2022 Balkan · Kroatien

Nationalpark Paklenica

Heute früh bin ich wach geworden, weil ständig Dinge auf unser Dach gefallen sind. Regen war es nicht, denn es war blauer Himmel. Wir stehen unter einem Baum, aber gestern Abend ist da auch nichts runter gefallen. Zwischendurch war auch ein paar Minuten wieder Ruhe – komisch. Ich habe mein Rollo geöffnet und plötzlich sprang ein kleines Eichhörnchen neben mir den Baum hinunter. Das saß bestimmt über uns im Baum, hat gefuttert und seine Reste auf uns runter geworfen. Am Zaun habe ich den kleinen Störenfried mit der Kamera noch erwischen können. Danach war auch Ruhe auf dem Dach…

Unser Ziel ist heute der Nationalpark Paklenica. Der Park ist berühmt für seine engen Schluchten, denn hier wurden Szenen aus den Winnetou Filmen gedreht.

Wir sind die 3 km bis zum Nationalparkeingang mit dem Rad gefahren und dann noch 2 km weiter bis zum Parkplatz. Dort haben wir die Räder abgeschlossen und es ging zu Fuß weiter.

Ganz nah am Eingang ist die engste Stelle von der Schlucht und hier ist der Kletterhotspot Kroatiens. Es waren auch einige steil bergauf unterwegs – Wahnsinn! Wir sind weiter entlang des Baches immer tiefer ins Tal hinein.

Wir wussten eigentlich gar nicht so richtig, wo wir hin müssen und auf einer Karte waren lauter Punkte eingezeichnet. Also sind wir zu den ganzen Punkten gelaufen und so über 7km ins Tal hinein.

Der Weg ging immer weiter bergauf und irgendwann sind wir auf einer Berghütte mit einer wahnsinns Aussicht gelandet, die ein Kroate ganz allein bewirtschaftet.

Er hat erzählt, dass er hier geboren wurde, beruflich beim Militär war und nach dem Krieg hierher zurück gekehrt ist. Alles, was er für den Betrieb und die Versorgung braucht, schafft er zu Fuß mit einem Esel hier hoch – Respekt!

Am Himmel zogen wieder dunkle Wolken auf und so sind wir nach einem Radler und Apfelstrudel wieder aufgebrochen.

Wir waren kaum 5 Minuten gelaufen, da hat der Himmel seine Schleusen geöffnet und es hat richtig geschüttet. Gott sei Dank waren wir kurz vor einer zweiten Hütte, wo wir uns unterstellen konnten. Eine halbe Stunde später war das Unwetter weiter gezogen und wir sind weiter zurück gelaufen. Die Gegend hier ist einfach wunderschön.

Auf dem Hinweg haben wir noch überlegt, morgen nochmal hier wandern zu gehen, auf dem Rückweg haben wir unsere vom vielen Sitzen nicht vorhandenen Muskeln gespürt.

Unten angekommen, haben wir uns auf unsere Räder gesetzt und sind nach einem super tollen Ausflug zurück auf den Campingplatz. Wir sind unter die Dusche gesprungen und dann hat es wieder angefangen zu regnen. Alles richtig gemacht! Aber die Wolken haben sich auch wieder verzogen und dann – es ist keine Überraschung mehr – wieder ein traumhafter Sonnenuntergang, den wir aus unserem „Wohnzimmer“ genossen haben…😀