2023 Benelux · Luxemburg

E1 Wanderweg im Mullerthal in Luxemburg

Heute früh wurden wir von einer Horde schnatternder Gänse geweckt,  die sich vor unserem Camper niedergelassen hatte.  Sie haben gefressen,  geschnattert, geschissen und sich gerupft. Wenn also jemand Federn für sein Kissen braucht,  bitte Bescheid sagen…

Wir haben gemütlich gefrühstückt,  haben unsere Wanderschuhe heraus geholt und los ging es wieder über die Brücke nach Luxemburg. Hier gibt es unzählige Wanderwege, die meisten sind aber 2Tagestouren. Daher hatten wir uns den E1 ausgesucht, da er an einem Tag machbar ist. Der Trail startet direkt an der Abtei und es ist ein 13,5 km langer Rundkurs.  Man läuft wieder durch die Fußgängerzone und dann geht es einen schmalen Pfad ziemlich steil bergauf.  Den Spruch,  dass ich Frühsport hasse,  musste ich einfach mal los lassen.  Der Weg führte dann in den Wald und an einem Baum hing eine Schaukel.  Alle Anstrengungen waren vergessen und ich musste erstmal eine Runde schaukeln. 

Oberhalb der Hauptstraße hat sich der Weg dann bergauf geschraubt und nicht viel später haben wir schon eines der Highlights erreicht: die Wolfsschlucht. 40 m hohe Felsen stehen vor einem und steile Treppen führen durch einen engen Durchlass. Wirklich toll und faszinierend.

Rechts und links vom eigentlichen Weg führen nochmal steile Stufen zu Aussichtspunkten, die wir natürlich auch angeschaut haben. 

Der E1 zog sich weiter durch den Wald und als nächstes kamen wir zum Labyrinth,  wo enge Wege durch die Felsen geführt haben.

Irgendwann hat die Hauptstraße parallel Gott sei Dank eine andere Richtung genommen und wir sind mehr so richtig im Wald gewesen,  ohne störenden Verkehrslärm. Vor uns sind komisch geformte Felsen bzw Höhlen aufgetaucht und wir haben erfahren,  dass hier früher Mühlräder aus den Steinen gehauen wurden.  Fragt sich noch,  wie man die hier weg bekommen hat.

Etwas oberhalb war noch das Amphitheater zu bestaunen und dann ging es oberhalb unseres bisherigen Weges wieder zurück. 

Die Wege führten durch normalen Wald und nach über 12 Kilometern fingen wir an, darüber nachzudenken, ob wir auf den letzten beiden Kilometern bis Echternach den Bus nehmen sollten. Der E1 hat an einer Bushaltestelle vorbei geführt und so sind wir mal hin gelaufen. Wir hatten kein Internet, so dass wir keinen Plan hatten, wann die Busse hier fahren und ich hatte noch keine 10 Sekunden auf den Plan an der Haltestelle geschaut, da kam ein Bus. Besser hätten wir das nicht timen können. Das coole ist, dass in Luxemburg alle öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos sind und so sind wir eingestiegen und kurz darauf waren wir an unserem Ziel. Der Wanderweg hätte sowieso an der Straße entlang geführt und so haben wir auch nichts verpasst. 20 Minuten, nachdem wir wieder am Camper waren, hat es angefangen zu regnen. Perfekter hätte das Timing nicht sein können.

Wir waren heute übrigens sehr angenehm überrascht, dass hier nicht der Massentourismus unterwegs war, den wir leider immer öfter treffen. Uns sind natürlich andere Menschen begegnet, aber man ist auch mal 20 Minuten alleine gewesen.