2021 Schweden

Über Halle- und Hunneberg an die Westküste

Heute Nacht habe ich geträumt, dass mein linker Arm ganz nass ist. Als ich die Augen auf gemacht habe, habe ich festgestellt, dass es kein Traum war. Wir hatten gestern das Fenster über dem Bett richtig weit offen und draußen hat es geschüttet ohne Ende. Die Matratze und Handys die dort lagen, waren alle total durch geweicht. Also haben wir erst mal alles trocken gelegt und bei dem Wetter beschlossen, richtig auszuschlafen, was wir dann auch getan haben. Nach einem späten Frühstück sind wir aufgebrochen und der Himmel hat seine Schleusen geschlossen. Unser Ziel für heute war die Region Halle- und Hunneberg, ein Ökopark, in dem man in freier Natur Elche finden soll. Zuerst sind wir auf den Halleberg gefahren.

Eine steile Straße führt auf das Steinplateau und eine Sackgasse einmal drüber. Wir sind super langsam gefahren, haben an Stellen, an denen extra Äpfel als Lockmittel ausgelegt waren, länger gewartet, aber nix… Also sind wir langsam die Straße entlang gefahren und waren doch erstaunt, wie wenige Leute hier unterwegs waren. Leider waren noch weniger Elche unterwegs.

Also sind wir auf den gegenüber liegenden Hunneberg gefahren. Hier wurde die Straße schnell zur Schotterpiste, wir sind trotz allem langsam weiter gerollt, den Blick immer ins Dickicht gerichtet. Plötzlich hat es angefangen zu donnern und der Himmel hat dermaßen krass seine Schleusen geöffnet, dass wir an einem Parkplatz gehalten haben.

Da wir beide Hunger hatten, habe ich uns eine leckere Gemüsepfanne gemacht und insgeheim gehofft, dass die Elche vom Geruch angezogen werden. Habe auch extra wie bei nem Foodtruck das Fenster beim Herd schön weit aufgemacht – aber Elche kennen wohl keine Foodtrucks und mögen auch meine Gemüsepfanne nicht… Da das Wetter nicht wirklich besser wurde, haben wir Kriegsrat gehalten, was wir weiter tun. Einfach hier bleiben und irgendwann weiter durch den Park fahren, gen Süden abbiegen oder auf direktem Weg in Richtung Westen ans Meer. Variante 3 hat gewonnen und eine gute Stunde später haben wir uns gefühlt in Norwegen wieder gefunden. Große Felsen, die von Bäumen bewachsen sind, dazwischen viel Wasser und sehr hügelig. Wir haben uns auf Anhieb wohl gefühlt. In den letzten Tagen haben wir immer mal wieder festgestellt, dass uns Südnorwegen landschaftlich echt besser gefällt als Südschweden. Es ist viel abwechslungsreicher, während man in Schweden viel durch Wälder oder Felder fährt. Autofahren ist in Schweden aufgrund der geraden breiten Straßen viel entspannter, in Norwegen ist es anstrengender, da die engen Straßen unheimlich kurvig bergauf und bergab gehen. Das macht aber auch den Reiz aus, da hinter jeder Kurve etwas neu zu entdecken ist.

Das soll nicht heißen, dass uns Schweden nicht gefällt, es hat halt andere Reize, die meistens durch den Menschen geschaffen sind, z. B. die vielen Schlösser und Kanäle. Wir haben einen kleinen Campingplatz auf einer Insel angesteuert und konnten uns dort einen Platz aussuchen. Alle anderen standen eng an eng am kleinen Badestrand, wir sind auf der anderen Seite an die Marina gefahren und waren dort alleine.

Gott sei Dank hatte es aufgehört zu regnen und so haben wir es uns draußen gemütlich gemacht – bis das nächste Gewitter aufgezogen ist.