2020 Norwegen

Über die Hochebenen

Hatten wir gestern Abend ein Glück mit dem Wetter an den Wasserfällen!!! Da es nachts echt kalt ist, habe ich gestern Abend noch eine zusätzliche Decke über die Bettdecke gemacht und die war echt gut. Heute morgen haben wir dann erstmalig die Heizung angemacht, weil wir nur noch gefroren haben. Am späten Vormittag wollten wir aufbrechen, als wir die Meldung vom Womo bekommen haben, dass wir Öl nachfüllen sollen. Nächste Tankstelle ist in 48 km, also weiter. Hinter dem Ort, wo wir übernachtet haben, sind wir in einer Art Hochebene vom Hardangervidda Nationalpark gelandet. Bäume sind nicht mehr gewachsen, es lagen immer mehr Schneereste rum und die Straße war gesäumt von Latten, die im Winter die Schneehöhe anzeigen. Das Thermometer hat noch ganze 7 Grad angezeigt und es fing wieder an zu regnen. Kurz vorher hat Andi nochmal die Drohne in die Luft geschickt und tolle Aufnahmen machen können.

Auf einem Bergsee sind 2 Kytesurfer gesurft, sah vor den Schneeresten irgendwie unreal aus.

Dann ging es wieder bergab und wir sind gefühlt aus den schottischen Highlands in den österreichischen Alpen gelandet. Grüne Wiesen mit Kühen zwischen kleinen Wäldern. An einer Tankstelle hat uns ein netter Herr Öl verkauft, was wir erst einmal eingefüllt haben und ich habe in einem Supermarkt 1,5 kg Kartoffeln für 4 Euro gekauft. Immerhin waren sie im Kühlregal, was ich bei uns auch noch nie gesehen habe. Nachdem die Strecke wieder bergauf ging, sind wir durch ein Skigebiet gefahren, was aktuell ausgestorben aussah, kein Wunder ohne Schnee. Lauter kleine Hütten standen am Berg verteilt, die meisten Dächer wieder bewachsen. Das Wetter hat immer mehr aufgelockert, die Sonne hat geschienen und wir waren froh, dass wir unsere Route abgeändert haben.

In Gol haben wir die Stabkirche fotografiert und anschliessend ging es auf den nächsten Berg. Hier sind wir anscheinend in einem Langlaufgebiet gelandet, das landschaftlich wieder einfach nur toll war.

Schafe standen an der Straße rum und haben sich an der Leitplanke ihr Fell geschubbert und sich an den Autos nicht gestört.

Weiter ging es in eine Landschaft, in der man einfach nur staunen konnte. Wir hatten mittlerweile puren Sonnenschein und haben alle 100m gehalten, weil die Motive so toll waren. Andi hatte heute 7x seine Drohne im Einsatz und wir konnten uns nicht satt sehen. Ich war so froh, denn die Route hatte ich ja nur wegen des besseren Wetterberichts ausgewählt und hatte schon Panik, dass wir landschaftlich enttäuscht werden.

Die Sorgen waren aber komplett unbegründet und wir haben mittlerweile die Vermutung, dass es total egal ist, wo man hier lang fährt. Wenn man Natur und Landschaften mag ist man überall richtig. Auf einer Ebene lagen überall Felsen, dazwischen kleine Seen, in denen sich die Berge gespiegelt haben.

Und dann kann noch das Highlight des Tages: eine riesige Herde Rentiere. Sie haben friedlich gegrast und für uns Motiv gestanden.

Mittlerweile war es 19 Uhr, wir hatten die Hälfte der geplanten Strecke absolviert und beschlossen, hier über Nacht zu bleiben. Das ist halt so herrlich, dass man spontan sein kann und keine geplanten Routen abfahren muss bei dem Wetter.

Wir sind auf einem Campingplatz am Fluss gelandet und haben die letzten Sonnenstrahlen genossen.

In den Bergen hat man schon die dunklen Wolken kommen sehen. Aber wenn es heute Nacht regnet, ist es egal. Hauptsache morgen ist es wieder schön!!! Wir sind heute übrigens durch keinen einzigen Tunnel gefahren…