2019/2020 Neuseeland

Entlang der Küste nach Franz Joseph

Heute früh haben wir auf der Terrasse mit Blick auf den Golfplatz Pancakes gefrühstückt, denn heute stand der Besuch der Pancake Rocks auf dem Plan. Golf gespielt hat hier seit gestern niemand. Dafür hatten wir eine super Wohnung mit schönem Blick.

Wir sind entlang der Küste gen Süden gefahren. Stahlblauer Himmel und Windstille haben uns begleitet. Hinter Charleston sind die Berge immer näher ans Meer gerückt und eine traumhaft schöne Küstenstraße hat uns empfangen. Links absolut dichter Wald mit grünem Farn und den rot blühenden Weihnachtsbäumen, rechts das von gestern noch aufgewühlte tosende Meer.

Wir haben gefühlt in jeder Parkbucht gehalten und unsere Speicherkarten sind voll geworden. Ich kann echt nur jedem empfehlen, zu dieser Jahreszeit nach Neuseeland zu fahren. Schönes Wetter und Blüten in allen Farben, wohin man schaut. Andi hat es gejuckt und wollte unbedingt die Drohne über dem Meer in die Luft schicken. Er ist an der Küste entlang geflogen und plötzlich haben wir beide Puls bekommen. Zwei große schwarze Vögel haben die Drohne attackiert. Andi hat versucht, wie ein Hase auf dem Feld zu entkommen, indem er auf den Sportmodus umgeschaltet hat und hoch und runter, links und rechts geflogen ist. Die Vögel haben nicht aufgegeben und ich habe bereits gesehen, wie 1000 Euro ins Meer stürzen. Gott sei Dank hat er sie irgendwie wieder auf die Erde zurück bekommen und wir haben beide vor Aufregung total gezittert. Die Aufnahmen sind genial geworden und wir werden uns ewig dran erinnern. Vor allem das Ausweichmanöver ist zum Schreien, das hat er komplett mitgefilmt. Irgendwann sind wir bei den Pancake-Rocks angekommen (nein, den Namen haben wir uns wegen unserer Vorliebe für Pancakes nicht ausgedacht, die heißen wirklich so!). Wieder mal muss man keinen Eintritt für den Besuch zahlen und ein toll angelegter Park empfängt einen. Schön angelegte Wege führen einen zu den Felsformationen die aussehen, als wären ganz viele Pancakes übereinander gestapelt.

Das Meer haut tosend seine Wellen an die Küste und die Gischt spritzt an den Wänden hoch. Aus Löchern in den Wänden kommt die Brandung senkrecht in die Luft geschossen, ein tolles Schauspiel.

Man geht mehrere hundert Meter die Küste entlang mit immer neuen Perspektiven und der Besuch lohnt sich definitiv!

Bis Greymouth schlängelt sich die Straße weiter die Küste entlang mit immer neuen Blicken und Perspektiven. Greymouth liegt in einem Flußdelta und hinter dem Städtchen öffnet sich die Landschaft. Wir sind wieder schneller voran gekommen und haben etwas Strecke gemacht. An einem See haben wir eine Mittagspause eingelegt und unsere Brote gegessen.

Links von uns sind die ersten schneebedeckten Berge aufgetaucht und der Schnee hat in der Sonne weiß geleuchtet.

Von aschebedeckten Gletschern von den Bränden aus Australien, wie es teilweise gemeldet wurde, keine Spur. Allerdings mussten wir durch ein paar Baustellen, da hier starke Regenfälle Teile der Straße einfach weggespült hatten. Ganze Abhänge müssen Ende März hier herunter gekommen sein und haben wohl für einige Sperrungen gesorgt. Gegen 17.30 Uhr haben wir den Ort Franz-Josef erreicht, haben unsere Sachen ins Hotel gebracht und sind gleich wieder ins Auto gesprungen, weil wir uns den gleichnamigen Gletscher noch anschauen wollten. Es ging über eine der unzähligen One Land Bridges über den Fluss und dann fuhren wir 4 km ins Tal. Von da aus sind wir noch 40 Minuten in Richtung Gletscher durch das breite Flussdelta gewandert.

Wir hatten Glück, dass der Gletscher noch von der Sonne angestrahlt wurde, obwohl das restliche Tal schon im Schatten lag. Um 20 Uhr waren wir zurück im Ort und hatten Hunger ohne Ende. In einem coolen Restaurant haben wir in der Abendsonne noch etwas leckeres gegessen und waren dann echt platt!