Als wir heute früh wach geworden sind, hat sich unsere Entscheidung, auf besseres Wetter zu warten gelohnt. Die Sonne hat wieder geschienen und so sind wir weiter gefahren. Über sehr enge kurvige Straßen durch die Bergwelt sind wir nach Helleren bekommen. Unter einem krassen überhängenden Felsen stehen zwei alte Häuser.
Die Leute waren damals durch den Vorsprung vor Wind und Wetter geschützt. Allerdings wirkt es auch etwas bedrohlich. In der Bucht davor war eine riesige Baustelle und wir haben gelesen, dass hier gerade ein Besucherzentrum gebaut wird, da aktuell jährlich 35.000 Menschen die Gegend besuchen. Wir waren Gott sei Dank total alleine hier.
Hinter den Häusern ging es wieder sehr steil bergauf durch Tunnel zu einem Aussichtspunkt. Den nächsten Stop haben wir am Ruggestein eingelegt. Vom Parkplatz läuft man 700 m zu einem gekennzeichneten 80 Tonnen schweren Stein.
Durch ruckeln soll man ihn bewegen können, da er nur auf einer kleinen Stelle aufliegt und tatsächlich kann man ihn zum wackeln bringen. Was wir uns nur gefragt haben: Wer bitte schön entdeckt in einem Meer von solchen Felsen mitten im Wald genau den und merkt, dass er sich Millimeter bewegt, wenn man ihn an einer bestimmten Stelle bewegt? Ohne Worte…
Ein paar Kilometer weiter haben wir an einem Parkplatz mit Blick aufs Meer gehalten und Hot dogs zu Mittag gegessen. Sehr lecker und entspannt mit der Aussicht. Weiter ging es bis Brusand, wo wir zum Strand gelaufen sind. Hier waren wir wieder fast alleine, was bei uns bei so einem Strand definitiv nicht der Fall wäre!
Am frühen Nachmittag haben wir beschlossen, Stavanger anzusteuern. Es gibt einen Campingplatz mitten in der Stadt an einem See und wir wollten gucken, ob wir da einen Platz kriegen. Je mehr wir in die Richtung gekommen sind, umso mehr hat sich die Landschaft verändert. Plötzlich waren wir von offenem Farmland umgeben, von den Bergen war nichts mehr zu sehen. Links das Meer dahinter Felder mit Bauernhöfen und krass zunehmender Verkehr. Waren wir nachts noch in einem ausgestorbenen Ort, sind wir jetzt wieder mitten in der Zivilisation gelandet. Auf dem Campingplatz haben wir einen Platz gefunden und nicht lange gezögert, unsere Räder ausgeladen und ab in die Stadt. Von hier sind es ca. 3 km und ich hatte ein bisschen Bammel vor dem vielen Verkehr – und war dafür umso begeisterter. Die komplette Stadt ist mit richtigen Fahrradstraßen durchzogen mit perfekter Ausschilderung. Wenn man doch mal eine normale Straße nutzen muss, gehen die durch beruhigte Gegenden, nie über Hauptstraßen – total cool. Und die Norweger nutzen ihre Räder auch.
Ratz fatz waren wir im Zentrum und haben es kreuz und quer abgefahren. Die Fußgängerzone ist komplett gepflastert und führt in vielen Gassen auf einen Berg.
Erinnert ein bisschen an Marburg, nur dass es etwas größer ist. Trotzdem ist es total gemütlich. Keine riesigen Gebäude, sondern alles im typisch norwegischen Stil gebaut.
Andi hatte schon wieder Hunger und hat uns eine fette Pizza geholt, die wir auf einer Bank am Hafen teilweise verspeist haben. Der Rest wurde ordentlich verpackt und mitgenommen. Auf dem Rückweg hat uns der einzige Regenschauer des Tages erwischt, aber wir sind einfach unter dem Regen durchgefahren. Zurück am Campingplatz haben wir die Räder wieder in der Garage verstaut und es uns im Womo gemütlich gemacht. Und wieder geht ein toller Tag zu Ende…
