2019 Nepal

Patan

Nach einer krassen Nacht auf Matratzen auf dem harten Boden in dem historischen Haus haben wir unsere müden Knochen beim Frühstück wieder erweckt. Bhola hat uns um 9.30 Uhr abgeholt und mit uns eine Stadtführung gemacht. Wir dachten, wir hätten gestern schon fast alles gesehen, das war aber ein absoluter Irrtum.

Wir sind durch irgendwelche Gassen gelaufen und standen plötzlich vor Tempeln, die wir hier überhaupt nicht vermutet hätten. Es war wunderschön, den Leuten zuzuschauen, wie sie ihre täglichen Zeremonien abhalten.

In einem Hinterhof standen wir vor dem goldenen Tempel, rings herum waren Gebetsmühlen, die die Leute gedreht haben – absolute Überforderung für die Augen!

Wir konnten uns echt nicht satt sehen. In einem großen Raum haben ein paar ältere Menschen aus Gebetsmantren gelesen, was sich total schön angehört hat.

Am Durbar Square sind wir in Hinterhöfe gegangen, wo einer prunkvoller als der andere war.

Das Land ist so reich an Schnitzereien und Kunst, das ist unglaublich! Vor allem, weil hier so viele Leute so arm sind.

Bhola hat uns auf der Reise sehr viele Informationen zum normalen Alltag gegeben, was echt interessant war, aber auch nachdenklich macht. In Nepal existiert auch das Kastensystem und eigentlich hat man nur eine Chance auf gute Bildung, wenn man aus der obersten Kaste stammt. Das Problem ist nur, dass man hier nichts verdient und alle zusehen, dass sie im Ausland ein besseres Leben führen können. Viele wollen nach Amerika, Australien oder Deutschland. Passenderweise war die Tage in unserer heimischen Zeitung ein Bericht über zwei Nepalesen, die bei einem Arzt bei uns zuhause ein Praktikum gemacht haben…

Bhola gehört der obersten Kaste an, hat aber als Reiseführer ca. 9 Wochen im Jahr Arbeit. In der restlichen Zeit war er schon öfters in Deutschland und Österreich und hat da gearbeitet, um Geld zu verdienen. Er kam vor vielen Jahren als einer von 11 Geschwistern nach Kathmandu und hat mit Nichts angefangen. Anfangs hat er 5 Euro im Monat verdient. Er war 38, als er es sich leisten konnte, zu heiraten und für sich und seine Frau zu sorgen.

Wir haben zusammen zu Mittag gegessen und haben uns dann voneinander verabschiedet. Er übernimmt morgen die nächste Gruppe und Dipendra, unser Fahrer, wird uns zum Flughafen bringen.

Die ersten Nächte hier in Kathmandu haben wir im Teil Thamel gewohnt und dort gab es total viele schöne Geschäfte. Auf der restlichen Reise sind wir diesbezüglich nicht mehr fündig geworden bzw. hatten in Pokhara keine Zeit zum Shoppen. Daher haben wir beschlossen, ein Taxi zu nehmen und nochmal nach Thamel zu fahren. Für 4 Euro wurden wir 30 Minuten durch die Stadt gefahren und haben festgestellt, wie viel sicherer wir uns in unserem Bus und mit Dipendra fühlen. In Thamel angekommen waren wir gleich im Shopping-Wahn. Wir haben in kürzester Zeit viele schöne Kleinigkeiten gekauft und sind zwei Stunden später mit einem netten Taxifahrer und viel Spaß während der Fahrt zurück nach Patan gekehrt. Kaum im Hotel angekommen, kam ein fettes Gewitter und wir haben es uns mal wieder mit Everest gemütlich gemacht. Vorher habe ich mir beim Duschen fast noch einen Splitter in den Finger gerammt, da die Decke so niedrig ist…