2020 Norwegen

Zwischen Südkap und Ana Sira

Was haben wir gut geschlafen nach dem Chaos die Nacht davor! Wir haben gemütlich gefrühstückt, den Luxus des Toasters wegen unseres Stromanschlusses genossen und langsam zusammen gepackt. Vorher haben wir noch 2 Giesskannen mit frischem Wasser eingefüllt und los ging es. Wir sind auf der E39, einer viel befahrenen Straße gen Westen abgebogen und haben kurz hinter der Stadt eine Shell Tanke besucht, um zu tanken und unser Abwasser los zu werden. Wir haben echt gestaunt, wie viel da raus kam und wie viel unnötigen Ballast wir losgeworden sind. Das Womo benötigt schon einige Liter Diesel und da ist es gut, wenn man nicht so schwer ist. Dann haben wir auch gleich das Erlebnis der Toilettenentleerung gehabt, was aber echt nicht schlimm war. Man macht so Chemie in den Behälter und dadurch riecht es nicht so schlimm wie wir es erwartet hätten. Unser erstes Ziel heute war der südlichste Punkt von Norwegen, der Leuchtturm Lindesnes Fyr. Kaum waren wir von der E39 abgebogen, haben wir den Unterschied zwischen Autobahn und Landstraßen extrem gemerkt. In jeder Kurve hat es hinter uns gescheppert, weil in den Schränken alles durcheinander gefallen ist. Daher mussten wir erstmal halten und alles etwas neu verstauen. Kurve um Kurve ging es gen Süden und ich musste Andi hinter dem Lenkrad etwas einbremsen, denn mein Magen hat sich angefangen zu melden und mir wurde richtig übel.

Leider hat sich kurz vorm Leuchtturm das Wetter eingetrübt und so haben wir richtig die Vorzüge eines Womos schätzen gelernt. Ich habe die Pfanne rausgeholt und uns ein leckeres Mittagessen gezaubert und wir mussten nicht mühsam nach einem offenen Restaurant suchen. Das einzige vor Ort hatte nämlich zu. Inzwischen hatte es angefangen zu regnen und so haben wir es uns gemütlich gemacht. Andi hat etwas geschlafen, ich gelesen. Wären wir im Auto unterwegs gewesen, wären wir enttäuscht weiter gefahren. Da wir aber keinen Zeitdruck haben und unser zuhause dabei ist, war es einfach eine Auszeit. Irgendwann ließ der Regen nach und wir haben unsere Schuhe angezogen und los ging’s zum Leuchtturm.

Die Gegend hier ist total schön. Große Felsen liegen überall rum und gehen direkt ins Meer. Man könnte überall rum klettern.

Zurück am Womo sind wir weiter gefahren. Die Straße war einfach nur eng und kurvig und wir waren froh, als wir wieder auf der E39 waren. In Flekkefjord sind wir auf die 44 abgebogen und es war schlagartig gar kein Verkehr mehr.

Wir sind entlang schroffer Felsen Serpentinen hoch und runter gefahren, entlang unzähliger Seen. Da es wieder angefangen hat zu regnen, haben wir beschlossen in Ana Sira auf einen Stellplatz zu fahren und morgen auf besseres Wetter zu hoffen. Eigentlich dürfte man hier überall stehen bleiben. Durch die engen steilen Straßen gibt es nur gefühlt sehr wenige Möglichkeiten. Auf dem Stellplatz stand nur ein weiteres Womo und so haben wir uns dazu gesellt und gemütlich zu Abend gegessen. Dabei sind wir anscheinend in einem Gebiet gelandet, wo es eine Art Sandflies gibt. Die Viecher kommen selbst durch die Fliegengitter und es war plötzlich alles voll mit ihnen. Die Biester sind mini klein und heißen wohl Gnitzen. Da wir uns noch ein bisschen die Beine vertreten wollten, sind wir nochmal durch den Ort gelaufen.

Hier war wieder alles gepflegt, aber man hat keine Menschen gesehen oder gehört. Es war so ruhig, dass man die Fische im Wasser springen gehört hat. Total merkwürdig irgendwie.

Dafür haben wir durch die Windstille noch ein paar tolle Aufnahmen machen können und sind dann zurück.

Wir sind immer noch zu zweit am Stellplatz, hier ist echt nichts los – herrlich!