2022 Balkan · Albanien

Über den Llogara Paß nach Berat

Heute früh haben wir unser Paradies verlassen.  Wir hatten ein bisschen gehofft,  dass der Platz gegenüber belegt ist,  dann wären wir nämlich nicht rausgekommen.  Er war aber frei und so konnten wir um unseren Olivenbaum herum rangieren. Entlang der Küstenstraße ging es bei traumhaftem Wetter gen Norden.  Irgendwann konnten wir die Serpentinen sehen,  die auf den Llogara Pass führen. 

Wir hatten etwas Schiss,  dass es wieder so eine enge Straße ist,  aber sie war total breit.  Die Straße führt von Meeresniveau auf 1043 m hoch und von oben hatten wir einen traumhaften Blick auf die zurück liegende Küste und das türkise Meer. 

Auf der anderen Seite ging es durch einen schönen Wald wieder bergab,  bevor das Meer wieder vor uns aufgetaucht ist. Entlang des Meeres sind wir dann durch viele kleine Ortschaften gefahren,  bis wir nach Vlora gekommen sind.  Hier hat uns das Navi auch direkt am Strand entlang geführt und man hat sich gefühlt wie in Miami.  Breiter Strand,  Promenade,  verkehrsberuhigte Straße, Radweg und dahinter Restaurants.  Und alles total sauber und gepflegt.  Nach dem verkehrsberuhigten Bereich sind wir in der Haupteinkaufsstraße gelandet und ich war froh,   als wir aus dem Gewusel wieder raus waren.  Und dann waren wir plötzlich auf einer Autobahn,  womit wir gar nicht gerechnet haben.  In Albanien darf man auf der Autobahn je nach Beschilderung zwischen 80 und 110 km/h fahren. Die meisten fahren aber echt langsam,  was bestimmt auch an den Spritpreisen liegt.  Der Liter Diesel kostet hier 2,17 Euro, was den Albanern echt weh tun dürfte… Was hier total lustig ist, sind die Automarken. Gefühlte 50 % der Autos sind Mercedes,  gefolgt von VW (Passat Kombi) und Audi. Und dabei sieht man manchmal Wagen,  die bei uns als Oldtimer durch gehen würden bzw schon lange keinen TÜV mehr gesehen haben. 

Unser heutiges Ziel hieß Berat (und nicht Borat, wie Andi immer wieder betont hat und das unser Navi auch nicht kennt…). In Berat gibt es einen Campingplatz,  den ich rausgesucht hatte.  12 km vor der Stadt ist auch einer,  der super bewertet ist.  Als wir dort aber vorbei gekommen sind,  haben wir uns gefragt,  warum man dort übernachten sollte,  da er echt noch weit weg ist… Kurz danach sind wir an dem in Berat angekommen und er war voll und auch nicht wirklich schön. Es standen sehr viele Holländer dort und bestimmt war es wieder eine Gruppe,  die alles blockiert hat.  Also haben wir beschlossen,  in der Stadt einen Parkplatz zu suchen und sind etwas Essen gegangen.  Anschließend haben wir die Stadt angeschaut,  die auch „die Stadt der 1000 Fenster“ genannt wird. 

Tatsächlich fand ich hier toll,  dass die Stadt nicht mit 1000 Touriläden voll war,  sondern  hier echt noch Leute wohnen.  Andi hat trotzdem sein Albanien T-Shirt bekommen,  das er haben wollte. 

Als wir zurück am Parkplatz waren,  waren es 35 Grad und wir sind zerflossen. Wir haben beschlossen,  zu dem Campingplatz außerhalb zurück zu fahren und plötzlich wussten wir,  warum er so gut bewertet ist (4,9 von 5 Sternen).  In einem Garten sind unter 3,50 m hohen Dächern tolle Schattenplätze, außer uns waren noch 4 andere Camper da und die Besitzerin hat uns mit einem Eiskaffee begrüßt.  Wie nett!!!

Und dann kam noch der Knaller: wir hatten vergessen  Brot zu kaufen und Andi hat gefragt,  wo wir einen kleinen Supermarkt finden und da hat sie uns einfach Brot geschenkt.  So freundlich,  das haben wir echt selten erlebt.  Und so haben wir es uns an unserem schattigen Plätzchen gemütlich gemacht und den Tag ausklingen lassen.