Nach einer ruhigen Nacht in unserem neuen Hotel sind wir um 7.30 Uhr abgeholt worden. Wir wollen heute nach Pokhara, das etwas über 200 km entfernt liegt. Mit Pause sind für die Strecke ca. 8 Stunden eingeplant, was einen Hinweis auf die Straße gibt… Das gestrige Gewitter ist abgezogen und wir sind gespannt, ob mit ihm der Dunst abgezogen ist und wir eine etwas bessere Sicht auf die Berge haben. Ist hier in dem Häusermeer schwer zu beurteilen.

Wir haben uns wieder auf die verstopften Straßen von Kathmandu begeben und haben uns durch den unglaublichen Verkehr gequält. Es gibt eine Straße, über die der gesamte Verkehr von Indien hierher kommt und sie ist verstopft mit unzähligen LKWs, die aber wunderschön aussehen, da jeder individuell gestaltet ist.

Man kriegt kaum Luft, da sie Dreck ausstoßen ohne Ende, aber direkt neben der Straße werden trotzdem die Tiere geschlachtet und verkauft und Obst und Gemüse angeboten.

Irgendwann nach einem Pass verlässt man das Kathmandu Tal und die Straße nach Indien biegt nach links ab. Wir sind rechts weitergefahren und der Verkehr hat etwas nachgelassen. Ca. 2 Stunden ging die Strecke bergab entlang eines Flusses, der in regelmäßigen Abständen von Hängebrücken überzogen war. Die Orte wurden kleiner, das Tal immer enger. Wir haben an einer Brücke gehalten und konnten zusehen, wie die Bauern zu Fuß ihre Gurkenernte auf die andere Seite transportiert haben. Dort hat ein LKW gewartet und die Ernte verladen, um sie nach Kathmandu zu bringen. Für Autos haben wir auf der Strecke keine Brücke über den Fluss gesehen.

Mittags haben wir in einem Restaurant am Fluss gehalten. In einem tollen Garten standen Tische unter riesigen Obstbäumen und wir haben eine kurze Pause gemacht. Man hatte einen schönen Blick auf die unter uns liegenden Flüsse.

Die Landschaft hat sich nach und nach verändert, es wurde immer grüner und man hat immer mehr Bauern auf ihren Feldern gesehen.

An einer Stelle haben wir gehalten, da hier 4 Männer mit ihrem Wasserbüffeln ein Feld für die Reissaat vorbereitet haben. Es war eine Schlammschlacht ohne Ende, die Büffel wurden mit richtig Tempo über das Feld gejagt.

Auf einem fertig vorbereiteten Feld haben die Frauen die Setzlinge ins Wasser gesteckt. Man kriegt hier richtig Respekt vor der Arbeit, denn es gibt hier keine Maschinen, alles wird durch die reine Muskelkraft angebaut. Die Vielfalt des Anbaus ist auch faszinierend; neben allen möglichen Früchten, Salat und Gemüse werden auch Reis, Weizen und Kartoffeln angebaut. Dabei kann teilweise 3x jährlich geerntet werden. Das Klima ist optimal und der Boden sehr fruchtbar.
Die Straße wurde wieder voller und wir sind Pokhara, unserem heutigen Ziel immer näher gekommen. Über Feinstaub redet hier übrigens niemand…

Was uns an dem Ort gleich gefallen hat ist, dass er geteert ist und man hier nicht ständig den ganzen Staub abbekommt. Es hat angefangen zu regnen, was uns aber wieder die Hoffnung gibt, dass wir ab morgen die Berge sehen können, die sich ständig im Dunst verstecken. Bhola hat dem Fahrer in der Stadt gesagt, er soll vor einem Geschäft halten und hat uns angewiesen, mitzukommen. Er hat mit uns die wichtigsten Utensilien für den morgigen Tag gekauft: eine Spritzpistole und Farbe, denn morgen ist hier das jährliche Holi- Festival!!! Wir sind total gespannt, da wir nur die nachgemachten Feste aus Deutschland kennen. Neu für uns war schon, dass man die Farben nicht nur in die Luft wirft, sondern sie mit Wasser mischt und aufeinander schießt. Also musste noch ein Eimer her, damit wir die Mischung auch mixen können. Der Portier im Hotel hat etwas komisch geguckt, als wir kurze Zeit später mit Eimer und Pistolen eingecheckt haben😂. Wahrscheinlich kriegen wir morgen Hausverbot, wenn wir knallebunt hier wieder ankommen😆….

Wir sind Richtung Ufer gelaufen und haben uns in eine der unzähligen Restaurants gesetzt und gemütlich etwas gegessen und getrunken.

Relativ früh sind wir ins Bett gefallen, da wir morgen früh um 5.15 Uhr abgeholt werden, um den Sonnenaufgang zu sehen…..
