„Aua“, gefolgt von „Ach du Scheiße“ waren heute morgen die ersten Gedanken und Gefühle, die uns beim Aufwachen durch den Kopf geschossen sind. Uns hat einfach nur alles weh getan und wir haben jeden einzelnen Muskel gespürt. Die Wanderung gestern war doch etwas heftig für unsere ungeübten Knochen. Beim Frühstück haben wir einen Blick auf den Wetterbericht geworfen und ein dickes Regenband auf uns zukommen sehen. Wir haben beschlossen, bei dem Wetter nicht weiter zu fahren, sondern noch zu bleiben. Andi hat den Laptop und ich mein Buch ausgepackt und dann ging das Unwetter auch schon los. Es hat gewittert und geschüttet ohne Ende und wir waren froh, nicht auf der Straße unterwegs zu sein. Mittags hat es aufgeklart und so sind wir gegen 14 Uhr aufgebrochen. Die Fähre kam gerade und wir sind in erster Reihe mitgefahren. Wir mussten im verschlossenen Innenraum sitzen bleiben, was schon ein komisches Gefühl war. Direkt vor uns hat sich dann die Klappe geöffnet und uns am anderen Ufer wieder ausgespuckt.
Gott sei Dank hat der Einweiser erst die Autos raus gelassen und uns zum Schluss. So konnten wir in aller Ruhe weiter fahren. Gestern hatten wir ja schon sehr wenig Verkehr, heute sind uns noch viel weniger Autos entgegen gekommen.
Wir sind eine schmale Straße entlang gefahren, die sich in Serpentinen den Berg hoch geschlengelt hat. Unterwegs gab es ein paar einsame Bauernhöfe und oben am Berg so eine Art Ferienhaussiedlung – nur dass keiner da war. Die Dächer waren alle grün bewachsen, bestimmt gegen den Sturm, denn man ist hier fast weggeflogen.
Auch die Temperaturen waren um einiges kühler als noch im Tal. Über viele enge Serpentinen ging es wieder bergab und auf eine etwas breitere Straße.
Wir sind an unzähligen Seen, Flüssen und durch Tunnel ohne Ende gefahren und konnten uns nicht satt sehen.
Rechts und links der Straße kamen immer mehr Wasserfälle ins Tal gestürzt.
Und dann hat es wieder angefangen zu regnen – aus irgendeinem Grund muss es hier ja soviel Wasser geben… Wir haben beschlossen, nicht mal unser Tagesziel, sondern den nächsten Stellplatz anzusteuern und haben einen am See gefunden mit Blick auf noch einige Schneereste am Berg vor uns. Generell haben wir heute einige Stellen zum wild stehen gefunden, allerdings sind wir verwöhnten Elektrikmenschen schon über einen Stromanschluss dankbar – vor allem bei solchem Wetter… Wenn man sich den Wetterbericht der nächsten Tage so anschaut, werden wir weiter so spontan Regenpausen nutzen, denn das Wetter wird uns wohl weiter so begleiten… Insofern war das Womo absolut das richtige Fortbewegungsmittel für den Urlaub. Wenn ich hier sehe, wie viele mit dem Fahrrad und Zelt unterwegs sind und im strömenden Regen die Zelte aufbauen… da sind wir echt raus. Da ist doch alles nass und dann hockt man die ganze Zeit auf dem Boden. Die Leute tun mir echt leid, aber Andi hat Recht: die haben sich das ausgesucht… Wir haben abends einen Film geguckt und unsere trockene Unterkunft genossen.
