Wir konnten es einfach nicht akzeptieren, dass uns Korsika so viele Striche durch die Rechnung macht. Und so haben wir gestern den Wecker für heute 7 Uhr gestellt in der Hoffnung, dass dieser blöde Sturm endlich mal nachlässt. Oft ändert sich der Wind ja bei Sonnenauf- oder -untergang. Um 5 Uhr war ich wach und es hat immer noch gestürmt. Um 7 Uhr war es plötzlich total windstill. Wir konnten es nicht glauben. Also haben wir die Räder raus geholt und sind durch verlassene Straßen nochmal die 4 km nach Bonifacio gefahren. Der Himmel war bedeckt, aber der Wind war immer noch komplett weg, als wir angekommen sind. Wir sind auf den Aussichtspunkt vom ersten Tag gelaufen und 2 Minuten später war die Drohne in der Luft und hat einfach nur geniale Aufnahmen gemacht. Es waren noch keine Touristen unterwegs und die Stadt ist gerade aufgewacht.

Besser geht’s nicht. Um 8.30 Uhr waren wir zurück am Campingplatz und haben unsere Brötchen Bestellung abgeholt. Denn ein gutes Frühstück hatten wir uns jetzt verdient. Dann haben wir gezahlt und haben uns auf den Weg gen Norden gemacht.

Unser erster Halt war am Plage de Palombaggia, einem der tollen Strände hier in der Gegend. Da der Sturm immer noch weg war, sind wir am Strand spazieren gegangen.

Der feine Sandstrand ist ins türkise Meer abgefallen, rote Felsen lagen im Meer und frische grüne Pinien haben das Ufer gesäumt – wie im Paradies! Es war auch echt nicht viel los, aber für Montag vormittag wahrscheinlich doch.

Unser nächstes Ziel hieß Porto Veccio, das sich aber auch wieder in Luft aufgelöst hat. Auf der Insel sind lauter komische aufgemotzte Rallye Autos unterwegs. Und gefühlt jeder größere Parkplatz war belegt mit den Werkstattautos und Hängern, so dass wir wieder mal keinen Parkplatz gefunden haben. Also sind wir eine Runde am Hafen und durch die Stadt gefahren und haben den Ort dann wieder verlassen.

Auf das Chaos und Gedröhne hatten wir keinen Bock. Ein paar Kilometer weiter haben wir unsere Vorräte im Supermarkt aufgestockt und wollten dann eigentlich durch die Berge gen Norden fahren. Die lagen mittlerweile aber in einer so dicken Wolkenschicht, dass wir uns die Fahrt gespart haben. Schöne Aussichten hätten wir wieder nicht gehabt. Also ging es auf der Küstenstraße weiter gen Norden. Da wir von den bisherigen Campingplätzen hier mehr als enttäuscht waren, haben wir uns einen ausgesucht, der nicht nur offizielle Sterne, sondern auch gute Bewertungen hat. Mit den Sternen schmeißen sie hier um sich ohne Ende, aus welchem Jahrhundert diese aber stammen, weiß keiner. Wir sind gespannt und wollen hier noch ein paar Tage bleiben und ausspannen. Wir konnten uns einen freien Platz aussuchen und kaum angekommen, sind wir von Mücken zerfressen worden ohne Ende. Bevor wir das Autan raus geholt haben, waren wir beide schon mehrfach zerstochen… Den Platz selber werden wir morgen erkunden. Jetzt wird der Grill heraus geholt!
