Was eine ätzende Nacht. Irgendwie hat es überhaupt nicht abgekühlt und es ging auch kein Wind. Unseren Ventilator über den Betten haben wir kaum wahrgenommen und heute früh um 8 Uhr hat das Thermometer schon 28 Grad angezeigt. Deutlich zu heftig für uns. Wir waren beide matsche und so sind wir weiter gefahren und haben die Klimaanlage angeworfen. Unser erstes Ziel war wieder mal der Supermarkt, da Essen und Getränke knapp wurden. Und so haben wir das wunderschöne Dubrovnik hinter uns gelassen, sind weiter gen Süden gefahren und haben die Vorräte aufgestockt. Wenige Kilometer weiter sind wir dann ohne Probleme nach Montenegro eingereist. Andi hatte schon Angst, dass er seine Drohne nicht mit rein nehmen darf und sie ihm weggenommen wird. Tatsächlich hat niemand auch nur danach gefragt. Kurz hinter den Willkommensschildern für Montenegro war die Straße dicht. Wir standen und hatten keine Ahnung warum. Ja, die Antwort kam eine gefühlte Ewigkeit später, denn vorher waren wir nur aus Kroatien ausgereist und vor der Einreise nach Montenegro standen wir in der Schlange – mindestens eine Stunde. Vor uns haben sie einen deutschen Camper mit Anhänger komplett auseinander genommen und bei uns ist der Puls gestiegen. Und genau bei uns hatten sie dann Gott sei Dank keine Lust mehr auf Kontrolle und haben wohl die lange Schlange bemerkt und ratz fatz waren wir durch… Wir waren echt erleichtert. Direkt hinter der Grenze kam der Ort Herzeg Novi, den wir uns anschauen wollten. Und plötzlich war wieder so viel Verkehr, dass wir völlig genervt und überfordert waren. Überall war alles zu geparkt und schwupps waren wir aus dem Ort wieder draußen und sind auf der Uferstraße trotz Gegenverkehr von nem Betonmischer überholt worden.

Und plötzlich hatten wir beide keinen Bock mehr, bei der Hitze den Ort anzuschauen… Und so haben wir spontan beschlossen, direkt in den Durmitor Nationalpark zu fahren. Das Navi hat nochmal knapp 3 Stunden angezeigt, aber das war die beste Entscheidung des Tages. Eine wunderschöne, kaum befahrene Straße ist in die Berge abgezweigt und wir sind durch die schönsten Landschaften gefahren. Die Straße war schon eine der Panoramastrassen, die hier überall ausgeschildert sind. Hier war es die 3a, später die 1.

Ich hatte mich in Vorbereitung auf das Land gewundert, warum hier so wenig Campingplätze sind und tatsächlich hat uns die Landschaft die Antwort gegeben.

Hier waren einfach keine Ortschaften. Endlose Berge und Weiten und das nicht besiedelt.

Etwas schöneres hätten wir heute nicht mehr finden können. Und so sind wir nach einer tollen Fahrt auf dem privaten Autocamp Razvrsje in der Nähe des Örtchens Zabljak gelandet, der ursprünglicher nicht sein könnte, hinter einem Hof im Wald. Mit uns stehen hier noch 3 weitere Camper und es ist total still. Und was noch besser ist: Hier ist es wieder kühler. Nur noch 23 Grad und heute Nacht soll es richtig abkühlen. Genau das brauchen wir gerade nach der Hitze und den Menschenmassen der letzten Tage. Wir haben den Grill rausgeholt und haben erstmal richtig schön gegrillt, denn wir hatten Hunger!!!

Andi hat sich übrigens in der ersten Nacht in Kroatien tierisch aufgeregt, warum Eltern ihre Kinder mitten in der Nacht auf rostigen Schaukeln schaukeln lassen und warum niemand die Dinger ölt. Mittlerweile ist es unser running gag, denn es war keine Schaukel, sondern ein Vogel. Und das Gequietsche begleitet uns mittlerweile auf unserer ganzen Reise. Jeden Abend wieder…
