2022 Balkan · Griechenland

Vikos Schlucht

Update: Unten findet ihr jetzt auch ein Timelapse-Video der Vikos-Schlucht.

Heute  früh habe ich gedacht,  ich habe geträumt.  Gestern Abend hatten wir spontan noch einen kurzweiligen Abend mit einem anderen Pärchen in einer Taverne. Heute früh war neben mir das Bett leer.  Irgendwie habe ich im Unterbewusstsein wahr genommen,  dass Andi recht früh etwas von „ich fahre nochmal auf den Berg“ erzählt hat.  Ob er das wirklich nach dem Bier gestern getan hat? Um 8.30 Uhr kam er strahlend mit Sturmfrisur um die Ecke und hatte eine Menge Aufnahmen im Kasten. Update 2: Das daraus resultierende Timelapse-Video findet ihr in diesem Blogeintrag. Wir haben zusammen gepackt und los ging es gen Westen in Richtung Vikos Schlucht.  Über tolle Straßen ging es in die Berge und man hatte eine grandiose Aussicht in die grüne Bergwelt. Wir kennen Griechenland bisher nur von den Inseln und uns war nicht bewusst,  dass es hier so tolles grünes Gebirge gibt.  Unterwegs haben wir wieder mal einen Supermarkt überfallen und dann ging es bergauf in Richtung Vikos Schlucht. Die Straße war super breit und die Befürchtung, ob wir da mit dem Womo hin kommen, war echt unbegründet. Monodendri war der letzte Ort vor dem Aussichtspunkt, den wir angesteuert haben. Der Ort ist komplett aus grauem Stein gebaut und sieht wunderhübsch an dem Hang aus.

Vor dem Aussichtspunkt fährt man noch durch den Stone Forest, geschichteten Felsen, die an die Pancake Rocks in Neuseeland erinnern.

Kurz vorm Parkplatz hat es leicht geregnet und als wir da waren, kam die Sonne wieder raus. Das Thermometer hat noch 17 Grad gezeigt und wir sind die restlichen 100 m zum Oxya Aussichtspunkt gelaufen. Und dann lag sie vor uns: Die tiefste Schlucht der Welt, so steht es im Guinness Buch der Rekorde.

Das Panorama war echt überwältigend, direkt vor uns ging es steil bergab, teilweise 1000 m, Andi hat wegen seiner Höhenangst Schnappatmung bekommen. Im Tal die grünen Wälder, die marmorierten Felsen fallen fast senkrecht ins Tal. Absperrungen gibt es nicht, nur ein Schild, dass man auf eigene Verantwortung dort rum läuft. Und wieder mal gilt: wir sind in Europa und kaum jemand hat von der Schlucht bisher gehört.

Welche Touristenmassen jeden Tag am Grand Canyon sind – und hier reicht ein Parkplatz für ca. 8 Autos… Wir waren aber sehr froh, dass hier nicht viel los war, denn das Erlebnis hatten wir ja die letzten Tage in Meteora. Wir hatten echt Glück, da wir ein richtiges Sonnenstück abbekommen haben und haben es genossen.

Andi hat ein Timelapse-Video gemacht, in der man das wechselhafte Wetter mit den schnell ziehenden Wolken wunderbar erkennen konnte.

Als wir zusammen gepackt haben, hat es angefangen zu regnen. Bergab ging es wieder auf die vorherige Hauptstraße im Tal und kurz bevor wir die erreicht haben, hat es angefangen zu schütten ohne Ende. Die restlichen Kilometer bis zur Grenze hat man überhaupt nichts mehr erkennen können. Das Wasser hat die Straße geflutet und so sind wir an der griechisch albanischen Grenze gelandet. Und wieder mal waren wir alleine dort. Dementsprechend hat es keine 3 Minuten gedauert, bis wir wieder in Albanien waren und prompt hat der Regen nachgelassen. Unser heutiges Ziel war Gjirokaster, wo wir aber am späten Nachmittag direkt auf den Campingplatz gefahren sind, da wir platt waren. Der war dann tatsächlich auch voll, wir haben uns dann einfach in die große Hofeinfahrt gestellt. Da es draußen richtig kühl geworden ist, brauchen wir keinen schattigen Baum mehr. Was wir schon mehrfach auf unserer Reise beobachtet haben – und was hier auch wieder der Fall ist – ist, dass Holländer Gruppenreisen in den eigenen Wohnmobilen anbieten. Die Campingplätze werden über ein Unternehmen gebucht, jeder reist von A nach B individuell und vor Ort werden sie dann in Bussen durch die Gegend gekarrt. Hier der Campingplatz ist dadurch voll, in Meteora waren 2 Gruppen a 20 Fahrzeuge an dem Platz, was echt Kapazitäten fordert, für die Betreiber aber natürlich super ist. Musste dann aber eben feststellen, dass es sich um eine deutsche Gruppe handelt, nicht um Holländer…