Was haben wir uns gestern ein herrliches Plätzchen ausgesucht zum Übernachten. Direkt am See, der heute morgen bei strahlendem Sonnenschein wie ein Spiegel da lag.

Wir konnten uns wieder mal nicht satt sehen und der Aufbruch ist schwer gefallen.

Bevor es los ging, wurde noch alles fotografiert, der Abwassertank geleert und der Nachbar verabschiedet.

Dann ging es als erste Station nach Borgund zu einer alten Stabkirche, die echt schön war.

Nach einem kurzen Besuch ging es weiter in Richtung Bergen. Durch Zufall hatte ich bei den ersten Tunneln mal zusammen addiert, durch wie viele km Tunnel wir heute insgesamt gefahren sind. Mit dem Ergebnis hatte ich nie gerechnet. Wir sind heute zusammen 83 km!!! durch Tunnel gefahren, der längste war alleine 24,5 km lang. Ein bisschen Abwechslung gab es in ihm aber auch fürs Auge.

Zwischen den Tunneln sind wunderschöne Täler erschienen, meistens auch an einem Fluss oder See gelegen und die Landschaft hat sich traumhaft im Wasser gespiegelt. Ich war vom Fahren irgendwann völlig platt, weil es echt anstrengend ist, ständig durch Röhren zu fahren. Da es schon nachmittags war, haben wir überlegt, vor Bergen einen Platz zu suchen und morgen erst in die Stadt zu fahren. Die Plätze waren aber alle total beschissen bewertet und in Bergen gibt es nur einen Stellplatz für 24 Wohnmobile auf einem Parkplatz vor einer Sporthalle. Also haben wir beschlossen, unser Glück mit dem Stellplatz zu versuchen und sind in Richtung Stadt gefahren. Jaaaa, und dann hat uns das Navi eine Straße entlang geschickt, die definitiv nicht für Wohnmobile gebaut wurde. Sie war super schmal und steil und es kam Gegenverkehr ohne Ende. Andi hat fast die Panik gekriegt und wollte zurück – hinter uns war aber alles voll. Also durch. Irgendwann kam eine kleine Lücke in der Kolonne und er hat Gas gegeben. Leider hat er dabei einen großen Hubbel auf der Straße übersehen und wir sind mit dem Womo kurz abgehoben. Es ist alles in die Luft geflogen und mit einem lauten Knall wieder unten gelandet. Wir haben nur an die armen Fahrräder in der Garage gedacht, aber keine Zeit zum Nachdenken – weiter! Ein paar Kilometer später waren wir an dem Stellplatz und es waren noch ganze 2 Plätze frei – Glück gehabt! Der erste Blick galt den Rädern, die standen aber perfekt – dafür war alles andere durch die Gegend geflogen, der Grill, der Duschkopf, die Klamotten – egal! Es war inzwischen 16 Uhr und so haben wir die Räder ausgepackt und sind in die Stadt gefahren. Dabei hat uns das Navi sehr interessante Wege geführt, die man in einer Stadt nicht vermutet hätte. Wir sind mal wieder über Stock und Stein bergauf gelaufen, obwohl unser Ziel eigentlich im Tal lag… na ja, irgendwann sind wir in der Stadt gelandet und haben wohl einen der schönsten Tage hier erwischt.

In Bergen regnet es 4x so viel wie in Berlin und heute Sonne und 20 Grad. Wir sind die Stadt kreuz und quer abgefahren, haben uns bei einem Thai Imbiss etwas zu Essen geholt und es auf einer Bank in der Sonne verspeist. Dabei sind wir zufällig an der Talstation der Standseilbahn auf den Floyen gelandet. Er ist 399 m hoch, einer der 7 Berge, die die Stadt umgeben und man soll einen tollen Blick auf Bergen haben. Also haben wir geguckt, ob man da auch mit dem Rad hoch kommt und das ging. Also nix wie los. Es war der Hammer, wie viele junge Leute hier abends als Sportprogramm einmal den Berg hoch laufen. Oben hat sich ein tolles Panorama aufgetan und was total cool war, oben standen ganz viele Spinningräder und die Leute haben bei der besten Aussicht und toller Musik Spinning gemacht.

Haben wir so noch nie gesehen und hat echt gute Laune gemacht. Nach einer Stunde war der Kurs zu Ende und die Sportler sind wieder bergab gelaufen.

Wir waren natürlich nicht so schnell und mussten noch Timelapseaufnahmen machen zum Sonnenuntergang.

Irgendwann wurde es ziemlich kalt, aber egal.

Da wir noch ca. 30 Minuten radeln mussten, sind wir dann doch vor Sonnenuntergang los und begab ging es schnell, war aber auch echt kalt. Wir waren über jedes Stück Strecke froh, wo wir treten durften, um wieder etwas Wärme in uns zu kriegen. Um kurz nach 21 Uhr waren wir wieder am Womo und haben die Räder verstaut. Heute sind wir beide platt!!!
