Heute früh haben wir bei brütender Hitze zusammen gepackt und sind dabei fast von Sandflies gefressen worden. Wir haben nochmal ordentlich Wasser getankt, eingekauft und Gott sei Dank auch nochmal getankt. Eigentlich hätte ich gedacht, dass in Albanien der Diesel billiger ist als in Montenegro – denkste! In Montenegro haben wir überall 1,57 Euro gezahlt, in Albanien kostet es 2,04 Euro. Für uns war es super, im klimatisierten Wagen zu sitzen und die Hitze etwas aus zu sperren. Und so ging es in Richtung Grenze, die hier Gott sei Dank von Montenegro und Albanien gemeinsam betrieben wird. In 45 Minuten waren wir durch und direkt hinter der Grenze war die ersten 100 Meter eine andere Welt. Bettelnde Frauen und Kinder und allerlei Verkaufsstände. Nach diesem ersten Eindruck kam gleich der nächste. Landstraße, gepflegte Häuser und Gärten. Wir sind zig Kilometer auf dieser Straße mit Tempo 50 durch Dörfer einfach nur durchgezuckelt, bevor wir rechts in Richtung Lagoon of Patok abgebogen sind.

Hier ist – wie der Name schon sagt – eine Lagune, aus der die Fischer ihren Fang holen. Rechts und links der Straße sind viele Restaurants, wo der Fisch richtig frisch serviert wird. Die älteren Restaurants sind total Coronakonform. Ein Steg führt von der Küche in einzelne kleine Hütten, wo dann die Gäste sitzen – pro Hütte ein Tisch.

Wir sind die Lagune bis zum Schluss gefahren und haben in einem klimatisierten Restaurant etwas gegessen. Anschließend ging es weiter in Richtung Kruja. Um ehrlich zu sein, hatte ich schon überlegt, die Stadt von der Tour aufgrund der Hitze zu streichen. Und ich bin so froh, dass wir hin gefahren sind. Unterwegs sind wir an so vielen Tankstellen vorbei gekommen, wie wir sie noch nicht gesehen haben. An einer haben wir gehalten, weil wir wissen wollten, wo ein Geldautomat ist. Die beiden Angestellten saßen da und haben geschlafen. Verstanden haben sie mich auch nicht, nachdem ich sie wach gemacht habe. Von der Hauptstraße nach Tirana geht es links in die Berge und wir sind direkt zum Campingplatz gefahren und waren total erstaunt, dort von einer Deutschen aus Berlin begrüßt zu werden. Sie hat vor einem Jahr mit ihrem Mann und einem Albaner diesen Platz ins Leben gerufen. Wir sind einen super steilen Weg runter gefahren und waren froh, dass wir vorher unsere 100 Liter Grauwasser abgelassen haben und so morgen nicht ganz so schwer sind. Auf dem Platz waren auch nur Deutsche, haben wir lange nicht erlebt. Wir waren echt platt, haben aber trotzdem die Räder rausgeholt, weil wir Geld und eine SIM-Karte brauchten und es schon Samstag nachmittag war. Also ab auf die Räder und in die Stadt. Und spätestens seit wir in der Stadt angekommen sind, hat uns Albanien gefangen.

Die tolle Altstadt, freundliche Menschen – viele, die in Deutschland gelebt haben – und einfach alles war nur toll.

Wir sind durch den Markt hoch zur Burg, von wo man einen genialen Blick hatte. Kruja selber, wie es am Berg klebt, in der Ferne das Meer, selbst die Hauptstadt Tirana hat man im Tal liegen sehen.

Wir sind an der Burg etwas herum gelaufen und da es schon 19 Uhr war, haben wir beschlossen, bis zum Sonnenuntergang zu bleiben.

In einem Restaurant mit tollem Blick haben wir uns ein schattiges Plätzchen gesucht und Bier und Sprite bestellt. Radler kennt seit Montenegro nämlich niemand mehr…. Und dann haben wir den tollen Sonnenuntergang genossen und sind zurück. Gott sei Dank hat es abgekühlt und wir haben erstmal alles aufgerissen.

