Letzte Nacht haben wir ja mitten im Wald geschlafen und was echt erstaunlich war, war die absolute Stille. Wenn ich an unser Vogelparadies daheim denke und wie laut das auch nachts ist… und hier – mal vereinzelt ein Vöglein und sonst nichts…
Nach dem Frühstück sind wir in den Nationalpark gelaufen und wir waren echt alleine.
Der Park besteht aus einem Fichtenwald, manche Bäume sind 500 Jahre alt. Überall lagen riesige Felsbrocken rum, die von der letzten Eiszeit übrig geblieben sind.
Sie wurden mit dem Eis vom Norden hierher transportiert und als das Eis geschmolzen ist, sind sie liegen geblieben. Und dann kam der Wald mit seinen Mosen und Flechten und hat sie zugewachsen. Man fühlt sich echt dauerhaft wie in einem Märchenwald. Ein ca. 4 km langer Wanderweg über Stock und Stein führt durch den Park, vorbei an zwei kleinen Seen, auf denen Seerosen geblüht haben.
Libellen und Schmetterlinge sind ihrer Wege geflogen, einfach schön. Zurück am Wagen sind wir weiter gen Norden gefahren zum Götakanal. Der Götakanal ist ein Wasserweg, auf dem man von Stockholm bis Göteborg einmal quer durchs Land schippern kann. Wir sind im Ort Berg auf den Kanal getroffen und irgendwie passt der Name an der Stelle: Schleusen soweit man schauen kann.
Über neun Stufen kommt man vom See Roxen in den Kanal, ein echtes Schauspiel und Touristenmagnet. Wir haben am Parkplatz unsere Räder raus geholt und sind 15 km den Kanal entlang geradelt und das bei herzlichstem Wetter.
Es war total schön entspannt durch die Natur zu radeln. Am See Boren lag dieser deutlich tiefer als der Kanal und das Highlight unterwegs war, dass wir mit dem Kanal über eine Straße gefahren sind.
Das haben wir so auch noch nicht gesehen. Zurück in Berg gab es noch ein leckeres Eis und dann sind wir noch ein Stück in Richtung Stockholm gefahren. Wir haben uns gedacht, dass die Chancen auf einen Stellplatz vielleicht morgen Vormittag besser sind als spät abends. Und so haben wir ca. 80 km vor Stockholm die Autobahn verlassen und haben auf einem Golfplatz ein ruhiges Plätzchen für die Nacht gefunden. Mit Gießkannen haben wir erstmal einige Liter Wasser geholt, da unser Tank ziemlich leer war und dringend eine Dusche gerufen hat. Und die hat nach einem Radler richtig gut getan!







