2023 Italien

Matera

Zusammen mit Aleppo in Syrien gilt Matera als älteste Stadt der Welt. Sie weist urbane Strukturen auf, die 9000 Jahre zurück gehen. Die Gegend besteht aus Sand- und Tuffstein und die Leute haben damals Höhlen in den Stein gehauen. Die Wohnungen, die sich Sassi nennen, haben irgendwann eine totale Verschachtelung von Gängen, Wohnungen und Plätzen ergeben. Die Steine, die ausgegraben wurden, wurden als Baumaterial für den äußeren Bereich genutzt. Bis 1968 wurden die Sassi komplett bewohnt, teils aber unter katastrophalen Zuständen, denn die Hygiene war nicht gerade gut und es kam immer wieder zu Krankheitsausbrüchen. Und so ließ die italienische Regierung die Sassi schließen, die Leute wurden umgesiedelt. Jahrelang spielten hier nur noch Kinder, bis 1986 der Ort unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Heute wohnen wieder über 2000 Menschen in den renovierten Sassi. Wir waren heute jedenfalls in die Stadt schockverliebt. Die Altstadt ist kein ausgestorbenes Museum.

Es gibt Restaurants, Geschäfte und ganz normale Wohnhäuser. Alles ist belebt, aber total angenehm und nicht von Touristen überrannt. Der einzige Nachteil, man kommt nicht voran, denn es gibt einfach so viel faszinierendes zu sehen.

Wir können beide nicht verstehen, warum uns die Stadt bisher nie ein Begriff war. Für Stand heute ist sie das Highlight unseres Urlaubs.

Wir vermuten, dass in den letzten Jahren viel Geld in die Sanierung der Stadt geflossen ist, auch im Rahmen der Kulturhauptstadt, aber das hat sich richtig gelohnt. Kleine Gassen ohne Ende und eine Ecke schöner als die andere haben uns stundenlang entlang schlendern lassen.

Wir haben eine original verlassene Sassi besucht und total interessante Infos erhalten, wie Mensch und Tier damals zusammen gelebt haben.

Unter der Stadt hatten die Einwohner ein riesiges Zisternensystem angelegt, so dass in dem Haus ein eigenes Loch in das Zisternensystem bestand. Nebenan war eine Höhle, wo im Winter Schnee für den Sommer eingelagert wurde, um Speisen das ganze Jahr haltbar zu bekommen. Und dann sind in Matera ungefähr 150 einzelne Kirchen.

Das sind so viele, dass man sie nicht mal alle wahrnehmen kann. Weiter ging es durch die Sassi bis zum nächsten Highlight, dem Palombaro Lungo, einer Riesenzisterne mit einem Fassungsvermögen von über 5 Millionen Litern Wasser. Sie wurde nach 1600 gebaut, bei der Räumung der Stadt verschlossen und durch Taucher erst in 1991 wieder erforscht. Heute ist der Wasserpegel gesenkt und man kann auf Stegen hindurch laufen.

Nur so kann man die riesige Dimension erfassen. Wir hatten noch etwas Zeit, bis wir mit dem Campingplatz Shuttle wieder geholt wurden und so haben wir jede Minute voll ausgekostet. Egal von wo man schaut, überall ergeben sich immer wieder tolle Blicke auf die Stadt.

Für uns stand fest, dass wir heute Abend noch einmal Sonnenuntergang schauen wollen, um den Tag gebührend zu beenden. Also Räder raus, ne Scheibe Brot zwischen die Zähne und weiter ging es. Ich habe zwischen den ganzen Felsen eine Höhle entdeckt und noch coole andere Aufnahmen als gestern machen können.