Was ein Tag. Nachdem es heute Nacht Gott sei Dank abgekühlt hat, sind wir doch recht früh wach geworden, da sich der Nachbarhund und -Hahn ein ohrenbeteubendes Duell der Stimmen geliefert haben. Dann haben wir Anlauf genommen, um den super steilen Berg wieder hoch zu kommen – und direkt hinter der Kurve saß mitten in der Fahrbahn eine Schildkröte. Unglaublich! Also musste Andi bremsen und warten, bis sie in ihrem unglaublichen Tempo an die Seite gegangen ist. Dann sind wir mit unseren knapp 3,5 Tonnen am steilen Berg in der Kurve wieder angefahren – was Gott sei Dank geklappt hat.

Wir haben uns noch einige Zeit mit dem Betreiber vom Campingplatz unterhalten und sind dann die Schotterpiste zurück in den Ort – was leider dem Glas unseres rechten Außenspiegels einen leichten Knacks verpasst hat, da wir an einem Ast hängen geblieben sind… Anschließend haben wir uns auf den Berg lotsen lassen, der oberhalb von Kruja liegt. Von dort sollte man einen tollen Blick haben. Außerdem befindet sich dort eine Art Pilgerstätte der Albaner. Die Straße dorthin sollte gut befahrbar sein, also los. Kurz vor dem Gipfel hat sich am Camper etwas komisch angehört, wir vermuteten die Reifen. Als wir oben angekommen sind, war das Geräusch weg – und mit ihm eine unserer Radkappen. Wir haben den Ausblick genossen, einen kurzen Blick auf die Pilgerstätte geworfen und auf dem Rückweg an den Fahrbahnseiten nach unserer Radkappe gesucht. Leider ohne Erfolg.

Unterwegs kamen uns immer mehr Autos entgegen und wir hatten die Vermutung, dass die Leute halt Sonntag mittag auf den Berg fahren. Da dort auch viele Restaurants waren und davor die Ziegen auf den Spießen gegrillt wurden, wurde die Vermutung bestätigt. Hieß für uns aber auch immer mehr Gegenverkehr, was bis zu einer bestimmten Stelle gut ging. Und dann sind wir mit der Markise an einer super engen Stelle an einem Balkon hängen geblieben und komplett entlang geschrabbt. Unser Puls war auf 180 und wir haben an der nächsten Tanke erstmal den Schaden begutachtet. Der Vogel dort wollte dafür 1,50 Euro Parkgebühren. Unglaublich, aber gerade unser kleinstes Problem! Die Markise funktioniert noch und die Geräusche waren krasser als der Schaden, der sich garantiert reparieren lässt. Tatsächlich hat die Markise wohl größeren Schaden am Camper als Puffer abgehalten. Also durchatmen, ich habe mich wieder hinter das Lenkrad geklemmt und weiter ging es in Richtung Ohridsee. Kaum sind wir losgefahren, hat es gerappelt und wir haben die nächste Radkappe auf einer belebten Straße mitten in der Stadt verloren. Ich habe sie im Rückspiegel gerade noch wegrollen sehen. Also angehalten, eingesammelt und an der nächst möglichen Stelle alle abgemacht, bevor wir die auch noch verlieren… Wir sind auf der Autobahn durch Tirana und ich war angenehm überrascht, dass die Straße total leer war. Vor Tirana war Industrie bis Einkaufszentren ohne Ende, dahinter ist man fast direkt in die Berge gefahren. 15 km vor dem Ohridsee waren es noch 36 Grad und wir hatten ja gehofft, dass es dort kühler ist. Und tatsächlich fährt man direkt vor dem See auf einen Pass und als wir auf der anderen Seite herunter gefahren sind, waren es nur noch 30 Grad.

Der Ohridsee ist einer der ältesten Seen der Welt und liegt ca. 1/3 in Albanien und 2/3 in Nordmazedonien. Andi hat einen Campingplatz etwas abseits der Hauptstraße heraus gesucht und wir haben von den wenigen Stellplätzen noch einen bekommen.

Der Platz ist direkt am See mit Restaurant und einem Strandbad. Echt schön. Mal schauen, wie lange wir bleiben. Erstmal den heutigen Tag verdauen…

