Die Nacht direkt an einer S-Bahn war schon etwas lauter als die Nacht davor am See, aber unsere Ohrenstopfen haben alles ausgeblendet und wir waren so platt, dass wir von den Geräuschen nix mehr mitbekommen haben. Dafür hat in unserem Womo über dem Hubbett, das wir nicht nutzen, die ganze Nacht das Licht gebrannt. Wir hatten die Vermutung, dass bei unserem Flug gestern irgendein Schalter das Licht angemacht hat und Andi hat es gestern Abend nicht mehr ausbekommen. Wir haben heute morgen das Hubbett herunter gelassen, aber auch keinen Schalter gefunden. Also haben wir den Strom mal komplett gekappt und danach waren die Lampen aus. Sie gehen auf Berührung an, also hat das Bett die Lampen gestern bei seinem Sprung vermutlich selber angemacht… Wir haben beschlossen, dass unsere Tour langsam gen Süden weiter geht, da am Sonntag Mittag unsere Fähre fährt. Bei der kürzesten Route wären wir viele Teile gefahren, die wir schon kennen und das macht ja keinen Sinn. Also haben wir die Straße ausgesucht durch ein Gebiet, das wir noch nicht kennen und haben die Stadt gen Süden verlassen. Nach einigen Kilometern standen wir vor dem ersten Fähranleger und haben in herrlichster Sonne gewartet – und mit uns ganz viele Norweger. Die Leute machen hier zumindest beim Autofahren einen total entspannten Eindruck. Wahrscheinlich, weil sie es eh nicht in der Hand haben, wie lange etwas dauert. Auf die Fähren muss man warten, auf den engen Straßen muss man sich ständig mit dem Gegenverkehr einigen und Rücksicht nehmen. Schnell kommt man hier eh nirgends hin. Für 100 km sollte man mindestens immer 2 Stunden einplanen und sich freuen, dass man so gut voran gekommen ist. Die Fähre kam irgendwann und wir sind nach Venjaneset übergesetzt. Ein paar Kilometer weiter war ein kleines Örtchen mit einem tollen Parkplatz und wir haben in der Sonne direkt am Wasser ein paar Brote gegessen.

13 km weiter standen wir vor dem nächsten Fähranleger und haben gewartet. 10 Minuten später kam das Schiff und wir haben über den Fjord übergesetzt und das Panorama genossen.

Und dann sind wir tatsächlich nochmal an den Latefossen Wasserfällen vorbei gekommen, an denen Andi vor einigen Tagen einfach bei Regen vorbei gerauscht ist. Und die Entschädigung war mehr als genial. Die Sonne hat die Wassermassen angestrahlt und ein besseres Panorama hätte man sich nicht vorstellen können.

Wir haben beschlossen, den gleichen Campingplatz wie letzte Woche hier anzufahren, dieses Mal bei Sonnenschein statt strömendem Regen. Wir haben unsere Stühle und ein Radler rausgeholt und es uns einfach gutgehen lassen.

Und kurz nachher haben wir erfahren, wie wertvoll dieser Urlaub ist: die norwegische Regierung hat beschlossen, dass deutsche Urlauber ab 29.8.20 bei Einreise ins Land 10 Tage in Quarantäne müssen. D. h. zwei Wochen später und unsere Reise hätte nicht mehr statt gefunden…
Hoffentlich klappt unter den Umständen alles mit der Fähre nach Dänemark. Nicht, dass die dann auch ihren Betrieb vorzeitig einstellen…
