2023 Italien

Wenn auf Capri….

Na, wer ist textsicher? Gestern Abend hatten wir für heute noch am Campingplatz eine Tour nach Capri gebucht. Eigentlich hätte ich ins Bett gehört, da ich die Nacht kaum geschlafen habe und eine fette Erkältung habe aber was soll es. Man ist nicht jeden Tag hier. Also wurde die Reiseapotheke etwas erleichtert und mit einem kleinen Bus vom Campingplatz sind wir nach Massa Lubrese an den Hafen gebracht worden und von dort aus ging es auf ein Schiff. Unsere Nachbarn am Campingplatz hatten uns den Tipp gegeben, uns auf die rechte Seite zu setzen, da wir dann mehr sehen. Das haben wir natürlich getan und so haben wir gegen 10.15 Uhr im Hafen abgelegt. Stahlblauer Himmel und kein Wellengang waren die optimalen Begleiter.

Capri ist nicht wirklich weit vom Festland weg und so haben wir direkt mit der Inselumrundung begonnen, was echt toll war. Die Felsen fallen total steil ins Meer und tausende von Vögeln nisten dort. Viele große und kleine Boote haben sich im Wasser getummelt. Wir hatten das Glück, dass wir sogar durch die Faraglioni Felsen durch fahren konnten, was bei der Größe unseres Bootes garantiert nicht immer möglich ist.

Irgendwann kamen wir auf die Höhe der blauen Grotte und da hat man den Massentourismus pur gesehen. Lauter kleine Boote lagen vor der Küste und die Leute darauf haben gewartet, auf noch kleinere Boote umsteigen zu dürfen, um dann mit anderen 1 Minute in die Grotte zu dürfen. Ich hatte im Internet gelesen, dass die Wartezeit für den Umstieg in das kleinere Boot ca 2 Stunden dauert. Da hatten wir echt keinen Bock drauf.

Am Ufer standen außerdem massenhaft Leute, die auf die kleinen Boote gewartet haben. Wahnsinn. Wir sind in den Hafen eingelaufen und wurden von Bord gelassen. Wir hatten bis 17 Uhr Zeit, bis wir an gleicher Stelle wieder eingeladen werden sollten. Hier war die Hölle mit Menschen los. Überall gingen Busse los und Leute standen an. Was uns sofort aufgefallen ist, waren die lustigen Busse und Autos, die hier rum gefahren sind.

Das waren alle Sonderanfertigungen für die Insel. Die Busse kurz und schmal für die engen Kurven, die weißen Taxen alle als Cabrios mit bunten Sitzen und kleine Sonderanfertigungen für Transporte. Wir sind in ein Restaurant, da der Hunger gerufen hat und haben gemütlich etwas gegessen. Anschließend sind wir auf die blöde Idee gekommen, wir könnten zur Talstation des Sessellifts hier laufen, um damit weiter auf den Berg zu fahren. Die Rechnung hatte ich ohne meine Puste gemacht, denn die Talstation lag auch schon am Berg und es führten unzählige Stufen steil bergauf. Leider mussten wir auf der Hälfte des Weges umkehren, da ich überhaupt keine Luft mehr hatte und sich alles nur noch gedreht hat. Schade.

Trotz allem war der Weg bis dahin wunderschön, denn kaum hat man die Touristenpfade verlassen, hat man sich auf einer ruhigen ursprünglichen Insel wieder gefunden. Tolle geschmackvolle Gärten voller Zitrusfrüchte waren hinter hohen Mauern versteckt.

Wir haben beschlossen, nach Capri Stadt zu laufen, welche höher gelegen als der Hafen ist. Da wir die meisten Höhenmeter schon gemeistert hatten, war das nicht mehr ganz so anstrengend. Und kaum dort angekommen, waren wir wieder von Menschen umringt. An einem Stand haben wir uns einen Zitrusfrüchte- Saft geholt, der göttlich geschmeckt hat und sind dann etwas durch die Gassen geschlendert.

Überall standen die Massen für die Busse und die Bahn an, die vom Hafen hier hoch fährt. Wir haben beschlossen, dass wir da keine Lust drauf haben und sind zu Fuß wieder bergab gelaufen. Am Hafen haben wir mit tausenden anderen auf unser Schiff gewartet, das uns zurück auf das Festland gebracht hat. Dort hat der Bus vom Campingplatz schon wieder auf uns gewartet und uns zurück gebracht. Der Ausflug war echt toll, aber wir waren echt platt nach dem Tag.