Als wir gestern mit dem Schiff abgelegt haben, hatten wir erstmal ein krasses Ereignis. Wir waren kaum auf dem offenen Meer, kam ein Hubschrauber hinter uns her geflogen und hat das Schiff in sehr geringem Abstand verfolgt. In der offenen Tür des Hubschrauber waren zwei Soldaten, die auf uns herunter geschaut haben. Sehr merkwürdige Situation. Wir haben überlegt, ob das vielleicht die Küstenwache war und mit einer Wärmebildkamera geschaut hat, ob jemand Fieber hat…

Kurz nach der Abfahrt wurde es stockdunkel und irgendwann auch frisch. Daher sind wir doch unter Deck gegangen. Hatten wir wegen Corona zwar eigentlich vermeiden wollen, aber hier waren nur ganz wenige Plätze belegt. Anscheinend sind hier sonst Busladungen mit Menschen unterwegs… Um 0.30 Uhr sind wir in Kristiansand angekommen. Wir wollten zu einem Parkplatz fahren, wo man übernachten kann und haben ihn auch relativ schnell gefunden. Dort standen 4 weitere Womos und so haben wir uns dazu gestellt. An einer Wand hing ein Parkautomat und ein Zettel daneben, wo sogar auf deutsch erklärt wurde, dass der Platz ab Montag 7 Uhr bis Dienstag 16 Uhr gesperrt wird. Na danke. 2. Option war ein Campingplatz in der Stadt, also weiter. Wie man sich denken kann, hat da nachts aber keiner auf uns gewartet. Also sind wir auf dem Platz davor stehen geblieben. Dort standen aber Schilder, dass man bis 8 Uhr verschwunden sein muss. Mittlerweile war es 1.30 Uhr und wir wollten nur noch schlafen. Also haben wir uns hingestellt und die Augen zugemacht. Als um 7.30 Uhr der Wecker geklingelt hat, haben wir beide das Gefühl gehabt, dass wir uns gerade erst hingelegt haben. Wir haben überlegt, wie es weiter geht. Da wir beide nur das Bedürfnis nach Ruhe und Ankommen hatten, haben wir spontan beschlossen zu gucken, ob der Campingplatz jetzt auf hat, was der Fall war. Also haben wir kurzerhand eingecheckt, uns einen Platz gesucht, Strom angeschlossen und uns noch ein paar Minuten hingehauen. Da wir aber ja neugierig sind, haben wir aber relativ schnell festgestellt, dass wir eh nicht mehr schlafen können. Wir sind raus und haben die Bestätigung unserer Entscheidung bekommen. 20 m vom Womo entfernt ist ein kleiner Strand, tolle Felsen und einfach pures Norwegen.

Der Campingplatz hatte eigentlich katastrophale Bewertungen, weil alles so veraltet sein soll. Gott sei Dank waren statt dessen die Bewertungen veraltet, denn hier sind alle Anlagen nagelneu und richtig schön. Nach einem leckeren Frühstück und der ersten Dusche im Womo kamen die Lebesgeister zurück und Handwerker Andi hat erstmal seinen Dienst begonnen. Es ist unglaublich: das Womo hat gerade mal knapp über 23.000 km runter, was quasi neu ist. Aber hier sind schon so viele Dinge kaputt, die man bei der Übergabe nicht gesehen hat – nicht zu fassen. Fliegengitter bzw. Rollos gehen nicht mehr runter, weil Teile mit Gewalt abgebrochen wurden. Fenster gehen teilweise nicht auf und bei dem Fach von der Strom- und Wasserversorgung hat man den kompletten Schliesszylinder in der Hand, wenn man den Schlüssel dreht. Wir haben gestern schon mal dezent die Krise deshalb bekommen. Andi reizt sowas ja aber immer und so hat er zumindest die Rollos wieder so zusammen gebaut, dass sie wieder funktionieren. Da die Sonne ganz schön brennt, macht der Schutz gegen die Hitze auch echt Sinn. Das Womo macht auf den ersten Blick einen echt tollen und modernen Eindruck, es ist aber so viel mit Plastik verbaut, der bei einer falschen Anwendung einfach bricht, das kann man echt nicht verstehen.
Mittags haben wir die Räder ausgeladen und Kristiansand erkundet. Und es hat sich jetzt schon gelohnt, dass wir sie dabei haben!!!

Man kommt einfach viel schneller voran und auch an Ecken, die wir zu Fuß nie erkundet hätten… Wir sind immer entlang des Meeres gefahren und waren von der Landschaft und der Stadt total begeistert. Es scheint, als habe sich die Stadt in den letzten Jahren runderneuert. Überall moderne Bauten direkt am Wasser. Die Norweger wissen wie man es sich schön macht!

Mitten in der Promenade findet sich die kleine Festung, die wunderschön eingebettet liegt.

Dank der Räder konnten wir sogar die Insel Odderoya erkundet, wo wir heute Nacht ja schon mal gehalten haben. Auf der Insel finden sich viele alte Bunker und Verteidigungsanlagen, die wohl vom Krieg noch übrig geblieben sind und nein, die Kanonen funktionierten nicht mehr, sonst hätte ich den Spatz abgeschossen😂 .

Wir mussten allerdings feststellen, dass auch unsere E-Bikes ihre Grenzen haben und nicht überall hoch kommen. Dafür haben wir die integrierte Schiebehilfe erstmalig testen dürfen…

An dem Parkplatz von heute Nacht waren Verpflegungsstationen aufgebaut. Heute scheint der erste Schultag nach den Ferien und somit eine Art Wandertag zu sein. Auch über unseren Campingplatz wurde heute eine Horde Schüler getrieben.

Nachdem wir von der Insel wieder auf dem Festland waren, sind wir nochmal in die Stadt, die auch echt schön und sehr gepflegt war.

Ratz fatz waren wir nach dem Ausflug zurück am Campingplatz, haben die Räder wieder in der Garage verstaut und den Grill angeworfen. Die Schwälmer Kartoffelbratwürstchen schmecken halt überall😊.

Mit zwei leckeren Cocktails haben wir am Strand den Sundowner genossen.

Ein wunderschöner richtiger erster Urlaubstag.

