gab es gesmoktes Fleisch, was sehr lecker war!!! Völlig platt von den vielen Erlebnissen waren wir um 19 Uhr wieder in unserer Unterkunft und haben von den Hauptattraktionen hier noch nicht viel gesehen…. Die Unterkunft hier ist recht interessant. Wir haben zwar ein eigenes Bad, müssen dafür aber über einen Flur, wo der Gemeinschaftsraum inkl. Küche ist. In unserem Bad befindet sich über dem Klo ein Fenster. Tageslicht kann man dahinter aber nicht erkennen. Da es die ganze Zeit gekippt ist, habe ich mal durch den Spalt gelugt – und habe die Frau vom Empfang direkt dahinter an ihrem Schreibtisch sitzen sehen😬. Schon irgendwie crazy, oder?