Letzte Nacht hat es in der Nähe gewittert. Wir haben außer den Geräuschen aber nichts davon abbekommen. Es war einfach nur heiß und schwül. Daher haben wir heute früh auch recht schnell zusammen gepackt und gehofft, dass wir nicht von den tausenden Ameisen am Platz welche im Gepäck haben. Wie unterschiedlich sich Menschen an verschiedenen Plätzen wohl fühlen ist unglaublich. Neben uns war ein Pärchen, die waren schon zum 2. Mal hier und fanden es ganz toll. Und als wir den Platz verlassen haben, standen schon die Leute Schlange, um einzuchecken… Für uns ging es nach einem Tankstop direkt vor der Grenze (Diesel 1,74 Euro) über die Grenze nach Slowenien. Wir hatten uns als Ziel die Höhlenburg Predjama ausgeguckt. Auf dem Weg dorthin sind wir an den 2. größten Höhlen der Welt in Postojna vorbei gekommen. In den letzten Wochen habe ich immer wieder Tipps bekommen, die unbedingt anzuschauen. Andi hatte gar keinen Bock mit dem Argument, dass wir schon in so vielen Höhlen waren und dort gemäß Internet die Hölle los wäre. Ich habe gedacht, wir können ja mal schauen. Als wir hin kamen, habe ich mich innerlich gefeiert, da der Parkplatz total leer war. Um die Kurve rum, hat die Euphorie schnell nachgelassen. Es waren noch sehr große weitere Parkplätze da und die waren voll ohne Ende. Busse, Womos und Autos so weit das Auge reicht. Und da hatte ich auch keinen Bock drauf… Also sind wir 9 km weiter zur Felsenburg gefahren. Für 10 Euro durften wir dort parken und sind die paar Meter zur Burg gelaufen, die echt toll dort liegt.

Wir haben von außen einige Bilder gemacht und auf der Terrasse eines Restaurants etwas gegessen. Da auch hier 4 Busse inkl. 2 Schulklassen waren und die Leute alle in der Burg waren, haben wir uns die Besichtigung auch gespart.

Ja, und dann wollten wir über die einzige Zugangsstraße wieder aus dem Tal heraus fahren und plötzlich ging es nicht weiter. Es war das passiert, worauf wir innerlich schon den ganzen Urlaub gewartet haben. Vor uns war eine Motorradfahrerin frontal in einen entgegen kommenden LKW gefahren. Der Notarzt war schon da, die Polizei kam gerade und die Straße war dicht. Wir haben im Urlaub so viele Situationen gehabt, wo uns Motorradfahrer auf unserer Spur entgegen gekommen sind oder an den unmöglichsten Stellen überholt haben, dass wir oft die Luft angehalten haben. Oft kam es uns vor, als würden sie denken, sie wären auf einer Einbahnstraße unterwegs, was aber nie der Fall war. Wie dieser Unfall ausgegangen ist wissen wir nicht, aber da der Rettungshubschrauber im Einsatz war, bestimmt nicht gut. Eine Polizistin hat uns dann die Anweisung gegeben, eine Nebenroute zu nehmen, die könnten wir mit unserer Größe auch befahren. Also bin ich, mit einer Schlange Lieferwagen und Autos hinter mir, diese einspurige Straße gefahren – bis mir der komplette Gegenverkehr aus der anderen Richtung entgegen kam… Da waren wohl welche auf die gleiche Idee gekommen. Allerdings bestand der nur Autos und so bin ich standhaft geblieben und habe alle zum Rückwärtsfahren gezwungen. Auf die Idee ist aber keiner selber gekommen. Also ist Andi raus und ist die komplette Schlange von Autos entlang und hat ihnen Zeichen gegeben, dass sie zurück müssen. Was sie dann auch getan haben. Andi fand es total lustig und so sind wir irgendwann wieder auf der Hauptstraße gelandet. Über die Autobahn ging es dann in Richtung Bled. Und die Straße war der Hammer. Andi hatte gelesen, dass in Slowenien gestern ein Schiff aus China mit vielen Teslas an Bord angekommen ist. Und die mit unzähligen anderen LKWs haben wir dann auf der Autobahn gesehen. Die rechte Spur war komplett voll mit ihnen. Wir sind kurz vor Bled abgebogen und auf einen Campingplatz, in dem wir Gott sei Dank wieder ein Stück Paradies gefunden haben.

Der Platz ist auch riesig, aber doch so anders als gestern der. Wir stehen hier direkt am Fluss Save unter Bäumen bei angenehmen Temperaturen und einem kleinen Lüftchen. Es war die absolut richtige Entscheidung weiter zu fahren.

