2023 Italien

Civita di Bagnoregio bis zum Vesuv

Unglaublich,  es hat die ganze Nacht nicht geregnet.  Wir hatten ja gestern schon beschlossen,  weiter zu fahren,  aber nicht ohne den Ort zu besuchen, der uns in die Gegend geführt hat: Civita di Bagnoregio.  Der Ort liegt ca.  12 km entfernt und so haben wir uns auf den Weg gemacht.  Der Ort ist über Bagnoregio erreichbar,  wo man auch parken muss.  Ich hatte einen Platz rausgesucht,  wo ich gehofft habe,  dass für uns noch etwas frei ist und was sollen wir sagen: wir waren die einzigen auf dem Platz. Anscheinend haben wir hier echt mal den Vorteil,  nicht in der Saison unterwegs zu sein.  Wir sind durch den Ort gelaufen und haben mitten im Zentrum einen total coolen Baumarkt gefunden.  In einem engen kleinen Haus und bis unter die Decke vollgestopft mit allem,  was in einen Baumarkt gehört.  Der Inhaber hat nur italienisch gesprochen,  seine Frau kam aber zur Hilfe und sie sprach englisch.  Leider hatten sie viel,  aber nicht das Dichtungsband, das wir gebraucht hätten.  Schade.  Also sind wir weiter durch den Ort gelaufen und an dem ersten Aussichtspunkt für unser Ziel herausgekommen. 

Der Ort Civita di Bagnoregio ist über eine Brücke erreichbar.  Für die Einwohner gibt es einen Parkplatz direkt unter der Brücke. Und alles,  was in den Ort soll,  muss über die Brücke gebracht werden.  Kleine Mobile fahren ständig hin und her,  um Einkäufe,  Müll oder auch einfach gehbehinderte Leute in den Ort zu bringen.  Total faszinierend.  Als Besucher zahlt man 5 Euro Eintritt.  Mit dem Geld soll dem Verfall des Ortes entgegen gewirkt werden. Der Fels, auf den der Ort bebaut ist,  bröckelt langsam vor sich hin.

Wir haben uns auf den Weg über die Brücke gemacht.  Mir kam der Ort von hier aus irgendwie kleiner vor als ich ihn erwartet hatte. Wenn man aber oben war,  hat man erst gemerkt,  wie lang der Ort eigentlich war. 

Wir sind durch die Gassen geschlendert und mit uns mal wieder Amerikaner und Asiaten.  Und man kann verstehen,  warum die her kommen.  Alles war wunderschön angelegt und verwinkelt. Und die Lage einfach spektakulär. 

Andi hat dann von der Brücke aus die Drohne nochmal in die Luft geschickt und tolle Aufnahmen machen können. 

Zu Fuß ging es zurück zum Womo und plötzlich stand auf dem riesigen Parkplatz noch ein zweites Womo.  Was mag hier wohl los sein,  wenn die Parkplätze alle voll sind. 

Wir sind weiter gefahren nach Viterbo, wo es den Obi Markt gibt.  Unterwegs hat es wieder geschüttet,  was uns aber egal war,  denn wir haben schönes Wetter gehabt,  als es darauf ankam.  Im Obi gab es nicht wirklich das,  was wir gesucht haben,  aber Andi hat etwas gekauft,  wo er hofft,  dass es dicht hält. Weiter ging es durch strömenden Regen immer südwärts. Und dann habe ich die Rechnung dafür bekommen, dass ich gestern Abend schon das Navi programmiert habe. Das Navi wollte uns mitten durch Neapel führen, worauf wir überhaupt keine Lust hatten. Also habe ich als Wegpunkt einen Ort hinter dem Vesuv eingegeben, so dass wir um den Berg und die Stadt herum geführt werden sollten. Was ich vergessen habe, diesen Wegpunkt wieder zu löschen. Und so habe ich mich gewundert, warum ich schon so früh die Autobahn verlassen sollte, obwohl Pompeji noch gar nicht ausgeschildert war. Und dann habe ich kurz später eine dezente Panikatacke hinter dem Steuer gekriegt. Ich habe mich mitten in einer fetten Stadt mit super engen vollgeparkten Straßen und massenhaft hupenden Italienern wieder gefunden. Es war Stau ohne Ende, überall kamen Autos aus den Gassen, die Vespas haben sich vorbei gedrängt und ich habe einfach nur die Krise gekriegt. Ich könnte schreien, wenn mich die Leute immer fragen, ob ich das Womo denn auch ab und an fahre. Ja, tue ich, auch durch italienische Großstädte, durch die sich kaum ein Deutscher mit dem Auto traut. Ich hatte Adrenalin ohne Ende, als wir endlich am Campingplatz angekommen sind. Der Platz war im Internet super bewertet und ich habe mich erstmal gar nicht wohl gefühlt. Wir hatten Hunger ohne Ende und so kam in Italien die Notfallration Ravioli zum Einsatz. Andi hat in der Zeit den Strom angeschlossen und wollte unser Klo leeren. Als er es wieder mit Wasser befüllen wollte, hat es innen einen lauten Knall getan und die Kassette ging nicht mehr auf. Er hat sie ins Womo geschoben mit dem Ergebnis, dass wir sie nicht mehr raus gekriegt haben. Also haben wir, um unsere Nerven zu beruhigen, erstmal gegessen und es dann ohne Erfolg nochmal probiert. Im Internet haben alle von dem Besitzer des Campingplatzes als Löser in der Not geschwärmt und so ist Andi zu ihm, um ihn zu fragen, ob er weiß, wer sich damit auskennt. Er kam sofort mit und gemeinsam haben sie die Kassette wieder raus gekriegt und gewaltsam geöffnet. Eine echt leckere Angelegenheit. Und Wunder oh Wunder, anscheinend geht sie wieder. Wir werden es die zwei Tage hier probieren, ansonsten kann er uns auch behilflich sein, eine neue zu besorgen. Kurz vor Sonnenuntergang habe ich dann zumindest noch ein Bild vom Vesuv gemacht.

Der Tag war echt wieder heftig. Eigentlich wünschen wir uns doch nur ein bisschen Sonne und Entspannung statt Regen und jeden Tag ein neues Chaos….