Als wir heute morgen an unser Auto kamen, haben wir unseren Augen nicht getraut. Als einziges Auto auf dem Parkplatz war es komplett voll geschissen. Das kann nur gestern auf dem Parkplatz vom Gletscher passiert sein und es ist uns vor lauter Hunger nicht aufgefallen, als wir zum Auto zurück kamen. Der Besitzer vom Hotel hat sich weg geschmissen vor Lachen, seinen langen Schlauch gezückt und unser Auto abgespritzt. Total nett! Unsere Autos haben auch sehr coole Nummernschilder. Das erste hatte LUK (wir haben Luck draus gemacht) und jetzt haben wir LKY (für Lucky). An der Tanke haben wir die Scheiben nochmal richtig sauber gemacht, denn alles war voll. Auf dem Parkplatz war gestern ein Papagei, der als hin und hergelaufen ist. Der hat bestimmt, sobald wir weg waren, seine Kumpels gerufen und dann gib ihm… Eigentlich wollten wir heute morgen den Fox-Gletscher und den Lake Matheson besuchen und erwandern, aber eine dicke Wolkendecke hat es verhindert. Da wir in Patagonien Gletscher ohne Ende gesehen haben, haben wir beschlossen, weiterzufahren. Weiter südlich war blauer Himmel gemeldet und das hat die Entscheidung leicht gemacht. An verschiedenen Aussichtspunkten hatte man wieder tolle Blicke auf die Küste.

Andi hat in einem weiten Flussbett die Drohne in die Luft geschickt und kein Vogel war in der Nähe. Gott sei Dank.

Auf der Strecke heute waren immer wieder Erdrutsche zu beobachten. Ich habe irgendwo gelesen, dass in der Gegend von gestern im Jahr bis zu 10.000 mm Regen fallen, in Hamburg zum Vergleich wohl ca. 750 mm. Kein Wunder, dass dann auch mal so ein Hang abrutscht. Wir haben uns anfangs auch über die ganzen einspurigen Brücken hier lustig gemacht. Wenn man aber bedenkt, wie viele Brücken es hier gibt, machen sie Sinn. Vor allem bei dem wenigen Verkehr. Es kommt sehr selten vor, dass man mal warten und dem Gegenverkehr Vorfahrt geben muss. Manche Brücken sind so lang, dass sie mehrere Ausweichbuchten für den Gegenverkehr haben. Die Strecke hat sich hinter Haast in Richtung Haast Pass immer mehr in ein Tal gedrängt und von der Straße aus konnte man mehrere Wasserfälle bewundern.

Kurze Wege haben dorthin geführt.

Zu den Blue Pools sind wir ein paar Minuten gelaufen, was sich auch echt gelohnt hat.

Ein eigentlich flaches Flussbett hat tiefe Pools und ein paar Verrückte/Mutige sind von einer Hängebrücke in die Pools gesprungen. Das Wasser war eisig, uns sind die Füße fast eingefroren.

Die Straße hat einige Kilometer weiter den wunderschönen Lake Wanaka erreicht und man ist ihm am Ufer mit tollen Blicken gefolgt.

Dann hat die Straße eine Kurve zwischen zwei Bergen durch gemacht und weiter ging es einige Kilometer entlang des ebenso schönen Lake Hawea.

Auch diesem sind wir einige Kilometer gefolgt, bevor wir den Ort Wanaka erreicht haben.

Hier war Sommer pur. Die Leute lagen am Strand, sind geschwommen und Boot gefahren.

Wir hatten noch ca. 75 km zu unserem heutigen Ziel: Queenstown. Der kürzeren Strecke wegen sind wir nicht mehr der SH6 gefolgt, sondern der Cardrona Valley Road. Und das war die beste Entscheidung überhaupt! Man fährt durch ein Tal, die Berge rücken immer enger zusammen und neben der Straße ist ein kleiner Bach. Ich hatte gestern schon geschrieben, wie toll hier alles blüht, aber hier kam der Hammer! Millionen von Lupinen, in gelb, rosa, blau und weiß, gelber Ginster und pinke Fingerhüte.

Ich konnte mich nicht satt sehen. Bei erster Gelegenheit haben wir gehalten und die Drohne in die Luft geschickt, um aus der Luft dem Bachlauf zu folgen. Ein Traum! Als wir uns wieder lösen konnten, hat die Straße sich geöffnet und wir waren oberhalb von Queenstown in den Bergen. Unten konnte man die Stadt und den Lake Wakatipu liegen sehen, rings herum die tollen Berge.

Über viele Serpentinen haben wir uns den Berg hinab geschraubt und haben Queenstown erreicht. Die Stadt (obwohl wir noch gar nicht richtig drin waren) gefällt uns jetzt schon richtig richtig gut. Die Lage ist toll, es gibt komplette Infrastruktur und das Freizeitangebot ist der Hammer. Am Ortseingang oberhalb des Sees liegt unser Hotel und das haben wir erstmal bezogen. Vom Zimmer aus guckt man auf den See – herrlich. Wir haben die Tür zur Terrasse geöffnet und zwei Minuten später hat eine Ente vorbei geschaut und uns besucht.

Hier herrschen absolut sommerliche Temperaturen bei blauem Himmel. Es war echt gut, dass wir heute morgen so zügig weiter gefahren sind!
